"Diese Währung hätte mir kein anderer Klub geben können"
NICLAS FÜLLKRUG BEI SEINER VORSTELLUNG IN DER MIXED ZONE
19.08.26 von Moritz Studer | 4 Min
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Niclas Füllkrug ist zurück an der Weser! Die Nachricht der Leihe des 33-Jährigen zum SV Werder Bremen verbreitete sich schnell in ganz Fußball-Deutschland. Als Füllkrug am Mittwochnachmittag den Journalist*innen im Weserstadion vorgestellt wurde, war die Nachfrage nach Werders Nummer 10 entsprechend groß. Der Torjäger sprach dabei über…
…seine Ankunft: „Es war viel los. Ich freue mich, hier zu sein. Es war eine bewusste Entscheidung, sich für das Richtige zu entscheiden. Die Gespräche waren gut, wir haben immer ein Auge aufeinander gehabt. Für mich ist wichtig, in einem guten Umfeld zu sein – und für mich gibt es menschlich wie fußballerisch kein besseres als Werder Bremen.“
…einen Gehaltsverzicht: „Ich verzichte nicht, sondern werde in einer anderen Währung bezahlt – die lautet Emotion und Leidenschaft. Diese Währung hätte mir kein anderer Klub geben können. Ich war mit Clemens, Peter und Markus immer wieder im Austausch und wir mussten Rücksicht auf West Ham nehmen. Als es dann glücklicherweise geklappt hat, ging es nur noch um das Wie. Eine Leihe nach Hause fühlt sich merkwürdig an, denn es ist eher ein nach Hause kommen.“
…seine Zwischenstationen: „Dortmund war durchweg positiv und vielleicht das fußballerisch beste Jahr meiner Karriere. Als ich damals hingegangen bin, musste ich mich auf ein neues Level bringen und konnte zum Glück bestehen. Nachdem ich 15 Jahre nur in der Bundesliga gespielt habe, stellst du dir die Frage, ob du nochmal ein Abenteuer erleben willst. Das war definitiv nicht die erfolgreichste Zeit meiner Karriere, aber beim AC Mailand mit der 9 auf dem Rücken zu spielen, war definitiv was Positives. Wer die Spiele gesehen hat weiß auch, dass ich es nicht schlecht gemacht habe. Ich bin stolz darauf, den Klub in meiner Vita zu haben.“
…Anlaufzeit: „Ich kann bestätigen, dass ich in einem guten Zustand bin. Ich habe sehr professionell trainiert und habe bei West Ham nur die letzte Woche individueller gestalten müssen. Wenn du fit bist, kannst du gut arbeiten. Menschlich brauche ich keine Anlaufzeit, nur mit dem Trainer habe ich noch nicht zusammengearbeitet. Ich habe hier schon bewiesen, dass ich funktioniere und möchte mit diesem Selbstvertrauen die Aufgabe angehen.“
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…Werder in Relation zu vorherigen Klubs: „Werder ist da gut aufgestellt. Die Menschen machen einen Ort besonders. Es ist schon verrückt, dass Werder es schafft, dass Spieler immer wieder zurückkommen wollen. Immer wieder lassen sich Spieler darauf ein, auch wenn sich erfolgreichere Mannschaften melden. Die Erfahrungen bei Dortmund, West Ham und Milan waren toll. Aber hier habe ich im Stadion gewohnt und bin vollkommen damit zufrieden, hier zu sein.“
…seinen Blick auf Werders letzte Saison: „Ich habe gar nicht so sehr mitgelitten, weil ich die Situation vertanden habe. Es gab große Jahre mit der Champions League und großen Spielen. Aber Werder hat Jahr für Jahr mehr mit der Realität zu kämpfen, weil der Anspruch hoch ist an den Klub. Der Klub hat es trotz des letztjährigen Tabellenplatzes geschafft, Marktwerte zu generieren. Wenn du mit Spielern spielst, die 30 Jahre oder älter sind, hast du eine gewisse Stabilität und Ruhe auf dem Platz. Der Verein hat aber auf junge Spieler gesetzt. Das ist ein Prozess, in dem Werder seit Jahren steckt. Das ist auch ein Erfolg, den man nicht vergessen darf.“
…sein Standing: „Wenn es uns einen Vorteil bringt, Spiele zu gewinnen, ist es wichtig, als Mannschaft das zu nutzen, was ich ausstrahle. Was ich bin und wofür ich stehe, hat sich entwickelt und war nicht von Beginn an so. Salim bringt vielleicht mehr Leichtigkeit mit, bei mir ist es die Erfahrung. Als Team sollten wir alles bestmöglich nutzen, um gut abzuschneiden. Die ersten zwei Jahre hatte ich viel Pech, das Aufstiegsjahr war fast die schönste Saison für mich. Es hat so viel Spaß gemacht, denn der Zusammenhalt war besonders und daraus entstehen oft besondere Momente.“
…den Stand der Vorbereitung: „Dass die Vorbereitungsspiele nicht durchweg positiv waren, hat nicht immer was auszusagen. Ich habe viele Vorbereitungen gespielt, die Weltklasse liefen und dann war die Saison gar nichts. Wir bleiben ganz ruhig, denn wichtig ist erstmal, dass wir ein klares Ergebnis im DFB-Pokal erreichen. Am 1. Spieltag haben wir mit Freiburg einen guten Gradmesser, wo wir läuferisch und energetisch alles tun wollen, um ein gutes Ergebnis zu erzielen. Nach der WM weiß niemand, wo er wirklich steht. Wir haben eine gute Grundqualität.“
…die Rückennummer 10: „Sie ist eine magische Nummer, ich habe aber nicht nach ihr gefragt. Ich habe den Verantwortlichen gesagt: Wenn ihr denkt, dass ich der Richtige bin, trage ich sie gerne. Jetzt freue ich mich, das ich die Nummer habe, bin da aber relativ entspannt.“
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