Hattrick! Ich bin das dritte Mal in Folge Deutsche Meisterin im Schnellschach!

Deutschen Frauen-Schnellschach-Einzelmeisterschaft

Schach
Mittwoch, 15.11.2023 / 17:53 Uhr

Lara Schulze

Am Wochenende vom 11./12. November trat ich in Dinkelsbühl bei der Deutschen Frauen-Schnellschach-Einzelmeisterschaft an. Wie ich bereits in meinem vorherigen Blogeintrag erwähnt habe, liegt mir die Schnellschach-Disziplin besonders gut: 2021 und 2022 konnte ich die Deutschen Meisterschaften im Schnellschach gewinnen. Mein Ziel war also ganz klar, meinen Titel ein weiteres Mal zu verteidigen.

Dies habe ich tatsächlich geschafft: Ich sicherte mir auch in diesem Jahr den Titel „Deutsche Schnellschachmeisterin“ und habe damit den Hattrick komplettiert. Ich erreichte 8 Punkte aus 9 Runden und gewann mit einem halben Punkt Vorsprung vor Kateryna Dolzhykova, die 7,5 Punkte holte und vor Fiona Sieber, die auf 6,5 Punkte kam.

Wie immer möchte ich euch natürlich gerne von meinen Partien und dem Turnierverlauf berichten:

In der ersten Runde gelang es mir gegen Dr. Anita Stangl schnell in eine Stellung mit aussichtsreichem Entwicklungsvorsprung zu kommen. Gerade als ich mich leicht ärgerte, dass ich diesen nicht noch besser hatte ausnutzen können, spielte meine Gegnerin hier den ungenauen Entwicklungszug Le3. Dies lässt mich mit Tempo zu f4 nebst f3 kommen. Mein Mattangriff war danach nicht mehr abzuwehren.

Hier droht Dxh2 nebst Th5 Matt. Nur g4 würde dies verhindern, doch dann käme e4 und das Matt auf h2 ist ebenfalls nicht mehr abzuwehren. Ein guter Start ins Turnier!

Die zweite Runde war für mich auf jeden Fall die glücklichste im ganzen Turnier. Gegen Svenja Butenandt gewann ich erst eine Qualität, ließ sie dann aber jede Menge Bauern einsammeln und zwei Figuren gegen meinen Turm tauschen, sodass das Materialverhältnis dann folgendermaßen aussah: mein Springer gegen vier gegnerische Bauern. Als ich dann auch noch mit knapper Zeit einzügig meinen Springer einstellte, sah ich meine Felle schwimmen. Doch Svenja nahm meinen Springer nicht mit und ich schöpfte wieder Hoffnung! Nach einigen Verwirrungen hatte ich wieder Gewinnchancen mit einem entfernten Freibauern im Damenendspiel. Doch gewonnen war die Stellung nicht, da Svenja ein Dauerschach geben konnte. Ich versuchte alles, um zu entkommen, doch lange vergebens. In einem komplizierten Augenblick, in dem nicht ganz offensichtlich war, welches Schach das beste ist, verlor meine Gegnerin auf Zeit. Puh, Glück gehabt

In der dritten Runde kam ich gegen Schachboxen-Weltmeisterin Alina Rath nicht über ein Remis hinaus.

Danach stand das wichtigste Duell des ersten Tages an: Mit Schwarz gegen Kateryna Dolzhykova, die bis dahin alle ihre Partien gewinnen konnte. In einer ereignisvollen Partie erreichte ich zunächst ein sehr aussichtsreiches, zwischendurch gewonnenes Turmendspiel. Blöderweise konnte sie gleichzeitig mit mir auch ihren Bauern in eine Dame umwandeln und ich fand mich in einem schwierigen Damenendspiel mit einem Bauern weniger wieder. Dieses konnte ich jedoch mehr oder weniger souverän Remis halten.

