Schnee und Eis in München legen unser Bundesligateam lahm

Lara Schulze holt gegen Solingen das einzige Remis!
Schach-Bundesliga
Dienstag, 19.12.2023 / 14:25 Uhr

Spartak Grigorian

Unser einziges Heimwochenende sollte ein großes Schachfest werden, die Voraussetzungen waren ideal mit dem Weserstadion als Austragungsort und den zusätzlichen Heimkämpfen unserer weiteren Mannschaften. Gegen unseren langjährigen Reisepartner Mülheim-Nord und den zwölffachen Meister Solingen hatten wir uns durchaus Chancen ausgerechnet und wollten beide Wettkämpfe gewinnen ...

„Schach wird drinnen gespielt. Was draußen passiert ist, hatte aber am vergangenen Wochenende enorme Auswirkungen auf das, was drinnen geschah.“ (Dorow, O. (2023, 05. Dezember). Weser Kurier, S. 21)

Wie üblich reisen unsere Spieler einen Tag vor der Partie an. Unsere Spieler aus dem südlichen und östlichen Teil von Europa nehmen dabei die Route über München. Bis München waren Kirill Shevchenko, Vlastimil Babula und Zbynek Hracek auch, doch draußen versank die Stadt schon während ihrer Ankunft im Schneechaos. Vlasti und Zbynek, die am Freitag um 13 Uhr am Flughafen angekommen waren, hatten zunächst Pech, dass ihr Flug um 15 Uhr abgesagt wurde, in dem auch der Solinger Spitzenspieler GM Harikrishna auf der Passagierliste stand. Anders als der Solinger bekamen unsere Spieler noch Plätze für den Flug um 18 Uhr. Schon beim Einsteigen hatten sie ein ungutes Gefühl und ihr Gefühl sollte Recht behalten. Wenige Minuten nach dem Boarding wurde der Flug abgesagt und nach weiteren Stunden im Flugzeug wurde irgendwann die Treppe ans Flugzeug gefahren, um auszusteigen. In der Zwischenzeit saß Harikrishna bereits im Flixbus in Richtung Frankfurt Flughafen, um dort den Flug nach Bremen zu nehmen.

Zbynek und Vlasti waren um Mitternacht schon so erschöpft, dass Sie keine Kraft für die weitere Reise nach Bremen hatten, zumal nicht bekannt war, wann überhaupt wieder der Verkehr funktionieren würde. Sie warteten noch wenige Stunden auf Kirill, der um 22.30 Uhr in München gelandet war, bekamen ihn aber nicht mehr zu Gesicht. Für unsere tschechischen Spieler konnten wir selbst nach mehreren Stunden keine Unterkunft organisieren, da alle Unterkünfte in München ausgebucht waren. Onlinebuchungen waren sowieso nicht möglich und telefonisch erhielt ich überall freundliche Absagen.

Kirill musste nach seiner Ankunft drei Stunden im Flugzeug warten und ich konnte erst gegen 2 Uhr mit ihm Kontakt aufnehmen. Hier versuchten wir ihn auch nach Frankfurt Flughafen zu bekommen, jedoch stellten sich die verschiedenen Reiserouten als zwecklos heraus. Kirill übernachtete wie viele weitere tausende Passagiere an dem Wochenende am Flughafen und konnte dann über Stuttgart nach Hause fliegen.

Parallel zu den gesamten Geschehnissen in München mussten wir, verzweifelt von den Ereignissen dort, nichtsdestotrotz innerhalb von weniger als 24 Stunden händeringend drei Bretter ersetzen. Ständig auch in Rücksprache mit Kapitän Gennadiy Fish konnten wir zunächst einmal mich selbst einwechseln, dann sagte Lara noch drei Stunden vor Beginn zu und war 5 Minuten vor Partiebeginn in Bremen. In der Nacht funkte ich auch noch Lucas van Foreest an, den ich Samstag morgens um 3 Uhr in einer Bar in London kontaktierte. Gemeinsam mit Hans Niemann in London am Party machen bzw. ihn auf das London Chess Classic vorbereiten, sagte Lucas um 03:30 Uhr zu und wir buchten seinen Flug, der 1 Stunde vor Partiebeginn ankommen sollte. Leider verspäte sich sein Flug um drei Stunden, sodass wir am Samstag gegen Solingen eine Partie kampflos abgeben mussten. Damit steigen wir nun auch in das sportliche Geschehen ein:

Samstag: SV Werder Bremen – SG Solingen

Resultierend von den ganzen Veränderungen in der Aufstellung waren alle Vorbereitungen der vorherigen Tage für die Katz. Wir kassierten eine üble Niederlage. In keiner der acht Partien konnten wir einen klaren Vorteil erspielen. Die beiden katalanischen Partien, in denen unsere beiden GMs Zahar Efimenko und Roeland Pruijssers von Ihren Gegnern GM Ragger und GM Van Wely ziemlich schnell zerlegt wurden, geben die Begegnung ganz gut wieder. Nur Lara Schulze schaffte einen halben Punkt für unsere Mannschaft gegen den ehemaligen Nationaltrainer der Frauen GM Naumann.

Im Diagramm zog Roeland gerade 15…a6?. Nach 16. Lg5!! Ist die Partie vorbei, weil die Drohung Txd7 nebst Td1 nicht zu verteidigen ist.

Nur etwas später erfolgte in der Partie von Zahar gerade sein Zug 21…Sf6?. Nach 22.d7! Sxd7 23. Sxf7! Kxf7 24. Lxd5 Sf8 folgte 25. Lc6! mit Materialgewinn.

Sonntag: SV Werder Bremen – SV Mülheim Nord
 

Sonntag früh gegen Mühlheim kam Alex an Brett 2 gegen seinen jungen Gegner schnell in großen Nachteil und wir lagen früh mit 0:1 hinten. Bei den Partien von Nikolas Wachinger und Velimir Ivic passierte nicht viel und sie einigten sich auf Remis. Die anderen Bretter sahen vielversprechend aus. Lara, Zahar, Lucas und meine Wenigkeit spielten uns Gewinnstellungen heraus. Während Lara ihre Gewinnstellung leider noch verlor, endete meine gute Stellung remis.

Hier spielte ich bei knapper Bedenkzeit sofort 28.dxe7? und Schwarz konnte mit f6 nebst Kf7 ausgleichen. 28.d7! hätte die Partie gewonnen. Ein typisches Beispiel, dass Züge nicht a tempo gespielt werden sollten.

Beim Stand von 1,5:3,5 war die Aussicht nach einem 4:4 immer noch gut. Roeland hatte zwar zwischenzeitlich eine verlorene Stellung erreicht, bei Zahar und Lucas sahen die Stellungen weiterhin vielversprechend aus. Doch weder Zahar noch Lucas konnten ihre besseren Stellungen gewinnen. Roeland hielt seine Stellung nach sehr langem Kampf noch remis. Mülheim konnte mit diesem Sieg seinen ersten Mannschaftssieg holen, ebenso Solingen.

Nach diesem Wochenende liegen wir jetzt auf dem 7. Platz. Das neue Jahr wird für unsere 1. Mannschaft mit dem Auswärtswochenende in Hamburg beginnen. Dort werden wir auf den Hamburger SK und Doppelbauer Kiel treffen.

Zum Abschluss noch eine kommentierte Partie und ein Statement von unserem Coach David Lobzhanidze: „Wir hätten gegen Mülheim gewinnen müssen. Wenn ich die Partien anschaue, denk ich mir, an dem Wochenende hat uns nicht nur der Wettergott, sondern auch die Schachgöttin im Stich gelassen...“

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