Solidarität mit der Ukraine

Werders Bundesligaauftakt setzt ein Zeichen gegen Putins Krieg

Schach
Montag, 07.03.2022 / 11:37 Uhr

Stephan Buchal

Es sollte ein Fest der Freude werden, aber die meisten Anwesenden waren den Tränen nahe - Werders erstes Bundesligaheimspiel nach zwei Jahren Corona-Pause stand ganz in Zeichen des Krieges gegen die Ukraine und der engen Verbundenheit mit unseren drei ukrainischen Großmeistern, die wir so schmerzlich bei diesem Start in die neue Saison vermisst haben. 

Normalerweise sind die Eröffnungsansprachen vor einem Bundesligamatch nur ein kurzes, schmückendes Beiwerk, bevor die 32 Akteure ihre Arbeit am Brett aufnehmen können. An diesem Wochenende war es genau andersherum: Der sportliche Wettstreit zwischen dem SV Werder Bremen, dem amtierenden deutschen Meister OSG Baden-Baden, dem Vizemeister Schachfreunde Deizisau und dem SV Mülheim Nord rückte in den Hintergrund. Die ganze Veranstaltung, der feierliche Rahmen, die beiden freigelassenen Bretter und die eindrucksvollen Worte der Offiziellen bekundeten auf eindrucksvolle Weise, dass es an diesem Wochenende vor allem darum ging, die Solidarität mit der Ukraine zu bekunden und ein Zeichen gegen den barbarischen Krieg zu setzen.

Alle drei ukrainischen Großmeister, Alexander Areshchenko, Zahar Efimenko und Kirill Shevchenko sollten bei unserem Start in die neue Saison zum Einsatz kommen. Alle drei stecken in ihrer Heimat fest und müssen um ihr Leben fürchten. Als Zeichen des Protests gegen den Angriffskriegs Russlands beschloss Werder, zwei Bretter frei zu lassen. Der Vorsitzende der OSG Baden-Baden Patrick Bittner betonte, "wir haben keinen Moment gezögert, uns diesem Schritt der Solidarität mit der Ukraine anzuschließen und die Bretter ebenfalls frei zu lassen". Auch die Schachfreunde Deizisau zeigten sich solidarisch und schlossen sich diesem Schritt an.

Unser Abteilungsleiter Dr. Oliver Höpfner berichtete, wie sehr sich alle auf dieses Bundesligawochenende in Bremen gefreut haben und wie sehr sich die Vorfreude in Sorge um unsere ukrainischen Schachfreunde verwandelt habe. Er dankte unserem neuen Bundesligamanager Spartak Grigorian und dem langjährigen Mannschaftsführer Gennadiy Fish für ihre schwierige Arbeit im Vorfeld dieses Wochenendes. Vor allem Gennadiy, der selber vor über 20 Jahren aus der Ukraine nach Bremen gekommen ist und um viele Verwandte und Freunde dort in großer Sorge ist, hält den Kontakt zu unseren ukrainischen Großmeistern aufrecht.

Unser Vereinspräsident Dr. Hubertus Hess-Grunewald erinnerte in seiner eindrucksvollen Ansprache daran, dass "Zahar Efimenko und Alexander Areshchenko schon lange ein Teil der Werder-Familie sind". Beide sind seit 2004 bzw. 2006 in unserem Bundesligateam und sind jetzt gezwungen "mit dem Gewehr in der Hand um ihr Leben zu kämpfen statt hier Schach zu spielen". Und wie sehr hatte sich unser neuer Spitzenspieler, der 19-jährige Großmeister Kirill Shevchenko, auf seinen ersten Einsatz bei Werder gefreut! Stattdessen sitzt er jetzt im Krieg in der Ukraine fest und berichtet von russischen Raketen-Angriffen auf seine Familie: "gestern haben wir Waffen gekauft".

Hess-Grunewald würdigte auch den russischen Großmeister Daniil Dubov, Werder-Mitglied seit 2017, der zusammen mit zahlreichen prominenten russischen Großmeistern einen Friedensappell gegen den Krieg unterschrieben hat - ein unglaublich mutiger Schritt! Im Kader der OSG Baden-Baden befindet sich übrigens auch der Weltklassegroßmeister und 8-malige Russische Meister Peter Svidler, der ebenfalls diese Resolution unterstützt hat (Der Link dazu befindet sich unten).

Auch der Präsident des Niedersächsischen Schachverbandes Michael Langer war extra nach Bremen gekommen, um seine Unterstützung gegen den Krieg auszudrücken!

Noch vor dem Beginn des Wettkampfs versammelten sich alle Spieler und Offiziellen hinter der ukrainischen Fahne und füllten das Motto des Weltschachbundes "gens una sumus" mit Leben: "gemeinsam gegen den Krieg".

Am Sonntagmorgen, vor Beginn der zweiten Runde, bekräftigte auch unser ehemaliger Aufsichtsratsvorsitzender und bekennender Schachfan Marco Bode seine uneingeschränkte Solidarität mit der Ukraine.

Damit es nicht zu kurz kommt: Wir möchten uns ausdrücklich bei der Firma Herren & Partner bedanken, die uns ihre Räumlichkeiten großzügig für diese Veranstaltung zur Verfügung gestellt haben.

Schach wurde auch gespielt: Am Samstag verlor unsere Mannschaft erwartungsgemäß mit 2:4 gegen Baden-Baden. Am Sonntag gelang mit dem 3:3 gegen die Schachfreunde Deizisau ein schöner Achtungserfolg.

 

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