"Vorfreude auf alles, was noch kommt"
DIE U19-VIZEEUROPAMEISTERINNEN FELICIA STRÄßER UND MARIE GMEINEDER IM INTERVIEW
21.07.26 von Fiona John | 4 Min
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Felicia Sträßer und Marie Gmeineder haben aufregende Wochen hinter sich. Die beiden Neuzugänge der WERDERFRAUEN entschieden sich für einen Wechsel an die Weser, holten Silber bei der U19-Europameisterschaft und reisten, kaum in Bremen angekommen, mit dem Team ins Trainingslager. Im Doppelinterview mit WERDER.DE sprachen die beiden 18-Jährigen über den Turniererfolg, das Ankommen beim SVW und die ersten Eindrücke.
WERDER.DE: Moin Feli, moin Marie. Vor elf Tagen standet ihr noch im U19-EM-Finale, jetzt steckt ihr hier mit den WERDERFRAUEN mitten in der Vorbereitung für die neue Saison. Könnt ihr überhaupt realisieren, was in den letzten Tagen und Wochen alles passiert ist?
Felicia Sträßer: Es ist gar nicht so leicht, weil alles Schlag auf Schlag ging. Wir hatten bisher wenig Zeit das Turnier Revue passieren zu lassen. Trotzdem haben wir direkt nach dem Finale, als wir den Abend mit unseren Eltern verbracht haben, schon gespürt, dass wir Großes erreicht haben und stolz sein können. So richtig angekommen ist es bei mir aber noch nicht.
Marie Gmeineder: Man hatte noch nicht viel Zeit darüber nachzudenken. Es kam so viel Neues dazwischen und man war schon gespannt auf das Trainingslager, die neuen Gesichter und auf alles, was auf einen zukommt. Deswegen habe ich es noch nicht komplett realisiert, bin aber sehr stolz, dass wir im Finale standen und die Silbermedaille geholt haben.
WERDER.DE: Ihr sagt es schon, ihr seid sehr stolz auf die Silbermedaille, auch wenn ihr das Finale verloren habt. Wie ist das Gefühl jetzt mit ein paar Tagen Abstand?
Felicia Sträßer: Am Anfang waren wir etwas niedergeschlagen. Wir waren so nah dran und haben uns für das Finale natürlich viel vorgenommen. Unsere Trainerin (Melanie Behringer, Anm. d. Red.) hat uns aber gesagt, wir haben uns schon vor dem Spiel mit Silber belohnt. Es fühlt sich toll an, dass wir aus dem Turnier etwas Handfestes und nicht nur die schönen Erinnerungen mitgenommen haben. Damit hat keine von uns vorher gerechnet.
Marie Gmeineder: Wenn man im Finale steht, will man natürlich gewinnen. Nach dem Spiel waren wir enttäuscht, weil wir so nah dran waren und den Pokal gerne in die Luft gestreckt hätten. In den Tagen danach waren wir aber sehr stolz auf das, was wir erreicht haben. Unser erstes Ziel war ja überhaupt, an der EM teilzunehmen. Während des Turniers haben wir von Spiel zu Spiel geschaut. Im Finale spielen zu dürfen, war dann etwas sehr Besonderes.
WERDER.DE: Hat die Medaille einen besonderen Platz bekommen?
Felicia Sträßer: Bei mir noch nicht, ich hatte noch gar keine Zeit, zuhause anzukommen und alles auszupacken. Es ging für mich direkt mit dem Umzug nach Bremen weiter. Sie wird aber einen besonderen Platz bekommen.
Marie Gmeineder: Ich habe die Sachen von der EM zuhause abgestellt und die Tage erstmal genutzt, um den Kopf frei zu bekommen. Die Medaille wird aber auf jeden Fall einen Platz bekommen, wo ich sie oft sehen kann.
WERDER.DE: Ihr habt schon gesagt, nach der EM ging es Schlag auf Schlag und quasi ohne Pause nach Bremen. Wie war der Übergang von der U19 zu den WERDERFRAUEN?
Felicia Sträßer: Wir haben nach dem Turnier noch ein paar Tage frei bekommen, um uns vor allem körperlich zu erholen. Dann ging es aber schnell nach Bremen, da die Vorbereitung ja schon begonnen hatte und wir nicht viel verpassen wollten. Das Team hat uns den Einstieg leicht gemacht. Nach so einem Turnier hat man ja auch mal genug von Menschen, wenn man mehrere Wochen aufeinander hockt. Dennoch ist es mir hier echt leichtgefallen, direkt neue Mitspielerinnen kennenzulernen, weil die Stimmung in der Mannschaft einfach sehr angenehm ist.
Marie Gmeineder: Die paar freien Tage taten echt gut, um körperlich zu entspannen, aber auch um den Kopf frei zu bekommen und alles zu sortieren. In Bremen angekommen, hat uns die Mannschaft gut aufgenommen. Dazu wohnen wir in einem Haus mit zwei Mitspielerinnen, die uns direkt mitgenommen haben. Ich fühle mich sehr wohl.
WERDER.DE: Zeit zum Einleben hattet ihr quasi keine. Wärt ihr gerne erstmal in Bremen angekommen oder ist das Trainingslager ein guter Einstieg?
