Paraguay, Bode und Jubel zum Frühstück

IN BOSTON KOMMT ES ZUR NEUAUFLAGE DES ACHTELFINALS VON 2002

29.06.26 von Moritz Studer | 3 Min

Marco Bode im Trikot der deutschen Nationalmannschaft.
Foto: imago

Deutschland gegen Paraguay. Ein historisches Duell. Denn schon vor 24 Jahren standen sich die beiden Nationen im Achtelfinale der WM in Japan und Südkorea gegenüber. Damals mit der einen oder anderen Verbindung zu Werder Bremen. Ein Rückblick.

Ein Spiel zum Frühstück. Als die deutsche Nationalmannschaft am 15. Juni 2002 in Seogwipo auf Paraguay traf, war es in der Heimat gerade einmal 8.30 Uhr. Die Begegnung lud nicht gerade dazu ein, dass das verschlafene deutsche Publikum an diesem Samstagmorgen schneller wach wurde. Die deutsche Nationalmannschaft tat sich schwer gegen La Albirroja und gab durch Werders Marco Bode nur zwei harmlosere Versuche in Richtung des Kastens von Welt- und Skandaltorhüter José Luis Chilavert ab.

Bode war neben Frank Baumann und Torsten Frings, der Werder in Richtung Dortmund verließ, einer von drei Bremern, die Bundestrainer Rudi Völler einsetzte und dabei gegen sein Karriereende spielte. Auch wenn er zu diesem Zeitpunkt noch nicht final verkündet hatte, dass er nach dem Turnier seine Karriere beenden wollte - den Entschluss hatte der damals 33-Jährige bereits vor Turnierbeginn getroffen. „Ich habe schon überlegt, ob ich meine Entscheidung anders treffen sollte, das ist aber nie konkret geworden“, erinnerte sich Bode in einem WERDER.DE-Interview 2024. „Mit einem WM-Finale aufzuhören, ist etwas Besonderes und ich bin mit mir selbst im Reinen.“

Denn trotz einer zähen Begegnung erlöste Oliver Neuville die DFB-Elf, als er eine Hereingabe von Bernd Schneider in der 88. Minute über die Linie beförderte. Deutschland verlor erst im Endspiel gegen Brasilien (0:2), für Paraguay und ihren Nationaltrainer Cesare Maldini, Vater von Milan- und Italien-Legende Paolo, war es das bittere, vorzeitige Ende. Der Fußball spielt in dem kleinen Land im Herzen von Südamerika eine bedeutende Rolle. „An erster Selle steht Gott, dann die Mutter und dann kommt die Nationalmannschaft“, sagte Nelson Valdez, der 2004 für La Albirroja debütierte und insgesamt 77 Länderspiele bestritt, vor der aktuellen WM in einem Interview. „Es ist die wichtigste Sportart bei uns im Land.“

Valdez war 2010 dabei, als Paraguay erstmals bis ins Viertelfinale kam und spät durch einen Treffer von David Villa gegen den späteren Weltmeister Spanien (0:1) ausschied. Auch wenn die DFB-Elf der klare Favorit gegen die Südamerikaner ist, mahnt die Vergangenheit und ein leidenschaftlicher Gegner zur Vorsicht. Mit Nick Woltemade könnte ein Werder-Eigengewächs bei der Wiederauflage von 2002 zum Einsatz kommen. Bislang wartet der 24-Jährige noch auf sein WM-Debüt.

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