„Vielleicht muss dich der Trainer bei den Ecken mit reinschicken“

OLIVIER DEMAN UND SENNE LYNEN IM DOPPELINTERVIEW

23.07.26 von Moritz Studer | 4 Min

Ein Belgier kommt selten allein. Zumindest galt das für den Transfersommer 2023. Damals wechselte Senne Lynen an die Weser, nur 23 Tage später folgte Landsmann Olivier Deman. Obwohl die beiden in der gleichen Stadt geboren sind, kreuzten sich ihre Wege erst am Osterdeich. Im Doppelinterview verrät das Werder-Duo, wie tief ihre Freundschaft mittlerweile geworden ist.

WERDER.DE: Moin ihr beiden, wer ist von euch beiden denn der bessere Golfspieler?

Senne Lynen: Auf jeden Fall Olli.

WERDER.DE: Das ist sehr ehrlich.

Olivier Deman: Das liegt daran, dass ich einfach häufiger spiele.

Senne Lynen: Wie lange spielst du denn schon?

Olivier Deman: Seit ungefähr zwei Jahren und seitdem schon etwas häufiger.

WERDER.DE: Scheinbar bringt es euch aber beiden so viel Spaß, dass ihr euch mit ein paar belgischen Fußball-Kollegen im Urlaub auf dem Grün getroffen habt.

Olivier Deman: Ja, das war in Portugal. Wir hatten das schon seit vier, fünf Monaten geplant. Dann waren von uns beiden noch Leute aus Belgien da und das hat mir sehr viel Spaß gemacht – und ich glaube Senne auch.

Senne Lynen: Ja, das war wirklich super. Wir waren acht Spieler und jeder kannte einander. Wir waren einfach viele Freunde und das war wirklich toll.

WERDER.DE: Ihr beide habt euch erst in Bremen kennengelernt. Ist in diesen drei Jahren eine tiefe Freundschaft entstanden?

Senne Lynen: Auf jeden Fall. Wir hatten vorher schon ein paar gemeinsame Freunde, wir haben uns aber beide nicht richtig gekannt. Das ging in Bremen aber ganz schnell.

Olivier Deman: Senne war auch auf meiner Hochzeit. Wir haben uns hier schnell angefreundet.

Die Spieler fahren auf Fahrrädern durch das Zillertal.
Senne Lynen setzt aufgrund Problemen mit der Bauchmuskelatur das Training bisher aus (Foto: W.DE).

WERDER.DE: Ihr seid beide in Antwerpen geboren, seid nur ein Jahr auseinander und seid beide Profifußballer geworden. Hätte sich euer Weg nicht schon vorher kreuzen müssen?

Olivier Deman: Ich bin schnell in eine andere Stadt gezogen. Wir waren aber gleichzeitig bei Club Brügge in der Jugend.

WERDER.DE: Und seid euch dort nicht über den Weg gelaufen?

Olivier Deman: Senne war ein Jahr älter als ich, weswegen wir nicht zusammengespielt haben. Die Zeit war auch nur sehr kurz und es ist mittlerweile schon über zehn Jahre her.

Senne Lynen: Damals gab es auch noch viel drumherum zu tun. Wir waren auch auf zwei unterschiedlichen Schulen.

WERDER.DE: Vor euch haben nur drei Belgier für Werder gespielt. Gemeinsam mit Samuel Mbangula seid ihr derzeit auch zu dritt. Ist Werder nun nicht mehr nur für Österreicher, sondern auch für Belgier eine gute Anlaufstelle?

Olivier Deman: Werder ist für viele Nationen eine gute Anlaufstelle. Wir haben viele Österreicher, aber auch für Belgier ist Bremen ein guter Ort. Der Weg ist ja auch nicht so weit.

WERDER.DE: Belgien ist allerdings nicht unbedingt für hohe Berge bekannt. Wie gefällt es euch hier im Zillertal?

Senne Lynen: Mir gefällt es sehr. Wir möchten immer dabei sein, weil das Hotel super ist. Die Leute sind sehr freundlich, viele Fans sind vor Ort und als Mannschaft wachsen wir zusammen. Das Wetter ist auch besser als letztes Jahr und die frische Luft in den Bergen tut auch immer gut.

Olivier Deman: Ich bin zwar eher der Strand-Mensch, finde es aber auch sehr cool. Nur im Winter gefällt es mir noch besser. Wir haben hier alles, was wir brauchen – und noch mehr.

WERDER.DE: Olli ist in der Rückrunde so richtig bei Werder angekommen. Warum ist ihm genau jetzt der Durchbruch gelungen, Senne?

Senne Lynen: Wie so oft hängt vieles mit Glück und Pech zusammen, auch im Fußball. Er hat mit Verletzungen eben oft Pech gehabt. Warum ihm der Durchbruch genau jetzt gelungen ist, ist schwer zu sagen. Ich habe die Qualität in ihm früh gesehen. Ich bin sehr froh, dass ihm der Durchbruch jetzt gelungen ist und alle seine Stärke sehen können.

Olivier Deman im Gespräch mit Christian Groß.
Olivier Deman gelang in der Rückrunde der letzten Saison der Sprung zum Stammspieler (Foto: W.DE).

WERDER.DE: Andersrum hat Senne die 100-Spiele-Marke geknackt, ein Tor fehlt ihm aber noch. Warum wird er dieses Kapitel bald schließen, Olli?

Olivier Deman: Er war schon so oft so nah dran. Er ist auch immer weiter weg vom Tor und kommt nicht so oft in die Position. Wenn er den Ball dann optimal trifft, haben die Torhüter leider immer gut gehalten. Das Tor wird aber ganz sicher kommen. Gegen Leverkusen hast du vor Coulis Tor auch die Latte getroffen, oder?

Senne Lynen: Ich habe die letzte Saison einmal Latte und zwei Mal den Pfosten getroffen (schmunzelt).

Olivier Deman: Vielleicht muss der Trainer dich bei den Ecken mit reinschicken. Du hast auch einen guten Kopfball (schmunzelt).

WERDER.DE: Wenn du dir eine Stärke von Senne für dein Spiel aussuchen dürftest. Welche wäre das, Olli?

Olivier Deman: Er weiß immer was passiert. Senne weiß beim ersten Kontakt, wo der Gegner in seinem Rücken steht und wo die Mitspieler sind. Wenn ich was aussuchen müsste, würde ich das Gefühl dafür nehmen.

WERDER.DE: Wir stellen dir die gleiche Frage andersrum, Senne.

Senne Lynen: Ich würde auf jeden Fall seinen linken Fuß nehmen. Dann hätte ich meinen Rechten und seinen Linken – das passt gut.

WERDER.DE: Vielen Dank für das Gespräch ihr beiden!

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