Defayay-Verletzung überschattet Werder-Coup gegen Leipzig

SPIELBERICHT ZUM 29:24-HEIMSIEG

15.02.26

Foto: hansepixx

Dem SV Werder Bremen ist es am 18. Spieltag der 2. Alsco Handball-Bundesliga Frauen als erstem Team gelungen, dem unangefochtenen Tabellenführer und designierten Erstliga-Aufsteiger HC Leipzig die Punkte streitig zu machen. Die Grün-Weißen feierten einen 29:24 (17:13)-Heimsieg.

Den Grundstein für den überraschenden Coup legten eine herausragende Defensivarbeit und eine clevere Angriffsleistung. Leni Ruwe, am Ende mit acht Toren beste Werder-Schützin, eröffnete mit ihrem Treffer zum 1:0 den Torreigen. Und die Werderanerinnen erlaubten den Gästen in der Folgezeit keine einzige Führung. Beim 9:9 in der 17. Minute schaffte Leipzig letztmals den Gleichstand, ehe Treffer von Mara Birk, Meike Becker und Leni Ruwe erstmals für eine Drei-Tore-Führung (12:9, 20. Minute) sorgten. Mit einem 17:13 für den SV Werder gingen die beiden Mannschaften nach dem ersten Durchgang in die Kabine.

Die stabile Leistung in den ersten 30 Minuten war auch deshalb eindrucksvoll, weil die Grün-Weißen – wie auch die knapp 350 Zuschauenden in der Klaus-Dieter-Fischer-Halle – nach 13 Spielminuten einen Schockmoment erlebten: Werders Kreisläuferin und Mannschaftsführerin Alina Defayay traf zur 8:7-Führung, verletzte sich dabei am Knie und blieb nach dem Torwurf unter Schmerzen liegen. „Alina hat bis zu diesem Zeitpunkt hervorragend unsere Defensive zusammengehalten“, lobte Werder-Cheftrainerin Renee Verschuren. „Ihr Ausfall war ein herber Rückschlag für uns. Wie die Mannschaft diesen weggesteckt und einfach weitergearbeitet hat, war wirklich stark.“

Auch aus der Kabine kamen die Grün-Weißen hoch konzentriert und bauten den Vorsprung bis zur 37. Minute sogar auf 21:15 aus. Doch der Tabellenführer gab sich nicht geschlagen und verkürzte nach und nach bis zum 24:22 (53.). Das Spiel drohte zu kippen, doch der SV Werder hatte die passende Antwort und sorgte mit Treffern durch Luca Schumacher und Tessa Budelmann für das 26:22 (55.). Damit war die Vorentscheidung gefallen. Denn diesen Vorsprung ließen sich die Gastgeberinnen nicht mehr nehmen und bejubelten am Ende einen 29:24-Erfolg.

„Wir wussten, dass wir Leipzig im Positionsspiel sehr gut bearbeiten können und hatten uns dementsprechend auf den gegnerischen Angriff eingestellt. Die Spielerinnen haben den Matchplan sensationell umgesetzt“, freute sich Werder-Cheftrainerin Renee Verschuren über die wohl bisher beste Abwehrleistung ihres Teams in dieser Saison. Dabei schafften die Grün-Weißen das Kunststück, trotz kompromissloser Deckungsarbeit keine einzige Zeitstrafe zu kassieren. „Das zeigt, wie stark wir zusammengearbeitet haben“, resümierte Verschuren und analysierte weiter: „Da wir auch im Angriff bis auf eine Phase in der zweiten Halbzeit sehr überlegt gespielt, geduldig unsere Chancen herausgearbeitet und dann größtenteils auch verwertet haben, ist Leipzig auch nicht in sein Tempospiel gekommen.“

Der Lohn für den starken Auftritt: In der Tabelle kletterte der SV Werder mit nun 18:16 Zählern auf Rang acht. Die Herausforderungen werden derweil nur unwesentlich kleiner: Dem Coup gegen den Spitzenreiter folgt am kommenden Samstag, 21.02.2026, die weite Reise zum Tabellenzweiten TG Nürtingen (Anpfiff: 19.30 Uhr). Das 24:34 (8:18) im Hinspiel war die bisher einzige Partie in dieser Saison, in der die Werderanerinnen nahezu chancenlos waren. „Wir wollen den derzeitigen Schwung nutzen und uns sehr viel besser präsentieren als im Hinspiel“, blickt Verschuren voraus. „Wenn wir wieder eine Leistung wie gegen Leipzig auf die Platte bringen, können wir auch in Nürtingen punkten.“

Für den SV Werder spielten: Wioleta Pajak, Yasmin Friesen – Leni Ruwe (8), Tessa Budelmann (4), Luca Schumacher (4), Meike Becker (3), Emma Ruwe (3), Mara Birk (3/3), Anna Lena Bergmann (2), Alina Defayay (1), Malin Pods (1), Lisa Munderloh, Lara Niemann

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