"Wenn das Umfeld passt, ist mir egal, wo ich bin"
NEUZUGANG LILLI PURTSCHELLER ÜBER IHRE ERSTEN WOCHEN IN BREMEN
23.07.26 von Fiona John | 3 Min
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Als Nachzüglerin reiste Lilli Purtscheller am Mittwochnachmittag nach Hoenderloo, um dem Trainingslager der WERDERFRAUEN für die restliche Zeit in den Niederlanden beizuwohnen. Die 22-Jährige arbeitet nach ihrem Kreuzbandriss im vergangenen Sommer noch individuell, hofft aber, so bald wie möglich ins Mannschaftstraining einsteigen zu können.
Dass ihr Wechsel an die Weser schon während der laufenden Saison feststand, hatte auch mit der Verletzung der Österreicherin zu tun. „Wenn man fit ist und im Spielbetrieb steckt, schiebt man die Gespräche nach hinten, um sich auf die Spiele zu konzentrieren“, erklärt Purtscheller. Trotz feststehenden Wechsels war das große Ziel der Offensivspielerin, noch einmal für die SGS Essen aufzulaufen und am letzten Spieltag der Saison 2025/26 ihr Comeback zu geben. „Es ist aber schwer vorherzusagen, ob das klappt, weil man von Woche zu Woche schauen muss. Im Nachhinein betrachtet bin ich sehr glücklich, dass ich noch ein Spiel für Essen gespielt habe.“
Ein Spiel, das die 22-Jährige nicht so schnell vergessen wird. Denn ihr Comeback geriet mit dem besiegelten Abstieg der SGS erstmal in den Hintergrund. Dennoch ist Purtscheller nach ihrer Rückkehr besonders eins: Dankbar. „Nach so einer langen Verletzungszeit – für mich schon die zweite nach einem Kreuzbandriss – verspüre ich große Wertschätzung, wenn ich wieder auf dem Platz stehen kann.“ Auf das Comeback folgten leichte Beschwerden im Knie, die dafür sorgten, dass die ersten Tage in Bremen Reha-Tage wurden. „Ich bin viel im Kraftraum und bei der Physio, aber auch mit dem Rehatrainer und Tuana auf dem Platz. Das Ziel ist es, möglichst bald ins Mannschaftstraining einzusteigen.“
Gemeinsam mit Tuana Mahmoud und Caroline Siems wird fleißig am Comeback geschuftet. „Tuana und ich kennen uns schon ein wenig, weil wir den gleichen Berater haben. Caro habe ich zwar gerade erst kennengelernt – es fühlt sich aber nach drei Wochen schon an, als wäre es eine Ewigkeit“, so Purtscheller und ergänzt: „Es ist einfach viel cooler, die schwierige Zeit, in der man nicht auf dem Platz stehen kann, zusammen durchzustehen.“ Am Mittwoch stieß das Dreiergespann zum Trainingslager der WERDERFRAUEN hinzu. Ein wichtiger Schritt für Werders neue Nummer 7. „Ich will ja schnell alle Mädels kennenlernen. Für mich ist es gerade ein bisschen schwieriger, weil sich oft die Beziehungen auf dem Platz finden. Ich verstehe mich trotzdem schon sehr gut mit allen und das Trainingslager verstärkt das Gefühl, näher beim Team zu sein.“
An ihrer Seite hat die Österreicherin zudem einige bestens bekannte Mitspielerinnen, die ihr das Ankommen bei Werder erleichtern. „Mariella El Sherif und Julia Magerl kenne ich schon ewig, aber auch mit Chiara D'Angelo habe ich alle U-Mannschaften durchlaufen. Wir kennen uns auf dem Platz, aber auch außerhalb, in und auswendig. Das hat alles sehr viel leichter gemacht.“ Für die 22-Jährige gilt es jetzt, sich schnellstmöglich einzugewöhnen und in Bremen anzukommen. „Die Stadt ist viel schöner, als ich sie mir vorgestellt habe. Ich habe mich schon sehr gut eingelebt. Bei mir ist es immer so: Wenn das Umfeld passt, ist mir egal, wo ich bin.“
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