Ein Marathon der Superlative

Birte Bernhardt lief den Supermarathon und Arne Gresens den Marathon
Leichtathletik
Montag, 22.05.2017 // 10:52 Uhr

Olaf Kelterborn

Mit drei Läufern reiste Werders Laufteam A zum diesjährigen Rennsteiglauf. Birte Bernhardt und Thomas Adick traten im Supermarathon über 73,5 Kilometer, Arne Gresens im Marathon über 42,195 km, an.

„Warum machst Du das nur“? Diese Frage musste sich Langlauftrainerin Birte Bernhardt in den letzten Wochen und Monaten sehr oft anhören. Ihre Antwort ließ nie lange auf sich warten, sie braucht einfach immer wieder „neue Herausforderungen, kleine Abenteuer und Ziele. Mir macht es Spaß, auf so einen Wettkampf hin zu trainieren und in diesem Fall drei Marathonläufe und einen Ultralauf über 50 km als Training zu absolvieren“, so Bernhardt.  

Trotz der guten Vorbereitung ist es jedes Mal ungewiss, wie ein Wettkampftag verläuft, denn die Tagesform ist ein nicht zu unterschätzender Faktor für erfolgreiches Abschneiden. Los ging für die knapp 2.300 Ultraläufer um 6 Uhr morgens auf dem Marktplatz von Eisenach. Bernhardts Ziel war es, die ersten 25 km, auf denen es ca. 700 Höhenmeter bergauf auf den großen Inselsberg ging, sehr kontrolliert und nicht zu schnell in ca. 3 Stunden zu laufen, um genug Reserven für die folgenden 48 km zu haben. Das klappte wie geplant, allerdings gab es dabei auch ganz besondere Herausforderungen zu meistern, denn die Strecke auf dem Rennsteig ist wenig asphaltiert und voller Baumwurzeln und Steinen. Das führte zu einigen Stürzen, weil die Ultraläufer die Füße aus Kraftgründen nie höher als nötig heben. „Auch ich blieb einmal an einem Stein hängen, konnte mich aber glücklicherweise noch abfangen“, so Bernhardt.

Trotz toller Kilometerleistung war Thomas Adick enttäuscht, dass er vorzeitig aussteigen musste

An den vielen Verpflegungsstellen, wo den Läufern neben Bananenstückchen, Butter- und Nutellabroten unzählige Becher Wasser, Tee und Cola gereicht wurden, motivierten sich die Athleten jedes Mal neu für den nächsten Teilabschnitt. Bernhardt passierte die Marathon Marke nach knapp 5 Stunden und lag damit sehr gut in ihrem persönlichen Zeitplan. Auf der anspruchsvollen Strecke ging es weiter in den bekannten Wintersportort Oberhof. Bei bestem Wetter lief die Schar der Läufer anschließend hinauf auf 974 Meter, der große Beerberg war gleichzeitig der höchste Punkt der Strecke. Nach einem kurzen Tief bei 62 km lief es für Birte Bernhardt schnell wieder besser und so konnte sie „die letzten Kilometern richtig genießen und noch viele Läufer überholen“.  

Nach insgesamt 8 Stunden, 39 Minuten und 33 Sekunden überquerte Birte Bernhardt mit Tränen in den Augen überglücklich und stolz die Ziellinie in Schmiedefeld und wurde damit 22. in ihrer Altersklasse (Gesamtplatz 1009 / 106. Frau). Ihre Worte im Ziel sprachen Bände: „Genau für diese Momente auf der Zielgeraden mache ich den Sport, das war ein Gänsehauterlebnis.“  

Gerne hätte Thomas Adick diesen Moment auch erlebt. Er meisterte den ersten Teil der Strecke ausgezeichnet und war nach der Marathondistanz noch guten Mutes die gesamten 73,5 km zu laufen, jedoch machte sich zunehmend das Knie bemerkbar, so dass er bei km 54,7 freiwillig aus dem Rennen aussteigen musste. „Ich bin schon sehr enttäuscht, dass ich nicht ins Ziel laufen konnte, jedoch wollte ich auch nichts riskieren und meine Gesundheit aufs Spiel setzen, dementsprechend war der Ausstieg schon richtig“, so Adick. Eine Medaille und eine Urkunde mit seiner Zeit (7:37:02 bei 54,7 km) bekam der Werderaner dennoch.

Arne Gresens hatte sich von Anfang an „nur“ für die Marathondistanz angemeldet. Er startete um 9 Uhr mit dem Ziel „rund um die 4 Stunden und 30 Minuten im Zielort anzukommen“. Der aus seiner Sicht höchst anspruchsvolle Lauf hatte seinen ganz besonderen Reiz darin, dass nicht der Blick auf die Uhr das Tempo bestimmte, sondern allein die Atmung eine Rolle spielte. Die vielen steilen Anstiege wurden nur so schnell gelaufen, dass die Atemfrequenz sich nicht wesentlich erhöhte. „Mit dieser Taktik bin ich genauso durch das Rennen gekommen, wie ich mir das vorgestellt und gewünscht habe, dementsprechend war es ein Lauf zum Genießen in einer landschaftlich tollen Gegend“, so Gresens nach dem Rennen. Im Ziel stand für ihn eine Zeit von 4:27:34 in den Ergebnislisten, Rang 1.176 insgesamt und Platz 208 in seiner Altersklasse.  

Uwe Waldhaus meisterte den Marathon in Kopenhagen

Parallel zum Rennsteiglauf traten zahlreiche weitere Läuferinnen und Läufer der verschiedenen Werder Laufteams bei anderen Laufevents in Deutschland und im Ausland an. Uwe Waldhaus zum Beispiel trat beim Kopenhagen Marathon an und meisterte die Strecke bei warmen Temperaturen, allerdings böigem Wind, als 332. seiner Altersklasse in 3:47:59. Detlef Gajeufsky lief im Ruhrgebiet bei Vivawest Marathon mit und belegte mit seiner sehr guten Zeit von 3:33:52 den 15. Rang in der Altersklasse M50.  

Pech hatten die Athletinnen und Athleten, die sich am Freitagabend in der Bremer Innenstadt auf die Nachlaufstrecke begaben. Kurz vor dem Start setzte heftigen Regen ein, so dass es keine große Freude war die schöne Strecke Rund um den Markplatz und die Schlachte zu absolvieren. Dennoch kamen für die 10 km Läuferinnen Jelena Wiechmann, Anja Glaeske-Damaschke, Marina Thiel, Anika Jaeger und Jana Charlet jeweils Zeiten unter einer Stunde heraus. Als schnellste überquerte Jelena Wiechmann (49:36) aus der Fun-Gruppe um Trainer Olaf Kelterborn die Ziellinie, womit sie 20. der Frauenwertung wurde. Über 5 Kilometer feierte Jens Schloßstein nach langer Verletzungspause sein Comeback, er kam als 27. der M50 in 29:58 ins Ziel.

 

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