„Diese kleinen Fortschritte geben mir Energie“

CAROLINE SIEMS IM INTERVIEW

12.07.26 von Marie Backhaus | 3 Min

Caro Siems sitzt in einem blauen Hemd auf einem Stuhl vor einem grünen Hintergrund mit einem weißen Logo.

Nach ihrer Vertragsverlängerung bei den WERDERFRAUEN blickt Caroline Siems optimistisch nach vorne. Im Interview mit WERDER.DE spricht die Außenverteidigerin über ihre Entscheidung für den Verbleib an der Weser, die Herausforderungen ihrer langen Reha und die Vorfreude auf ihre Rückkehr auf den Platz.

WERDER.DE: Moin Caro, wir dürfen heute zusammenkommen, weil du deinen Vertrag bei den WERDERFRAUEN verlängert hast. Wie blickst du auf diese Entscheidung?

Caroline Siems: Ich bin sehr froh und auch dankbar, dass ich noch ein weiteres Jahr hier bei Werder bekomme. Ich freue mich darauf, die nächsten Schritte in Bremen zu machen und hoffentlich bald den Mädels auf dem Platz wieder helfen zu können.

WERDER.DE: Die vergangenen Monate waren sicherlich nicht die einfachste Zeit für dich. Kann man trotzdem sagen, dass Bremen für dich zu einem Ort geworden ist, an dem du dich wohlfühlst?

Caroline Siems: Auf jeden Fall. Ich bin jetzt seit zwei Jahren hier und fühle mich auch abseits des Platzes sehr wohl. Bremen ist eine coole Stadt. Ich komme gebürtig aus Berlin und manchmal ist Bremen ein bisschen wie Berlin in klein. Deshalb bin ich sehr gerne hier.

WERDER.DE: Gibt es etwas, womit dich Bremen überrascht hat?

Caroline Siems: Ehrlich gesagt hätte ich nicht gedacht, dass Bremen so schön ist (lacht). Gerade die Lage an der Weser mitten in der Stadt ist etwas Besonderes. Und wenn man hier Fußball spielt und zu Werder gehört, merkt man schnell, wie eng der Verein und die Stadt miteinander verbunden sind. Das macht Werder für mich besonders und ich bin froh, ein Teil davon zu sein.

WERDER.DE: Du befindest dich aktuell in der Reha und arbeitest an deinem Comeback. Wie hast du die Zeit abseits des Platzes erlebt und was hat dir dabei besonders geholfen?

Caroline Siems: Ich habe schon einige Rehas hinter mir, aber diese ist wirklich sehr lang und an der einen oder anderen Stelle alles andere als einfach. Trotzdem lernt man in so einer Zeit auch viel über sich selbst. Für mich ist es wichtig, neben der Reha Dinge zu haben, die mich ablenken und auf andere Gedanken bringen. Gerade am Anfang besteht sie viel aus Krafttraining und wenig aus dem, was man am liebsten macht – auf dem Platz zu stehen. Da hilft es mir, auch mal Abstand zu gewinnen und etwas anderes im Kopf zu haben.

WERDER.DE: Was hast du persönlich bisher aus dieser Verletzungszeit mitgenommen?

Caroline Siems: Ich bin ein ungeduldiger Mensch, gerade wenn es darum geht, wieder auf den Platz zurückzukehren. Deshalb lerne ich gerade auch mental viel dazu und versuche, besser zur Ruhe zu kommen. Ich habe außerdem ein Studium begonnen, das mir hilft, auch mal den Fokus vom Fußball wegzulenken und zu entspannen.

Caro Siems vor einer orangefarbenen Backsteinmauer, einen Fußball in der Hand, während karierte Schatten auf den Boden und die Mauer fallen.
Caro Siems arbeitet aktuell fleißig an ihrem Comeback (Foto: WERDER.DE).

WERDER.DE: Kannst du einen kleinen Einblick geben, wie der aktuelle Stand deiner Reha ist?

Caroline Siems: Die zweite Operation liegt jetzt acht Monate zurück. Aktuell befinde ich mich im Kraftaufbau und versuche, viel Kraft zu gewinnen, weil das für die nächsten Schritte enorm wichtig ist. Ich hoffe, bald wieder etwas dynamischer trainieren zu können. Im Moment läuft es gut, die Schmerzen werden immer weniger und diese kleinen Fortschritte geben mir viel Energie für die nächsten Phasen.

WERDER.DE: Wie eng hast du die Mannschaft in den vergangenen Monaten verfolgt und wie versuchst du, trotzdem Teil des Teams zu bleiben?

Caroline Siems: Das war vor allem in der vergangenen Saison nicht immer einfach. Es tut natürlich weh, die Mädels auf dem Platz zu sehen und selbst nicht dabei sein zu können. Für mich ist deshalb ein guter Mix wichtig geworden. Mal Abstand gewinnen, woanders Energie tanken und dann wieder bei der Mannschaft sein. Die Zeit mit den Mädels gibt mir wiederum viel zurück. Damit fahre ich im Moment sehr gut.

WERDER.DE: Es gibt einige neue Gesichter im Team. Konntest du schon die ersten Spielerinnen kennenlernen?

Caroline Siems: Ja, ein paar schon. Ich habe zum Beispiel Lilli in der vergangenen Woche etwas besser kennengelernt, weil wir zusammen trainiert haben. Ich finde es immer schön, neue Gesichter kennenzulernen. Im Fußball gibt es viele Gemeinsamkeiten und man findet schnell eine Verbindung zueinander.

WERDER.DE: Welche Ziele hast du dir für die kommende Zeit gesetzt – zunächst in der Reha, aber auch langfristig mit Werder?

Caroline Siems: Mein primäres Ziel ist es, die nächsten Schritte in der Reha zu machen, wieder ins Laufen und in die Dynamik zu kommen und schließlich auf den Platz zurückzukehren. Ich möchte schmerzfrei wieder Fußball spielen und mit den Mädels einfach wieder Spaß haben. Wenn ich beim Training zuschaue, merke ich, wie groß meine Motivation ist. Alles, was darüber hinausgeht, kommt Schritt für Schritt. Mein erster Fokus liegt ganz klar darauf, wieder fit zu werden.

WERDER.DE: Vielen Dank für das Interview, wir freuen uns schon darauf, dich hoffentlich bald wieder auf dem Platz zu sehen.

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