"Wir hatten immer eine coole Mannschaft"

PATRICK OSTERHAGE IM GEGNER-INTERVIEW

06.02.26 von Marcel Kuhnt | 5 Min

Ein Fußballspieler in einem rot-weiß gestreiften Trikot dribbelt während eines Spiels auf einem Feld mit dem Ball, umgeben von anderen Spielern.
(Foto: nordphoto)

Zwar ist die Zeit von Patrick Osterhage im Werder-Trikot schon etwas her, dennoch blickt der ehemalige Nachwuchsspieler der Grün-Weißen gerne auf seine Erlebnisse am Osterdeich zurück. „Ich habe mich stets wohlgefühlt“, sagt der heute 26-Jährige. Im Interview mit WERDER.DE spricht Osterhage darüber hinaus über seinen Weg in die Bundesliga und die aktuelle Saison.

WERDER.DE: Moin, Patrick. In Bremen herrscht noch tiefster Winter. Wie sieht es mit Blick auf Samstag in Freiburg aus?

Patrick Osterhage: Es ist zwar kalt, aber in letzter Zeit hatten wir nicht so viel Schnee. Da meine Eltern noch in der Nähe von Bremen wohnen, weiß ich allerdings, wie das Wetter im Norden ist.

WERDER.DE: Du sprichst es an – unweit von Bremen – beim SC Marklohe 63 in der Nähe von Nienburg hast du früher Fußball gespielt, bevor du ins WERDER Leistungszentrum gekommen bist. Wie ist die Verbindung in die Heimat?

Patrick Osterhage: An sich gut. Durch die Entfernung bin ich nicht mehr so oft zu Hause, aber ich probiere natürlich, das ein oder andere Mal meine Familie zu besuchen.

WERDER.DE: Wie hast du dich als gebürtiger Niedersachse im Breisgau eingelebt? Merkst du große Unterschiede?

Patrick Osterhage: Ich komme ja vom Dorf, was für meine Kindheit super war. Wir hatten einen großen Freundeskreis. In einer Stadt wie Freiburg zu leben, ist dann anders. Aber mir gefällt es hier sehr. Sicherlich gibt es zwischen den Regionen Unterschiede, aber im Grunde ist beides sehr gut.

Fußballspieler in grünen Trikots umarmen sich und feiern auf einem Feld, während andere in der Nähe stehen, vor einer sonnigen, grünen Kulisse.
Patrick Osterhage spielte bis zum Sommer 2017 für den SV Werder (Foto: Rospek).

WERDER.DE: Von 2011 bis 2017 hast du die Nachwuchsteams des SV Werder durchlaufen. Welche Erinnerungen hast du an die Zeit?

Patrick Osterhage: Es sind durchweg positive Erinnerungen. Werder war mein erster Klub, in dem ich im Leistungszentrum war. Ich habe mich stets wohlgefühlt. Wir hatten in den Jahren immer eine coole Mannschaft. Auch an meine Zeit, als ich ins Internat gezogen bin, erinnere ich mich gerne zurück.

WERDER.DE: In deiner letzten Werder-Spielzeit seid ihr mit der U17 bis ins Finale um die Deutsche Junioren-Meisterschaft gekommen. Dort musstet ihr euch mit 0:2 dem FC Bayern München geschlagen geben. War das deine beste Saison in Grün-Weiß?

Patrick Osterhage: Ich weiß noch, dass wir in der Saison 2016/17 bis zum Finale nur ein einziges Spiel verloren haben. Wir hatten eine super Truppe zusammen. Im Endspiel waren wir dann kurz nach der Halbzeit leider ein Mann weniger. Leider hat es für den Titel nicht gereicht, doch das soll die Leistung, die wir damals erbracht haben, nicht schmälern. Für alle Beteiligten war es eine Top-Spielzeit. Gerade wenn ich auch an die Halbfinalspiele gegen Dortmund denke, in denen für uns als U17 viele Dinge neu waren.

WERDER.DE: Was meinst du damit, wenn du von neuen Dingen sprichst?

Patrick Osterhage: Viele Zuschauer, eine höhere Aufmerksamkeit, Partien mit K.-o.-Charakter – das war im Vergleich zu den Spielen in der Liga neu. Zudem haben wir gegen Teams gespielt, auf die wir nur selten getroffen sind. Daher konnte man die Spiele gegen Dortmund und Bayern nicht mit den üblichen Begegnungen im Ligaalltag vergleichen.

