"Mich hat die Challenge gecatcht"

NEUZUGANG ALEXANDER SCHLAGER IN DER MIXED ZONE

30.07.26 von Fiona John | 3 Min

Ein lächelnder Mann spricht auf einer Pressekonferenz, während er vor einem Mikrofon und einer Kulisse mit verschiedenen Logos sitzt.

Erst am Anfang dieser Woche stieß Neuzugang Alexander Schlager zu seinen neuen Mannschaftskameraden beim SV Werder. Wie seine Nationalmannschaftskollegen Marco Friedl und Romano Schmid hatte der Österreicher nach der Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Mexiko, Kanada und den USA noch Sonderurlaub. Nun ist der Keeper in Bremen angekommen und stellte sich nach den ersten Einheiten auf dem Rasen offiziell vor. In der Medienrunde mit den Journalist*innen sprach der 30-Jährige über…

…den Stolz jetzt für Werder aufzulaufen: „Der Medizincheck war ja zu Beginn meines Urlaubs, direkt nach der WM. Seitdem habe ich mich sehr auf die Mannschaft und den Club gefreut, darauf die Abläufe kennenzulernen. Jetzt, wo ich da bin, bestätigt sich das Gefühl, das ich von Anfang an hatte. Ich fühle mich sehr wohl.“

…den Konkurrenzkampf auf der Torhüterposition: „Es gibt wenig Gründe, warum man unentspannt sein sollte. Ich gehe in jedes Training und möchte meine beste Leistung zeigen. Ich möchte mich empfehlen und Gas geben. Ich weiß, dass mit Karl und allgemein in der Torwartgruppe sehr gute Torhüter hier sind. Ich möchte da keine Unruhe reinbringen, sondern dafür sorgen, dass wir uns in einer respektvollen Art und Weise unterstützen und pushen. Jeder von uns möchte sich entwickeln. Bei jedem von uns gibt es natürlich den Anspruch zu spielen. Am Ende geht es aber darum, den Club zu repräsentieren und gemeinsam erfolgreich zu sein. Da stelle ich mich komplett in den Dienst der Mannschaft und versuche mein Bestes zu geben.“

…die Rollenverteilung im Team: „Mir war die Situation von Anfang an bewusst und sie wurde mir offen kommuniziert. Ich habe das Gefühl, dass ich an einem coolen Projekt teilnehmen darf. Wenn man sich die letzten Jahre anschaut, ist eine gewisse Entwicklung für die Zukunft nötig. Davon möchte ich Teil sein. Mich hat die Challenge gecatcht, dass ich mithelfen soll, gewisse Dinge zu stabilisieren. Dazu möchte ich meinen Beitrag leisten. Unabhängig von der Rollenverteilung bin ich der Meinung, dass ich den richtigen Schritt gemacht habe.“

…Unterschiede zu Karl Hein: „Ich habe ihn erst in zwei Einheiten gesehen. Ich habe den Eindruck bekommen, dass er ein sehr kompletter Torhüter ist, der in allen Bereichen sehr gut ist. Er hat unglaubliche Qualitäten auf der Linie, aber auch in der Tor- und Raumverteidigung. Ich glaube, dass wir vom Profil sehr ähnlich sind. Es freut mich, dass ich Kollegen habe, die auf so hohem Niveau performen. Das bedeutet für mich, dass ich mich jeden Tag weiterentwickeln muss. Es wird immer etwas geben, wo entweder er besser ist oder ich besser bin. In der Summe sind wir auf der Position aber sehr gut aufgestellt.“

Zwei Fußballspieler in Trainingskleidung geben sich auf einem Rasenfeld ein High-Five. Beide tragen Handschuhe und lächeln, im Hintergrund sind Bäume zu sehen.
Alex Schlager freut sich auf die Arbeit in der Torhütergruppe (Foto: WERDER.DE).

…Konkurrenzkampf in seiner bisherigen Karriere: „Ich hatte schon viele Situationen in meiner Karriere, wo ich gespielt oder eben nicht gespielt habe. Es geht darum, sich selbst zu vertrauen, seine Stärken zu kennen und sich jeden Tag weiterzuentwickeln. Das geht nur, wenn man auch mal unangenehme Sachen macht. Ich bin jetzt 30 und habe schon einige von diesen Momenten erlebt. Auch als Nummer zwei hatte ich wunderschöne Zeiten in meiner Karriere. Ich habe erkannt, dass mich das große Ganze mehr interessiert. Ich möchte das Gefühl haben, Teil von etwas zu sein und etwas entstehen lassen zu können.“

…den Kontakt zum Verein: „Kontakt gab es schon zu Beginn der WM. Ich habe aber bewusst während der WM zu mir gesagt, dass ich mich in keinen Entscheidungszwang bringe. Dafür hatte ich zu wichtige Aufgaben vor der Brust. Trotzdem hat es immer laufende Gespräche gegeben, deshalb ging es nach dem Turnier so schnell.“

…die Entscheidung für Werder: „Der Club, die Fans und die Werte, die hier gelebt werden, passen perfekt zu dem, was ich gesucht habe. Die Gespräche mit dem Verein waren so, wie es hier gelebt wird: auf Augenhöhe, offen und ehrlich. Das sind die Werte, nach denen ich versuche zu leben. Deshalb hatte ich von Anfang an das Gefühl, dass es passt. Natürlich habe ich durch die Nationalmannschaft die Verbindung zu einigen Spielern und konnte mir dadurch einen besseren Eindruck einholen. Da habe ich schon gehört, dass die Mannschaft einen fantastischen Charakter hat. Am Ende war es das Gesamtpaket, dazu ist es die deutsche Bundesliga.“

…den Schritt in die Bundesliga: „Man wird ja nicht jünger. Es hat sich jetzt alles perfekt angefühlt. Die WM kam zum richtigen Zeitpunkt, die Leistungen haben gepasst. Es war immer das Ziel und der Traum, in einer der Top-5-Ligen zu spielen.“

…seine Rolle in der Nationalmannschaft: „Ich habe im Vorhinein Ralf Rangnick angerufen und mit ihm über die Situation gesprochen. Es kann natürlich passieren, dass es darauf hinausläuft, dass ich hier die Nummer zwei bin. Deshalb war es mir wichtig, den Teamchef in meine Entscheidung einzubeziehen. Er hat mir das Gefühl bestätigt, dass ich vom Verein hatte und gesagt, dass er sich das gut vorstellen könnte. Das hat mich am Ende noch mehr in meiner Entscheidung bestätigt.“

…seine Ziele mit dem SVW: „Stabiler zu spielen als letzte Saison. Ohne, dass wir bis zum letzten Spieltag irgendwo drinhängen. Gemeinsam mit den Fans ist es wichtig, wie in der Vergangenheit zuhause das Gefühl zu kreieren, dass es schwer und unangenehm ist, hier zu spielen. Wenn wir auswärts fahren, soll sich auch keiner freuen. Wenn dabei ein stabiler Tabellenplatz rauskommt, ist das ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.“

…der erste Eindruck von Bremen: „Mein Hotel, wo ich gerade noch wohne, ist mitten in der Innenstadt. Ich versuche etwas rauszugehen und alles kennenzulernen. Die Familie wird nach Bremen nachkommen, sobald es ein bisschen ruhiger ist. Ich hoffe, dass wir bald eine Wohnung beziehen können.“

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