"Wenn ich auf dem Platz bin, denke ich nur an Fußball"

JEAN MANUEL MBOM IM GEGNER-INTERVIEW

24.07.26 von Noah Kerndt | 3 Min

Jean Manuel Mbom lächelt in die. Er sitzt in einer schwarzen Jacke auf einem Stuhl.

Zehn Jahre lang trug Jean Manuel Mbom die Werder-Raute auf der Brust. Beim SVW feierte der heute 26-Jährige sein Profidebüt und den Wiederaufstieg in die Bundesliga. Nach seinem Wechsel zum VfL Bochum trifft der gebürtige Göttinger am Samstag erstmals als Gegner auf Grün-Weiß. Wie Mbom auf die Partie blickt und was ihn immer noch mit Werder und Bremen verbindet, hat er uns im Gegner-Interview verraten.

WERDER.DE: Moin Manu, seit vergangenem Samstag befindest du dich mit dem VfL Bochum im Trainingslager im österreichischen Bramberg. Wie schwer sind deine Beine?

Jean Manuel Mbom: Ich bin ein bisschen müde, aber sonst ist alles gut. Alle sind happy, wir arbeiten gut und freuen uns auf das Spiel!

WERDER.DE: Für dich persönlich ist es ein ganz besonderes Spiel. Zum ersten Mal in deiner Karriere spielst du gegen Werder.

Jean Manuel Mbom: Es ist definitiv besonders. Über die Jahre habe ich aber gelernt, so ein Spiel wie jedes andere anzugehen. Ich freue mich sehr, alte Bekannte wiederzusehen und zu lachen, aber während ich auf dem Platz bin, denke ich nur an Fußball!

WERDER.DE: In Bremen und bei Werder hast du ein Jahrzehnt deines Lebens verbracht. Wenn du heute an Werder und die Stadt Bremen denkst, was ist das erste Bild, das dir in den Kopf schießt?

Jean Manuel Mbom: Alle meine Freunde! Ich bin in Bremen zur Schule gegangen und denke an alle Mitschüler und Mitspieler, die ich dort kennenlernen durfte. An schöne Fußballmomente, Siege und natürlich an das Weserstadion, wo ich im Internat gelebt habe.

WERDER.DE: Hast du noch Verbindungen nach Bremen?

Jean Manuel Mbom: Ja, ich habe noch zu einigen ehemaligen Spielern Kontakt. Aus der aktuellen Mannschaft ist es Felix Agu. Hin und wieder telefonieren wir oder tauschen ein paar Nachrichten aus.

Drei Fußballspieler in grünen Trainingsanzügen, die auf dem Rasen hocken, während eines Interviews lächeln und jeweils einen weißen Schläger in der Hand halten.
Jean Manuel Mbom hat u.a. mit Felix Agu bereits das Zillertal bereist (Foto: W.DE).

WERDER.DE: In Bremen bist du deine ersten Schritte in der Bundesliga gegangen und zum Profi geworden. Hier hast du den Wiederaufstieg miterlebt, aber auch schwere Zeiten wie nach deinem Achillessehnenriss 2022 durchgemacht. Was hat dich in Bremen menschlich am meisten geprägt?

Jean Manuel Mbom: Gute Frage. Am meisten meine Trainer und Mitspieler im Jugendbereich. Aber auch als ich zu den Profis hochkam, hat es mich sehr geprägt, mit hochtalentierten Spielern, die ich sonst nur aus dem Fernsehen kannte, in einer Kabine zu sitzen. Sie nach Sachen zu fragen und sich ein paar Tipps abzuholen. Das war schon eine sehr schöne und coole Zeit!

WERDER.DE: Im Sommer 2023 bist du von Werder nach Dänemark zu Viborg FF gewechselt. Dort hast du dich nach deiner schweren Verletzung als Stammspieler etabliert. Wie hast du deine erste Station im Ausland erlebt?

Jean Manuel Mbom: Es war ein mutiger Schritt. Ich wollte in erster Linie einfach wieder Fußball spielen, weil es das ist, was mich glücklich macht. An Dänemark hat mich aber auch gereizt, mal in einem anderen Land mit einer anderen Kultur und Sprache zu leben. Wir hatten dort eine coole Mannschaft und auch neben dem Platz habe ich es genossen. Du bist immer nah am Wasser, die Infrastruktur ist super und die Mentalität der Menschen dort ist toll. Ich hatte in Viborg eine sehr schöne und erfolgreiche Zeit!

Ein Fußballspieler im grünen Trikot wird von einem anderen Spieler in Blau nahe der Seitenlinie zu Boden gebracht, während die Zuschauer auf den Tribünen das Geschehen aufmerksam verfolgen.
Kennt Testspiele im Zillertal: Jean Manuel Mbom (Foto: W.DE).

WERDER.DE: Mit dem Wechsel zum VfL Bochum bist du nun wieder zurück in Deutschland. Als gebürtiger Göttinger lebst du jetzt wieder näher an deiner Heimatstadt. Was bedeutet dir das?

Jean Manuel Mbom: Ich war eigentlich immer recht weit weg, von daher ist es nichts Neues. Aber nach drei Jahren im Ausland weiß ich es mehr zu schätzen, wenn ich mich an einem freien Tag einfach mal ins Auto setzen kann, um meine Familie und Freunde zu besuchen. Ich bin damit sehr happy und alle in meinem Umfeld auch!

WERDER.DE: Ein Kumpel aus früheren Werder-Tagen ist Patrick Osterhage, der auch lange Zeit in Bochum gespielt hat. Hast du vor deinem Wechsel von Viborg zum VfL mit ihm gesprochen?

Jean Manuel Mbom: Ich habe immer wieder Kontakt mit 'Paddi'. Als das Thema Bochum aufkam, habe ich ihn nochmal gefragt. Ich schätze ihn sehr und er hat mir nur gute Sachen über den VfL erzählt, was meinen ersten Eindruck noch mal bestätigte und mir ein gutes Gefühl gab.

Ein Fußballspieler im grünen Trikot mit der Nummer 34 dribbelt während eines Spiels auf dem Platz den Ball, im Hintergrund ist eine verschwommene Zuschauermenge zu sehen.
Zurück in die Bundesliga: Jean Manuel Mbom hat sein Liga-Debüt beim SVW gegeben (Foto: W.DE).

WERDER.DE: Was erhoffst du dir von deiner ersten Saison im Ruhrgebiet?

Jean Manuel Mbom: Ziel ist natürlich, eine erfolgreiche Saison zu spielen. Ich möchte mich auf und neben dem Platz gut einleben und das Bestmögliche herausholen. Ich kann es kaum erwarten, das erste Mal im Ruhrstadion aufzulaufen.

WERDER.DE: Dabei wünschen wir dir ganz viel Erfolg! Danke für deine Zeit, Manu.

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