Freud und Leid in Runde 7

Was des einen Freud ist des anderen Leid – vor allem im Schach
Schach
Samstag, 17.10.2020 / 00:14 Uhr

Jonathan Carlstedt

In der siebten Runde des Claus Dieter Meyer Gedenkturniers gab es wieder viele spannende Partien und einen Führungswechsel

Bisher hatte Alexander Donchenko das Feld souverän angeführt. Fast die ganze Zeit über mit einem halben Punkt. Doch in der siebten Runde kam ihm Gabor Papp in die Quere, der zunächst schlecht gestartet war, aber nun so richtig an Fahrt aufnimmt. Gegen Donchenkos Najdorf wählte Papp die durchaus bekannte Variante mit h3. Donchenko ging in einen Drachen über, der ihm aber nicht gut bekam. Bereits nach recht wenigen Zügen stand Papp klar besser und konnte die Partie souverän gewinnen.

An Brett 2 ging Ruben Köllner mal wieder als krasser Außenseiter in die Runde, diesmal mit Schwarz gegen den Franzosen Romain Edouard. Romain wurde zunächst seiner Rolle als klarer Favorit gerecht und erspielte sich eine starke Stellung. Doch auf einmal machte er einen groben Fehler und landete in dieser Stellung:

Hier hätte Ruben mit Txc7!! glatt gewinnen können, stattdessen sah er zwar die Idee spielte aber erst Dg4+, dann nach Dg2 ist Txc7 immer noch gut, aber eben nicht so gewinnbringend als hätte man es direkt gespielt. So einigten sich die beiden schnell auf Remis, womit Ruben seine Chancen auf eine Norm wahrt. Morgen spielt er gegen den Werderaner Normenkandidaten Nikolas Wachinger. Ruben braucht in der letzten Runde einen Ausländer, um seine Norm zu erhalten.

An Brett 3 spielte Linus Johansson gegen Dmitrijs Slawen die Abtauschvariante. Linus sagt von sich selbst er sei jemand, der gerne seinen Gegner ausdrückt. In der siebten Runde gegen Dmitrij jedoch drückte er sich selber aus und Dmitrij half fleißig mit.

Die größte Überraschung, und aus Werderaner Sicht eine sehr positive, war der Schwarzsieg von Nikolas Wachinger gegen den brasilianischen GM Alexandr Fier. Damit ist Alexandr raus aus dem Rennen um den ersten Platz und Nikolas voll im Rennen um die Preise und vor allem um eine begehrte Norm. Diese folgende Stellung veranschaulicht sehr gut die Dominanz, die Nikolas in der Partie entwickelte:

Die Partie zwischen Lara Schulze und Sarah Papp fand in dieser Stellung ein schnelles Ende

Nach dem Zug Dxb5 wurde die Punkteteilung vereinbart, dabei hätte Sarah hier mit den sehr schwer zu findenden Zügen Da7 und Kh8 gewinnen können.

Brett 6 stellte die fast längste Partie des Turniers dar und nicht zum ersten Mal waren daran die Kämpfer Spartak Grigorian und Nico Zwirs beteiligt. Spartak stand, die schwarzen Steine führend, schnell besser, schaffte es jedoch nicht den Sack zu zumachen. Stattdessen landeten die beiden in einem eigentlich remisen Endspiel, das Spartak jedoch dank großer Ausdauer gewinnen konnte.

Hand aufs Herz, als ich zwischenzeitlich Jaris Stellung sah, schrieb ich das Turnier für unseren Bundesligaspieler schon als wenig erfolgreich ab. Jakob Pajeken spielte ihn mit Weiß bis zu einem gewissen Punkt an die Wand. Doch den Fehler, Jaris Zähigkeiten und Ressourcen zu unterschätzen, werde ich nicht ein weiteres Mal begehen.
Denn in folgender Stellung

entkorkte er auf ein Mal den Gewinnzug Dxc6!! Damit ist Jari wieder im Rennen um eine gute Platzierung und vordere Plätze.

Für Collin klingelte am 16.10. bereits sehr früh der Wecker, denn wie alle Teilnehmer aus Bremen musste er vor der DJEM zum Corona-Test! Dieser war heute um 7.30 Uhr.
Doch trotzdem saß er ausgeschlafen am Brett, zumindest machten seine Züge den Eindruck. In nicht ganz leichtem Fahrwasser nahm er einen Bauern, den Melanie, die mit Weiß spielte, anbot mit und verteidigte ihn. Das führte letztlich zum Sieg und damit zum Recht, morgen gegen seinen Vereinskollegen Romain Edouard spielen zu dürfen.

Nikolas Lubbe trat mit „Jonnys Englisch“ wie er es nennt, gegen Jordi Coll Ortega an. In einem Turnier, in dem wahrlich nicht alles rund läuft, ist man über den gemachten Punkt froh, auch wenn es nicht die glatteste Partie war.

Man kann Makan Rafiee nicht vorwerfen er würde es nicht probieren mit beiden Farben auf Gewinn zu spielen. Gegen Sreyas Payyappat entkorkte er deshalb Skandinavisch und spielte so mit offenen Visier. Das brachte ihm letztlich ein Endspiel mit einem Mehrbauern ein. Das wurde jedoch durch die ungleichen Läufer definiert, was den Remisschluss zur Folge hatte.

Am letzten Brett kämpften die beiden tapferen Olaf Steffens und David Kardoeus sehr lange Zeit bis es schließlich Remis wurde. Dabei hatte wohl David die besseren Chancen auf den vollen Punkt. Doch Olaf ist immer kreativ und somit hat er sich den halben Punkt sehr verdient.

Durch die Niederlage von Alexander Donchenko haben Dmitrij Kollars und Gabor Papp die Führung übernommen. Es wird ein spannender Kampf werden, wer am Ende die Preisränge belegt und die Normen erspielt, Wir freuen uns auf ein großartiges Schach-Wochenende!

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