Mister Derbytor

MATCHWINNER JENS STAGE SCHNÜRT EINEN DOPPELPACK IM NORDDERBY

18.04.26 von Marcel Kuhnt | 3 Min

Drei Fußballspieler in grünen Trikots feiern, einer reckt die Faust in die Höhe, in einem Stadion vor jubelnden Zuschauern.

Lang, lang ist es her. In der Saison 1963/64 gab es zuletzt einen Spieler, der in einer Spielzeit drei Tore im Nordderby erzielte. Es war kein Geringerer als Arnold ‚Pico‘ Schütz, seines Zeichens Ehrenspielführer des SV Werder Bremen. Seit dem 3:1-Erfolg des SVW gegen den Hamburger SV am Samstagnachmittag gibt es einen neuen dreifachen Torschützen: Jens Stage.

Erst per Kopf, dann per Kunstschuss – das Comeback von Jens Stage hätte kaum besser laufen können. Drei Bundesliga-Partien verpasste der Däne zuletzt, zwei davon wegen muskulärer Probleme. Auch am Tag vor dem Spiel stand noch ein großes Fragezeichen hinter dem Einsatz von Werders Nummer sechs. „Er war am Freitag selbst am struggeln, ob er gut genug ist, um das Nordderby zu spielen. Am Ende habe ich zu ihm gesagt, dass er sich darüber keine Gedanken machen muss. Ich wollte einfach, dass er seine Energie wie gewohnt auf den Platz bringt“, verriet Cheftrainer Daniel Thioune nach dem Derbysieg.

Für Thioune waren es aber nicht nur die beiden Treffer, die mal wieder unterstrichen, wie wichtig Jens Stage für den SVW ist. Vor allem sein Habitus auf und neben dem Platz hob der Fußball-Lehrer hervor. „Wie gut Jens ist, wissen wir alle. Er hat eine unfassbare Qualität. Doch insbesondere sein Auftreten ist bemerkenswert. Er ist eine Art Glue-Guy. Er verbindet die Jungs miteinander. Dass er zusätzlich einen Doppelpack erzielt, ist für ihn und uns natürlich sensationell.“

Er ist eine Art Glue-Guy.

Cheftrainer Daniel Thioune über Jens Stage

Vielleicht war es auch der Druck der Mannschaftskollegen, der Stage zu dieser erneuten Ausnahmeleistung beflügelte. „Ich wollte ihm schon die Freundschaft kündigen, wenn er nicht spielt“, witzelte ein zufriedener Romano Schmid, der ergänzte: „Die Bedeutung von Jens für uns steht außer Frage. Ich spiele mit ihm schon länger zusammen und wenn er fehlt, geht er mir und der gesamten Mannschaft total ab.“ Auch Amos Pieper unterstrich in der Mixed Zone, wie entscheidend es ist, dass Jens Stage auf dem Platz steht: „Was er abgerissen hat, war einfach unglaublich. Der trainiert die ganze Woche nicht und zeigt dann so eine Leistung. Was der Junge dem Team, dem Verein und allen Fans gibt – das ist einfach unersetzlich.“

Ein Fußballspieler in grüner Kleidung jubelt auf dem Spielfeld und zeigt nach oben. Im Hintergrund sind seine Mannschaftskameraden und die Zuschauer zu sehen, die für eine lebhafte Atmosphäre sorgen.
Brachte bereits im ersten Durchgang die Fans zum Ausrasten: Jens Stage (Foto: W.DE).

Stage selbst, der mittlerweile bei neun Saisontoren steht, blieb auch nach dem Derby gewohnt bescheiden. „Wir wissen, was das Spiel für die Fans und den Verein bedeutet. Ich bin sehr froh, dass wir ihnen in dieser schwierigen Saison etwas zurückgeben konnten.“

Auch wenn Stage gerne im Derby über 90 Minuten gegangen wäre, war der Tank nach etwas mehr als 60 Zeigerumdrehungen leer. „Der Körper hat einfach nicht mehr hergegeben. Dennoch bin ich extrem dankbar für die Leistung der medizinischen Abteilung. Sie haben mich so in Form gebracht, dass ich auflaufen konnte.“ Dass dabei eines seiner „schönsten Tore“ rauskam, freut den Mittelfeld-Antreiber ebenso, wie die „wichtigen Punkte, die mit Blick auf Stuttgart ein gutes Momentum“ auslösen könnten. Dann wieder mit einem Stage-Tor? Man wird es sehen.

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