"Dranbleiben lohnt sich"

06.03.26 von Tineke Ruchel | 6 Min

Unsere Frauen bei Werder stehen für Vielfalt und genauso vielfältig sind ihre Geschichten. Bei WOMEN AT WERDER erzählen wir diese Geschichten: Für Luisa Heymanns, Teamleiterin Young Fans und Engagement, war bereits früh klar, dass sie in der Sportbranche arbeiten möchte. In einem Interview mit WERDER.DE spricht Heymanns über ihren Weg zu den Grün-Weißen, die Arbeit in einem Verein und welchen Rat sie jungen Frauen mitgeben würde.

WERDER.DE: Moin Luisa, wenn du dich in 3 Worten beschreiben müsstest, welche wären das?

Luisa Heymanns: Ich bin ein sehr strukturierter und organisierter Mensch, loyal und empathisch.

WERDER.DE: Bevor es für dich zum SV Werder Bremen ging, hast du 2019 dein Bachelorstudium Medien-, Sport- und Eventmanagement an der Macromedia in Hamburg absolviert. Wieso hast du dich damals dafür entschieden?

Luisa Heymanns: Ich bin mit dem Sport groß geworden. Ich habe über 23 Jahre lang Feldhockey gespielt und hatte schon immer eine große Begeisterung für die Organisation von Events oder Großereignissen. Gerade die EM oder WM, nicht nur im Fußball, sondern auch beim Feldhockey, haben mich schon früh begeistert. Ebenso die olympischen Spiele. Meine Familie war auch immer schon sportlich, wodurch bei mir der Wunsch, in der Sport Branche tätig zu werden, immer größer wurde. Deswegen habe ich mich damals für das Studium in Hamburg entschieden.

WERDER.DE: Was nimmst du aus dieser Zeit an der Uni mit?

Luisa Heymanns: Die Zeit an der Uni hat mich sehr geprägt. Allein den Schritt zu wagen, aus meiner Heimat in Krefeld wegzuziehen. Zwischen Krefeld und Hamburg liegen vier Stunden Fahrtzeit. Ich war das erste Mal weg von zu Hause. Das erste Mal in einem neuen Umfeld. Mir hat es damals total geholfen, dass ich auch in Hamburg weiter Feldhockey gespielt habe. Dadurch konnte ich direkt Anschluss finden. Dazu habe ich noch ein halbes Jahr in Sydney gewohnt. Eine prägende Lebensphase, die maßgeblich zu meiner persönlichen und auch beruflichen Entwicklung beigetragen hat.

WERDER.DE: Der Sport spielte schon immer eine große Rolle in deinem Leben. Was genau hat dich an der Sportbranche gereizt?

Luisa Heymanns: Durch meine Zeit als Sportlerin, aber auch als Trainerin wusste ich früh, dass ich mein Wissen weitergeben und Verantwortung übernehmen möchte. Ich selbst hatte im Verein einige Personen um mich herum, zu denen ich aufschauen konnte und die für mich Vorbilder waren. Als Kathleen Krüger vor rund 14 Jahren die erste Frau war, die am Spielfeldrand für mehr Sichtbarkeit von Frauen sorgte, hat mich das auf jeden Fall geprägt. Ihre Präsenz, ihre Professionalität, die sie an den Tag gelegt hat, hat mich total fasziniert und beeindruckt. Spätestens ab dem Moment wusste ich, dass ich auch im Sport arbeiten möchte.

WERDER.DE: Wie kam es 2018 zu deinem Praktikum bei Werder Bremen?

Luisa Heymanns: Wir mussten im sechsten Semester ein Pflichtpraktikum machen. Für mich war klar, dass ich auf jeden Fall in die Fußballbranche möchte. Damals hatte ich erstmal keinen Bezug zu Werder, doch aus Hamburg wollte ich auch nicht unbedingt wegziehen. Während ich mich auf die Suche nach einem passenden Praktikum gemacht habe, bin ich dabei auf den SVW gestoßen. Zu dem Zeitpunkt war genau das Praktikum im Team Marke & Marketing ausgeschrieben, bei dem ich gesagt habe, damit identifiziere ich mich zu 100%. Schließlich wurde ich zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen.

WERDER.DE: Du bist mittlerweile seit acht Jahren bei Werder und mittlerweile als Teamlead Young Fans und Engagement tätig. Wie sieht dein typischer Arbeitsalltag aus und was gehört zu deinen Aufgaben?

Luisa Heymanns: Genau, seit etwas über einem halben Jahr bin ich in der neuen Rolle als Teamleiterin tätig. Ich bin total stolz über die Entwicklung, die ich bei Werder gemacht habe. In unserer Abteilung geht es darum, das Erlebnis von den jungen Fans bei Werder zu gestalten und dort verschiedene Angebote auf den Weg zu bringen. Wir geben damit Mädchen und Jungen die Möglichkeit, mit dem Verein in Berührung zu kommen, zu emotionalisieren und eine Bindung aufzubauen. Zudem kümmern wir uns um das Maskottchen Möwe Toni, welches seit Sommer 2024 eine neue Identifikationsfigur von Werder ist. Möwe Toni wird bei vielen Events mit eingebunden, worüber wir uns sehr freuen.

WERDER.DE: Was motiviert und treibt dich jeden Tag aufs Neue an?

Luisa Heymanns: Ein unfassbar vielfältiger Aufgabenbereich. Kein Tag ist wie ein anderer. Dazu kommt ein großer Gestaltungsfreiraum, den wir hier bei Werder haben. Auch das Teamgefüge und die Zusammenarbeit mit den Kolleg*innen in den unterschiedlichsten Konstellationen sind Aspekte. Und natürlich nicht zuletzt die Emotionalität der Branche, die Emotionalität vom Fußball, vom Sport, geben einem unfassbar viel Motivation. Genau diese Dinge treiben mich jeden Morgen immer wieder aufs Neue an.

WERDER.DE: Was würdest du jungen Frauen, die gerade am Anfang ihrer Karriere stehen und auch gerne in die Sportbranche möchten, raten?

Luisa Heymanns: Aus meiner Sicht bringen junge Frauen einfach ein unfassbares Skillset mit. Die Fußballbranche ist extrem schnelllebig. Clubs, Unternehmen, aber auch Verbände sind stetig auf der Suche nach jungen Talenten. Es hilft, dass, wenn man diesen Weg gehen möchte, schon früh daran festhält und diesen Weg auch immer weiter verfolgt. Vor kleineren Rückschlägen oder negativen Erlebnissen sollte man nicht zurückschrecken. Dranbleiben lohnt sich. 

WERDER.DE: Was wünscht du dir für die Zukunft der Fußballbranche?

Luisa Heymanns: Ich wünsche mir für die Zukunft, dass junge Frauen sich zutrauen, diesen Weg zu gehen. Die Sichtbarkeit von Frauen, grade im Fernsehen, hat sich enorm weiterentwickelt. Es gibt beispielsweise deutlich mehr Sportmoderatorinnen als zu der Zeit, wo ich angefangen habe, aktiv den Sport im TV zu verfolgen. Mir persönlich hat es früher außerdem immer geholfen, dass ich Vorbilder hatte, an die ich mich orientieren konnte. Zudem hatte ich ein familiäres Umfeld, das mich auf meinem Weg immer unterstützt hat. Das hat mir damals Sicherheit gegeben und würde ich mir natürlich auch für alle, die diesen Weg in der Sportbranche gehen möchten, wünschen.

WERDER.DE: Vielen Dank für deine Zeit, Luisa.

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