Keine Zeit zum Ausruhen
EIN NACHBERICHT ZUM DERBYSIEG GEGEN DEN HAMBURGER SV
21.04.26 von Moritz Studer | 4 Min
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Oh ja, der Derbysieg fühlt sich auch ein paar Tage danach immer noch ziemlich gut an. Der 3:1-Erfolg über den Hamburger SV war aber nicht nur Balsam für die Werder-Seele, sondern auch ein wichtiger Dreier im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga. Das erfolgreiche Nordderby kann den Grün-Weißen einen Push geben, in Sicherheit wiegen sie sich aber noch lange nicht. Ein Nachbericht.
„Ich bin eigentlich gar nicht so“, sagte Mio Backhaus nach dem Schlusspfiff in der Mixed Zone. „Aber heute Morgen war ich echt nervös.“ Angestachelt von ihrem Anhang wollten die Grün-Weißen sich unbedingt für die Hinspiel-Niederlage revanchieren. Dass eine Menge auf dem Spiel stand, war den Protagonisten auf dem Rasen durchaus anzumerken. „Ich wollte mich eigentlich nicht von den äußeren Umständen beeinflussen lassen, war aber sehr beeindruckt von der Choreografie“, lobte Cheftrainer Daniel Thioune den Einsatz der Fans. „Meine Mannschaft hat zu Beginn ein wenig gespürt, dass ein wenig Druck auf dem Kessel ist.“
In einer ausgeglichenen Anfangsphase hatten die Grün-Weißen sicherlich mehr Ballbesitz und Feldvorteile. Die Hamburger verbuchten zunächst mit ihrem Ansatz, möglichst schnell viel Feld zu überbrücken, aber den leicht besseren Zug zum Tor. Weil sich Jens Stage nach einer butterweichen Sugawara-Flanke seiner Bewacher entledigte, brachte der Däne seine Farben mit seinem Kopfball trotzdem in Führung (38.). Nur drei Zeigerumdrehungen später ließen sich die Werderaner etwas zu weit locken, was Hamburgs Robert Glatzel mit dem schnellen Ausgleich bestrafte (41.).
Die Rothosen chippten das Leder immer wieder in Richtung ihres Angreifers, der dann die Kugel für seine Mitspieler sichern sollte. „Das hat uns Probleme bereitet, weil wir zu hochstanden und uns locken lassen haben“, analysierte Thioune. „Wir haben Senne zurückgezogen, der Karim auf den zweiten Ball unterstützt hat“, erklärt der Fußball-Lehrer. „Wir haben in der zweiten Halbzeit nichts mehr zugelassen und es gibt wenig zu beklagen.“
Ausgerechnet Stage, dessen Einsatz lange fraglich war, krönte sich mit einem Schlenzer zum Matchwinner (57.). Später brachte Cameron Puertas den Derbysieg nach feiner Schmid-Vorarbeit unter Dach und Fach (90.+1). „Ich freue mich“, sagte Thioune mit Blick auf seinen Doppelpacker, „dass der Plan mit Jens so aufging und dass er der Mannschaft so viel bringt.“ Die Gäste hatten sich zu diesem Zeitpunkt nach einem groben Foulspiel von Joker Philip Otele bereits selbst dezimiert (79.).
Weil die Konkurrenz aber auch ihre Hausaufgaben erfüllte, bleibt der SV Werder vier Spieltage vor dem Saisonende dennoch nur fünf Zähler vor dem Relegationsplatz. Der Derbysieg war ein wichtiger Schritt und kann beflügelnd für den Schlussspurt sein – die Zeit zum Ausruhen ist aber noch keineswegs gekommen. „Ein Derbysieg ist etwas ganz Besonderes und trotzdem ist das noch nicht der Moment, wo wir uns auf die Schulter klopfen können“, betonte Innenverteidiger Amos Pieper. „Das können wir hoffentlich in vier Wochen machen, bis dahin liegt noch viel Arbeit vor uns.“ In Stuttgart geht’s damit weiter.
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