In der letzten Runde des ersten Tages gelang mir dann noch ein schöner Sieg gegen Marharyta Khrapko: Hier fand ich das starke temporäre Figurenopfer Lxf7! Kxf7 b4 und der schwarze Springer kann das Feld a5 nicht verlassen, da ich sonst mit Db3+ nebst Sg5 sofort Matt setze. Ich ließ meine Gegnerin in der Folge nicht mehr zur Entwicklung kommen und sammelte den ganzen Punkt ein.

Nach dem ersten Tag lag ich mit 4/5 einen halben Punkt hinter Kateryna, punktgleich mit Fiona auf Platz 2.

Der zweite Tag lief allerdings richtig gut für mich:

Der Tag startete mit meinem Duell gegen Fiona, welches ich mit einer guten Partie für mich entscheiden konnte.

Der zweite Tag lief allerdings richtig gut für mich:
Der Tag startete mit meinem Duell gegen Fiona, welches ich mit einer guten Partie für mich entscheiden konnte.
Drei interessante Auszüge aus der Partie:

Hier gewann ich mit e5 nebst exd6 einen wichtigen Bauern. Der Bauer kann nicht zurück geschlagen werden, da ich sonst mit Tad1 die Fesselung nutzen könnte und eine Figur gewinnen würde.

Mit Td4 klärte ich hier die Lage: Die schwarze Dame kann nun den Springer auf a6 nicht mehr decken, muss auf b3 schlagen und in der Folge bekomme ich meine verbundenen Freibauern nach vorne.

In dieser Stellung gab sich Fiona geschlagen: Mein Td4 kann zwar geschlagen werden, dann wird der c-Bauer aber zur Dame.

In Runde 7 gewann ich gegen Simona Gheng eine recht souveräne Partie. Als ich anschließend bei Kateryna aufs Brett schaute, sah ich sie mit einer ziemlich hoffnungslosen Stellung mit drei Bauern weniger. Gut für mich, denn Kateryna hatte bis dahin immer noch einen halben Punkt Vorsprung vor mir, sodass ich auf einen Ausrutscher ihrerseits warten musste, um sie zu überholen. Mit einigen Tricks, Turmendspielkenntnissen und etwas Glück hielt Kateryna ihre Stellung noch Remis, sodass wir nach dieser Runde punktgleich vorne lagen. Es blieb also spannend!

Die vorletzte Runde gewann ich mit Weiß gegen Steffi Arnold, auch Kateryna gewann ihre Partie, sodass sich an unserer Punktgleichheit vor der letzten Runde nichts änderte. Ich hatte die etwas bessere Buchholz, aber dies kann sich natürlich auch von Runde zu Runde ändern. Vor allem musste ich natürlich erstmal die letzte Runde gewinnen.

Und das tat ich mit kurzem Prozess gegen Evelyn Wagenschütz, die recht schnell gegen mich eine Fesselung übersah und damit eine Figur einstellte.

Nun hieß es abwarten: Kann Kateryna ihre Partie auch gewinnen? Und wenn ja, reicht meine Buchholz für den ersten Platz? Zum Buchholz-Rechnen kam es nicht mehr, denn Kateryna kam über ein Remis nicht hinaus, sodass ich mit einem halben Punkt Vorsprung mit 8/9 Punkten den ersten Platz sicher hatte.

Ich bin natürlich total happy! Zusätzlich zum Titel gab es auch ein nettes Preisgeld von 600 Euro und ein Schnellschach-Elo-Gewinn von 40 Punkten für mich.

Ich hatte die beste Unterstützung überhaupt: Mein Freund Dominik, der auch selbst bei der DSSAM mitspielte...

… und meine Familie!

Das Turnier hat mir super viel Spaß gemacht! Ich bin überzeugt, dass dies eine der Voraussetzungen ist, um ein gutes Turnier zu spielen: Spaß haben und sich freuen, Schach zu spielen.

Vielen Dank an alle fürs Daumendrücken!

Bis bald,

eure glückliche Lara :)

Sponsor der Schachabteilung

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