Felicia Sträßer: Einerseits wäre es gut gewesen, schon eine Woche eher in Bremen zu sein und sich seine Wohnung einzurichten und anzukommen. Andererseits ist das Trainingslager für das Team perfekt, weil wir viel Zeit miteinander verbringen und die Möglichkeit haben, die anderen Spielerinnen besser kennenzulernen. Deshalb war es uns so wichtig, im Trainingslager schon dabei zu sein.
Marie Gmeineder: Wir haben noch gar nicht so viele Sachen mitgenommen, den richtigen Umzug werden wir dann in der Pause nach dem Trainingslager machen. Es war aber gut, dass wir schon ein paar Tage vorher in Bremen waren und schon mal die Umgebung kennenlernen konnten. Hier im Trainingslager ist es natürlich gut, die Abende gemeinsam zu verbringen und sich ins Team zu integrieren.
"Die Mannschaft hat uns so gut aufgenommen, dass man gar nicht das Gefühl hat, so weit von zuhause weg zu sein."
WERDER.DE: Für euch beide ist der Wechsel nach Bremen das erste Mal, dass ihr eure Heimat verlasst. Wie leicht oder schwer fällt euch dieser Schritt?
Felicia Sträßer: Es macht schon was mit einem, wenn man in jungen Jahren sein Zuhause und sein gewohntes Umfeld mit den Freunden und der Familie verlässt. Trotzdem war bei mir die Vorfreude so groß, dass ich das gar nicht negativ gesehen habe. Ich habe jetzt die Möglichkeit, in meiner eigenen Wohnung zu wohnen und alles einzurichten.
Marie Gmeineder: Natürlich ist es keine einfache Entscheidung, so weit von zuhause wegzugehen. Aber die Mannschaft und die Verantwortlichen haben mir die Entscheidung relativ leichtgemacht. Ich wollte dann unbedingt hierherkommen und habe mich sehr darauf gefreut. Zudem hat uns die Mannschaft so gut aufgenommen, dass man gar nicht das Gefühl hat, so weit von Zuhause weg zu sein.
WERDER.DE: Hilft es beim Ankommen, dass ihr gerade erst zusammen bei der Nationalmannschaft wart?
Felicia Sträßer: Ja, das würde ich schon sagen. Als Neue ist es immer schwierig, aber, wenn man jemanden hat, mit dem man alles zusammen machen kann, ist es einfacher. Da bin ich froh, dass es Marie ist.
Marie Gmeineder: Es ist immer gut, wenn man schon jemanden kennt und sich gut versteht. Wir kennen natürlich auch noch Maria Penner von der Nationalmannschaft und ich kenne Sarah Ernst aus München. Die haben uns direkt mit eingebunden.
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WERDER.DE: Feli, mit Isabella Jaron und Elena Mühlemann hast du gleich zwei Mitspielerinnen mit an die Weser genommen. Es hat sich also für dich nicht alles verändert. Konntest du nach 14 Jahren Jena dennoch bereits Unterschiede in Bremen feststellen?
Felicia Sträßer: Die Strukturen, die Größe des Staffs. Es ist alles geregelt. Wir bekommen Frühstück und Mittagessen. Insgesamt wird einem einfach alles sehr leicht gemacht, um professionell arbeiten zu können. Da ist man schon einen Schritt weiter als in Jena.
WERDER.DE: Marie, während Feli bereits auf zwei Spielzeiten in der Google Pixel Frauen-Bundesliga zurückblicken kann, hast du bisher nur wenige Minuten in der Liga gesammelt. Diese aber ausgerechnet in Bremen. Welche Erinnerungen hast du an dein Debüt auf Platz 11?
Marie Gmeineder: Ein Debüt ist immer besonders, das werde ich nie vergessen. Das aber ausgerechnet in Bremen gehabt zu haben, ist schon nochmal cooler. So konnte ich Platz 11 und die Fans kennenlernen, die sehr laut waren. Es bereitet mir sehr viel Freude, dass die Fans jetzt für meine Mannschaft schreien.
WERDER.DE: Das erste Testspiel und die ersten Einheiten liegen hinter euch. Wie ist euer bisheriger Eindruck?
Felicia Sträßer: Es hat sehr viel Spaß gemacht, das erste Mal für Werder zu spielen. Natürlich muss sich fußballerisch noch einiges finden, es sind sehr viele Neue dazugekommen, aber dafür sind Trainingslager und Vorbereitung da. Mein erstes Gefühl ist sehr positiv und sorgt für Vorfreude auf alles, was noch kommt.
Marie Gmeineder: Mein erster Eindruck ist sehr positiv. Das Spiel und die Trainingseinheiten haben viel Spaß gemacht. Natürlich haben wir noch viel Arbeit vor uns und müssen uns finden. Aber ich bin mir sicher, dass das gut funktionieren wird. Die Intensität ist sehr gut und wir haben ein hohes Niveau auf dem Platz.
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WERDER.DE: Worauf freut ihr euch in der restlichen Vorbereitung?
Felicia Sträßer: Auf die Spiele, Trainingseinheiten und die Teamevents. Aber vor allem natürlich auf den Saisonstart und die Spiele auf Platz 11 mit den Fans.
Marie Gmeineder: Ich freue mich auf die Zeit mit dem Team. Natürlich auf die Trainings und Testspiele, aber auch auf die Sachen außerhalb des Platzes. Besonders freue ich mich auf das erste Bundesliga-Spiel im Werder-Trikot und die Fans.
WERDER.DE: Vielen Dank euch beiden für das Interview!
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