WERDER.DE: Hast du noch Kontakt zu Spielern der damaligen Mannschaft? Mit Manuel Mbom, Ilia Gruev oder Luca Plogmann waren ja einige dabei, die genau wie du ihren Weg in den Profifußball gemacht haben.

Patrick Osterhage: Vor ein paar Wochen habe ich zuletzt mit Manuel Mbom telefoniert. Mit Ilia habe ich seit längerer Zeit nicht mehr gesprochen, den müsste ich mal wieder anrufen. Aber mit einigen Mitspielern habe ich ab und zu noch Kontakt. Die Zeit im Fußball oder im Internat verbindet natürlich.

Werder-Spieler Cameron Puertas im Zweikampf mit Patrick Osterhage vom SC Freiburg.
Auch im Hinspiel stand Patrick Osterhage auf dem Platz (Foto: WERDER.DE).

WERDER.DE: Über Dortmund und Bochum bist du 2024 zum Sport-Club Freiburg gewechselt. Bist du mit deinem bisherigen Weg zufrieden?

Patrick Osterhage: Jeder muss seinen eigenen Weg gehen, weshalb auch jede Station für mich wichtig gewesen ist. Nachdem ich in Bochum die Möglichkeit hatte, Bundesliga zu spielen, war der Schritt nach Freiburg genau richtig. Ich fühle mich beim Sport-Club sehr wohl und bin zügig angekommen. Die vergangene Spielzeit verlief sehr gut, und insgesamt ist es so verlaufen, wie ich es mir gewünscht habe.

WERDER.DE: Dass du angekommen bist, zeigen auch die Zahlen. 30 Spiele im letzten Jahr und bereits 15 Einsätze in dieser Saison. Wie siehst du dich im Team?

Patrick Osterhage: Ich denke auch, dass ich meinen Platz im Team gefunden habe. Dieses Jahr haben mich zwei kleinere Blessuren etwas zurückgeworfen, aber das ist überstanden. Bei den vielen Spielen, die wir hatten, ist eine Rotation normal. Am Ende versuche ich immer, meinen Teil zum Erfolg des Teams beizutragen.

WERDER.DE: Ihr seid aktuell Siebter in der Bundesliga, ihr steht im DFB-Pokal-Viertelfinale und auch in der UEFA Europa League seid ihr im Achtelfinale. Wie bewertest du die aktuelle Saison?

Patrick Osterhage: In der Europa League und im DFB-Pokal können wir mehr als zufrieden sein. In der Bundesliga hatten wir zwei, drei Spiele, in denen wir Punkte liegengelassen haben. Das wollten wir natürlich verhindern, aber aufgrund der Vielzahl an Partien kann das mal passieren. Das ist jedoch Vergangenheit und nicht mehr zu ändern. Wir konzentrieren uns darauf, nach vorne zu schauen und die kommenden Partien zu gewinnen.

Jeder im Team wird heiß sein, und es gibt Faktoren, die unbekannt sind.

Patrick Osterhage über den Trainerwechseleffekt

WERDER.DE: Am Samstag feiert Daniel Thioune sein Debüt auf der Werder-Bank. Hat der Trainerwechsel einen Einfluss auf eure Vorbereitungen?

Patrick Osterhage: Wenn eine Mannschaft mit einem neuen Trainer anreist, weiß man nie so genau, wie er das Team einstellt. Klar kennt man seine Art noch von vorherigen Stationen. Das heißt aber nicht, dass er das am Samstag genauso angeht. Nichtsdestotrotz gibt es einen kleinen Effekt beim Gegner. Jeder im Team wird heiß sein, und es gibt Faktoren, die unbekannt sind. Trotzdem schauen wir auf uns und stellen uns bestmöglich auf Werder ein.

WERDER.DE: Bei euch im Team gibt es eine Vielzahl von ehemaligen Werderanern. Spricht man in der Kabine über Werder?

Patrick Osterhage: Wir reden im Team grundsätzlich viel über Fußball, da wir auch viel Zeit miteinander verbringen. Da geht es automatisch auch um Werder, gerade mit den Leuten, die noch Personen in Bremen kennen. Es ist aber auch kein Dauerthema.

WERDER.DE: Viele Fans werden den SVW nach Freiburg begleiten. Hast du zum Abschluss einen Tipp, was man sich in Freiburg anschauen sollte?

Patrick Osterhage: Die Altstadt in Freiburg ist immer eine gute Anlaufstelle. Bei Sonnenschein am Bächle entlangzugehen, hat seinen ganz eigenen Charme.

WERDER.DE: Vielen Dank für deine Zeit & auf ein gutes Spiel, Patrick!

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