Gold, Silber und Bronze

Stina Seidler ist zurück in der deutschen Spitze - sie gewann Gold in Wetzlar © Jörg Großmann
Leichtathletik
Montag, 17.06.2019 / 08:03 Uhr

Olaf Kelterborn

Großartige Erfolge erkämpften sich Werders Leichtathleten bei den deutschen U23 Meisterschaften in Wetzlar. In gleich drei Disziplinen standen sie auf dem Siegerpodest und holten die gesamte Medaillenkollektion nach Bremen. Für den einzigen Titel sorgte Stabhochspringerin Stina Seidler.

Es war die Überraschung des Wochenendes, Stina Seidler gewann die Stabhochsprungkonkurrenz bei den Deutschen U23 Meisterschaften in Wetzlar mit einer neuen persönlichen Besthöhe von 4,20m. „Das ist schon eine ganz besondere Geschichte“, fasste es Sportwart Andrei Fabrizius zusammen. „Stina hatte keine leichte Zeit in den letzten Monaten und sie war auch bis vor wenigen Tagen noch sportuntauglich geschrieben und dann haut sie bei solch einem Saisonhöhepunkt eine Bestleistung raus, eine top Leistung, zu der man ihr nur gratulieren kann.“  

In der Tat war es ein Tag, an dem bei Stina Seidler alles funktioniert hat. Die Bremerin, die in der Stabhochsprunggruppe in Potsdam unter Disziplin-Bundestrainer Stefan Ritter trainiert, aber nach wie vor das grün-weiße Werder-Trikot trägt, stieg bei 3,80m ein und übersprang diese Höhe ganz souverän. Etwas zittern war dann bei 4,00 Metern angesagt, als sie erst im dritten Durchgang über die Latte sprang. Danach lief es aber immer besser, sowohl über 4,10m als auch über 4,20m sprang sie jeweils im zweiten Versuch. Ihr Trainer war dementsprechend hoch zufrieden: „Wir wussten immer, dass sie es kann. Aber heute hat sie auch ihren Kopf beisammen gehabt und sich von Sprung zu Sprung gesteigert“, sagte Stefan Ritter. Seidlers neue persönliche Bestleistung bedeutete gleichzeitig auch eine Verbesserung des Bremer Landesrekordes, den sie 2013 in Rostock selbst aufgestellt hatte.

Fabian Linne sprintete erneut die EM-Norm und holte Silber über 200 Meter © Jörg Großmann

Die zweite Medaille des Wochenendes wurde auf der Laufbahn erzielt. Sprinter Fabian Linne, der vor einer Woche in Zeven über 200 Meter eine neue persönliche Bestzeit aufstellte, gehörte bereits im Vorfeld der Titelkämpfe zu den Medaillenkandidaten, allerdings „kann man eine Medaille niemals so richtig planen“, sagte sein Trainer Andriy Wornart. Im Vorlauf machte es Linne aber, trotz seiner noch jungen Karriere, ganz souverän und qualifizierte sich als Sieger seines Laufes in 21,39 sec für das A-Finale. Dort traf er auf viele starke Konkurrenten, die er größtenteils aber hinter sich lassen konnte. Lediglich Felix Straub aus Leipzig war an diesem Tag mit 21,20 sec schneller als Linne, der sich im Ziel mit einer Zeit von 21,30 sec über die verdiente Silbermedaille freuen konnte. Zudem erfüllte er abermals die Qualifikationszeit für die Europameisterschaften, die vom 18. bis 21. Juli im schwedischen Boras ausgetragen werden. „Ob er wirklich dabei sein wird, entscheidet sich aber erst in gut zwei Wochen, wenn der Norm Wettkampf in Mannheim vorbei ist“, so Trainer Wornart. Einen Tag zuvor trat Linne auch über 100 Meter an, die er bei Meisterschaften gerne als Auftakt nutzt. Auch hier bestätigte er mit einer Zeit von 10,77 sec seine gute Form.

Zum kompletten Medaillensatz für den SV Werder fehlte nun nur noch eine Bronzemedaille und auch die sollte noch errungen werden. Im Stabhochsprung der männlichen U23 setzte Philip Kass zu einem weiteren Höhenflug an und sicherte sich das Edelmetall mit einer Höhe von 5,20m. Der Bremer Landesrekordler, der wenige Tage vor den Deutschen Meisterschaften noch die Prüfung für die Sporthochschule Köln zu absolvieren hatte und sich dementsprechend nicht optimal auf die Titelkämpfe vorbereiten konnte, zeigte in Wetzlar laut seinem Trainer und Vater Leszek Kass einen „ordentlichen Wettkampf, bei dem allerdings einige Sprünge noch zu unregelmäßig waren“.

Philip Kass sprang 5,20m und gewann Bronze

Über seine Anfangshöhe von 5,00 Metern benötigte Kass beispielsweise zwei Versuche und auch über 5,20 war er erst im zweiten Durchgang erfolgreich. Das kostet Kraft und fehlte an diesem Tag bei der Höhe von 5,30m, an der er drei Mal scheiterte. Dennoch freute er sich sehr über die DM-Medaille, und die Freude wurde nach dem Wettkampf noch gesteigert. Es sickerte nämlich die frohe Botschaft durch, dass Kass am kommenden Wochenende bei den Landesmeisterschaften in Göttingen noch eine weitere Chance haben wird die geforderte EM-Norm von 5,40m zu springen. Gleiches gilt für Stina Seidler, die für die EM eine Höhe von 4,25m springen müsste.

Als weitere Einzelstarterin trat in Wetzlar Wiebke Oelgardt im Weitsprung der weiblichen U23 an. In der starken Konkurrenz der Springerinnen wusste sie, dass sie voraussichtlich nur drei Versuche haben wird und ging entsprechend konzentriert an den Start. Nach einem ungültigen Versuch im ersten Durchgang steigerte sie sich nach und nach und erzielte nach 5,04m in Durchgang Zwei ihre Beste Weite im dritten Versuch. Mit 5,34m landete sie letzten Endes auf einem ansprechenden 15. Rang in Deutschland. Pech hatte derweil das 4x100m Staffelquartett, zu dem Oelgardt ebenfalls gehörte. Das Team, welches in der Besetzung Wiebke Oelgardt, Yelena Pelz, Pauline Arndt und Sarah Narloch antrat, lag aussichtsreich im Rennen und auf dem Weg zu einer guten Zeit, patzte dann allerdings bei einem Wechsel und „schon war der Traum von einer guten Platzierung ausgeträumt“, so Trainer Andrei Fabrizius, der aber schnell wieder nach vorne blickte: „Das gehört einfach bei Staffelwettbewerben dazu, schade war es heute, aber die Mädels werden sich an anderer Stelle belohnen, da bin ich sicher.“

Besser machte es das 4x400m Staffelteam der männlichen U20. Leo Haupt, Rasmus Klamka, Jannick Schneider und Joop Naumann nutzten die Gunst der Stunde gegen die besten U20 Mannschaften Deutschlands anzutreten und verbesserten ihre persönliche Bestzeit um mehr als eine Sekunde auf 3:28,30. Damit belegten sie im starken Feld den 13. Rang, ein tolles Resultat für das junge Werder Team.

Das 4x400m Staffelteam lief persönliche Bestzeit in Wetzlar
 

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