Werder-Debütantin Purtscheller: „Unfassbar glücklich und dankbar“

LILLI PURTSCHELLER FEIERT GEGEN DEN HSV IHR WERDER-DEBÜT

18.08.26 von Noah Kerndt | 4 Min

Lilli Purtscheller läuft auf dem Platz im Heimtrikot.

An den 5:1-Testspielsieg der WERDERFRAUEN gegen den HSV werden alle, die es mit Grün-Weiß halten, gerne zurückdenken. Besonders Neuzugang Lilli Purtscheller, die nach ihrem zweiten Kreuzbandriss in ihrer noch jungen Karriere in Rotenburg ihr Werder-Debüt feierte, wird den Tag in besonderer Erinnerung behalten.

Es lief die 64. Spielminute, als Lilli Purtscheller mit Elena Dhont abklatschte und den Rasen in Rotenburg betrat. Zum zweiten Mal nach einer langen Leidenszeit, zum ersten Mal mit der Werder-Raute auf der Brust. „Ich bin unfassbar glücklich und dankbar, dass ich endlich wieder Fußball spielen kann und zum ersten Mal für Werder spielen durfte“, resümierte die 23-jährige Österreicherin. Emotionale Worte, die ihren langen Weg zurück auf den Fußballplatz nur vage erahnen lassen.

Mitte 2025 riss sich Purtscheller im Training der SGS Essen das Kreuzband. Zum zweiten Mal. „Nach so einer langen Verletzungszeit verspüre ich große Wertschätzung, wenn ich wieder auf dem Platz stehen kann“, sagte Werders neue Nummer 7 im Trainingslager in Hoenderloo. Für die SGS kam Purtscheller am letzten Spieltag der vergangenen Saison noch zu ihrem Comeback, leichte Beschwerden im Knie bremsten die Offensivspielerin in den ersten Tagen in Bremen jedoch noch aus.

Lilli Purtscheller sitzt nach Spielende auf dem Platz und lacht in die Kamera.
Glücklich und erschöpft: Lilli Purtscheller feierte gegen den HSV nach mehrwöchigem Aufbautraining ihr Werder-Debüt (Foto: WERDER.DE).

Nun also endlich, eine Woche vor dem Ligastart, das Debüt in Grün-Weiß: „Vor allem vor der Kulisse war es super schön! Es waren so viele Fans da, dass es sich nicht wie ein Testspiel angefühlt hat“, befand die österreichische Nationalspielerin und betonte: „Das Wichtigste war, dass wir den Sieg eingefahren und uns damit ein gutes Gefühl für den Saisonstart geholt haben.“

Ein Sieg, an dem die eingewechselte Purtscheller direkt ihren Anteil hatte: Gut zehn Minuten nach ihrer Einwechslung spurtete die Flügelflitzerin los und erreichte einen perfekt getimten Flugball von Torhüterin Mariella El Sherif vor ihren Gegenspielerinnen. „Mari und ich kennen uns schon sehr lange. Obwohl wir auf unseren Positionen so weit voneinander entfernt spielen, haben wir eine Connection auf dem Platz. In dem Moment haben wir uns kurz angeschaut. Mari wusste sofort, dass ich jetzt den Laufweg mache, und ich wusste, dass sie mir den Ball spielen wird“, erklärte Purtscheller.

Julia Mager, Lilli Purtscheller und Mariella El Sherif lachen nach dem Testspiel gegen den HSV in die Kamera. Magerl und El Sherif machen eine Geste mit der Hand, die ein "L" für Lilli darstellt.
Lilli Purtscheller und Mariella El Sherif spielten schon bei Sturm Graz und in der österreichischen Nationalmannschaft zusammen (Foto: WERDER.DE).

Auf dem Weg zu ihrem ersten Werder-Tor umkurvte die 23-Jährige die HSV-Torhüterin Jule Baum und wurde von ihr von den Beinen geholt. Den anschließenden Elfmeter verwandelte Isabella Jaron sicher zum 3:1. „Dass es dann so aufgeht und zum Elfmeter für uns führt, ist natürlich cool. Es gibt sehr wenige Torfrauen, die diese Bälle so punktgenau spielen können.“

Nach einer halben Stunde hatte Purtscheller dann wieder Feierabend und wurde auf der Werder-Bank von Trainerteam und Mitspielerinnen geherzt. Eine Woche vor dem Start in die Google Pixel Frauen-Bundesliga erlebte Lilli Purtscheller einen Tag, den sie so schnell nicht vergessen wird und auf den noch viele folgen sollen. „Ich hoffe auf viele weitere coole Spiele mit den Mädels“, so Purtscheller.

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