„Ein Gefühl, das viele unterschätzen“
PETER NIEMEYER IM INTERVIEW ÜBER DIE IDEE HINTER SPIELER-LEIHEN
29.03.26 von Moritz Studer | 4 Min
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Wenn die Saison 2025/26 endet, kehren drei Werderaner aus ihren Leihen zurück an die Weser. Dawid Kownacki (Hertha BSC), Leon Opitz (Karlsruher SC) und Skelly Alvero (SC Amiens) stehen beim SVW unter Vertrag, schnüren ihre Fußballschuhe aber derzeit für andere Klubs. Im WERDER.DE-Interview verrät Leiter Profifußball Peter Niemeyer, was die Hoffnungen hinter Leihen sind, wie sie erfolgreich werden können und ob sie auch im Sommer für das eine oder andere Eigengewächs in Frage kommen.
WERDER.DE: Moin Peter, derzeit sind drei Werderaner an andere Vereine verliehen. Wie begleitet ihr die Spieler während ihrer Leihstationen?
Peter Niemeyer: Wir haben einen regelmäßigen Austausch zu den Spielern, dem Verein und der jeweiligen Berater-Agentur. Der Austausch findet also auf allen Ebenen statt. Bei Leon Opitz haben wir mit Schiere (Anm. d. Red.: Björn Schierenbeck) als Top-Talente-Koordinator noch zusätzliche Unterstützung an der Seite, der sich bei uns um den bestmöglichen Übergang der Nachwuchsspieler in die Bundesliga kümmert.
WERDER.DE: Die Leihen von Nick Woltemade, Eren Dinkci oder Justin Njinmah haben in der Vergangenheit schon bewiesen, dass sie ein Dosenöffner für den Weg in die Bundesliga sein können. Welches Versprechen habt ihr, wenn ihr Spieler an andere Vereine abgebt?
Peter Niemeyer: Das muss man immer individuell betrachten. Bei Leon ist die Leihe ein guter Zwischenschritt, weil er unserer Regionalliga-Mannschaft entwachsen ist, wir seine Aussicht auf Spielzeit vor der Saison bei unseren Profis aber als noch nicht so hoch eingeschätzt haben. Dawid ist wiederum ein erfahrener Spieler, der eine andere Rolle haben wollte als bei uns – eine Leihe war die beste Option. Und auch für Skelly ist für seine Entwicklung das Wichtigste, dass er wieder mehr Spielzeit bekommt.
WERDER.DE: Die er zuletzt in Bremen nicht mehr bekommen hat.
Peter Niemeyer: Als Skelly zu uns verliehen war, hat er gute Schritte gemacht, weswegen wir uns für den Kauf entschieden haben. Er hat dann aber nicht die Spielzeit gehabt, um in den Rhythmus zu kommen. Das ist ein Gefühl, das viele unterschätzen und was über das Training nicht abbildbar ist. Um wieder Fuß zu fassen und an sein Leistungsvermögen anknüpfen zu können, war für uns nach dem gemeinsamen Austausch klar, dass ihm ein gewohnteres Umfeld helfen könnte. Dieses Umfeld ist in Amiens gegeben, da es zumal in seinem Heimatland liegt.
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WERDER.DE: Zumindest bis ihn kürzlich eine Rote Karte ausgebremst hat.
Peter Niemeyer: Genau, das kann passieren. Jetzt ist es wichtig, dass er schnell wieder an seine vorherige Spielzeit anknüpft. Amiens steckt tief im Abstiegskampf – er hat im Ausland Erfahrung gesammelt, die er dabei einbringen wird. Wir wünschen ihm und dem Verein das Beste für den Rest der Saison, auch diese Phase wird ihm für seine Karriere weiterhelfen.
WERDER.DE: Der Wohlfühlfaktor ist im Fußball sehr wichtig. Wie wichtig ist es für die Jungs, den perfekten Standort zu finden?
Peter Niemeyer: Neben der passenden Spiel-Philosophie ist das das Entscheidende bei einer Leihe! Der Zeitraum, in dem du dich anpassen und integrieren kannst, ist viel kürzer. Für uns als Verein ist es die Aufgabe, einen Partner zu finden, wo der Spieler schnell ankommt. Bei Leon würden wir uns schon mehr Spielzeit wünschen, so ehrlich müssen wir schon sein. Er hat gezeigt, dass er in der 2. Liga klarkommt und dass er was Besonderes hat.
WERDER.DE: Im Sommer könntet ihr wieder für das eine oder andere Talent auf Standortsuche gehen. Aus der letztjährigen U19 haben zahlreiche Jungs ihre erste Herrenerfahrung gesammelt. Könnte auch für sie ein Leihverein der nächste Entwicklungsschritt sein?
Peter Niemeyer: Diese Option halten wir uns immer offen. Ursprünglich war es schon der Plan, dass die Jungs in diesem Jahr bei den Profis das Gehen im Herrenbereich lernen und der nächste Schritt dann möglicherweise eine Leihe ist. Ein Spieler wie Karim Coulibaly ist an diesem Schritt aber schon vorbeigesprintet.
WERDER.DE: Patrice Čović ist auch bereits ein fester Bestandteil des Profikaders, zuletzt haben Mick Schmetgens und Salim Musah debütiert. Wesley Adeh und Stefan Smarkalev trainieren auch mit der Lizenzmannschaft.
Peter Niemeyer: Das ist eine tolle Entwicklung und genau den Weg werden wir weiter gehen. Wir lassen uns aber dennoch offen, ob wir mit einem Leih-Modell fahren wollen. Die Jungs sind inzwischen so gut, dass sie diesen Schritt vielleicht gar nicht benötigen – im Kader stehen sie sowieso, vielleicht bekommen sie auch in naher Zukunft schon eine größere Relevanz.
WERDER.DE: Wir werden den Weg weiter verfolgen. Vielen Dank für das Gespräch, Peter!
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