"In dieser Woche wollen wir einen Schritt weiterkommen"

AMOS PIEPER IN DER MIXED ZONE

12.08.26 von Fiona John | 4 Min

Zwei Sportler in ärmelloser Sportbekleidung beim Training im Freien; einer blickt in die Kamera, während sich das Sonnenlicht auf seiner Haut spiegelt.

Der dritte Tag in Harsewinkel ist geschafft – zumindest sportlich. Nach einer intensiven Trainingseinheit am Vormittag ist für die Profis des SV Werder am Nachmittag Regeneration angesagt. Bevor es allerdings in die kurze Trainingspause ging, stellte sich Amos Pieper in der Mixed Zone den Fragen der Journalist*innen und sprach über…

…den Stand der Mannschaft: „Wir haben in der Vorbereitung ordentlich gearbeitet, auch hier im zweiten Trainingslager. Ich kann keinem einen Vorwurf machen. Alle hauen sich rein. Die Intensität im Training ist gut. So stellt man sich das vor. Die Inhalte haben heute auch schon besser funktioniert. Mit dem Blick auf das Testspiel gegen Paderborn geht da vieles mit und gegen den Ball noch besser. Deswegen hätte ich mir gewünscht, dass wir schon einen Schritt weiter sind. Aber es ist noch nicht alarmierend. Die Jungs, die da sind, plus die Jungs, die noch zurückkommen werden, geben mir ein gutes Gefühl. Wir haben den letzten Test gegen Auxerre als Standortbestimmung. Der soll und muss gut funktionieren, um mit einem guten Gefühl ins erste Spiel zu gehen.“

…fehlende Aufbruchsstimmung: „Das Ergebnis gegen Paderborn passte nicht und auch das, was wir spielen wollten, hat noch nicht zu 100 Prozent funktioniert. Das Spiel war ein kleiner Dämpfer. Es wäre aber auch vermessen, gegen einen Bundesligisten zu sagen, wir fegen sie 5:0 vom Platz und alles ist super. Soweit waren wir noch nicht. In dieser Woche wollen wir einen Schritt weiterkommen und gegen Auxerre ein Statement abgeben, sodass Aufbruchsstimmung herrschen darf.“

 …den Abgang von Romano Schmid: „Es tut weh, ihn zu verlieren, als Person und Spielertyp. Romano war einer unserer besten, wenn nicht sogar der beste Fußballer. Er hat ganz viel für uns kreiert, geackert, ist gelaufen. Er hat das Spiel nach vorne transportiert und viele Aktionen auflösen können, die unserem Spiel guttaten. Daher wird er uns fehlen. Wir haben aber Jungs, die das auffangen können. Auf persönlicher Ebene wünsche ich ihm, dass er dort sein Glück findet und in einem neuen Land und einer neuen Liga den nächsten Schritt gehen kann.“

…das Füllen der Lücke: „Vom Typ her ist es sicherlich Chuki. Es kommt am Ende aber auch darauf an, mit welchem System wir spielen wollen und mit welcher Idee. Er fällt mir natürlich als erstes ein, weil es eine ähnliche Position ist und er ein ähnlicher Spielertyp ist. Das muss aber am Ende der Trainer entscheiden.“

Fußballspieler in grünen Trikots trainieren auf einem sonnigen Platz; einer spielt mit dem Ball, während die anderen zuschauen und warten, im Hintergrund sind Trainingsstangen zu sehen.
Amos Pieper freut sich über die Entwicklung von Paul Erevbenagie (Foto: W.DE).

…die Entwicklung von Paul Erevbenagie: „Es ist cool! Dass anfangs die WM-Fahrer gefehlt haben und jetzt einige Jungs ausfallen, eröffnet Chancen. Er nutzt sie gerade sehr gut. Er ist in jedem Training und in jedem Testspiel voll da, hat seine Aktionen und schießt seine Tore. Was willst du von einem 18-Jährigen mehr erwarten? Einerseits finde ich es nicht richtig, ihn nur in den Himmel zu loben, andererseits denke ich mir: Warum denn nicht? Wir müssen auch nicht darauf warten, dass er mal kein gutes Spiel macht. Das wird zu seiner Entwicklung auch dazu gehören. Aber so lange er das so macht wie aktuell, sollten wir das genießen.“

…die Kaderzusammenstellung: „Ich bin nicht nervös. Es ist immer wünschenswert, die Mannschaft so früh wie möglich zusammen zu haben. Da hatten wir alle über die Sommerpause ein gutes Gefühl. Wir haben früh viele Transfers gemacht. Wenn Clemens Fritz und Peter Niemeyer sagen, dass noch etwas passieren soll, ist es gut. Das wird unsere Qualität erhöhen. Wann es soweit ist, ist deren Sache. Wir sind gerade durch die ganzen Verletzungen, Krankheiten und angeschlagenen Spieler in der Situation, wo es natürlich wünschenswert wäre, wenn zwei oder drei Spieler mehr auf dem Platz stehen würden. Es ist aber nicht so. Trotzdem war die Qualität und Intensität in den Einheiten ordentlich.“

…Parallelen zum letzten Jahr: „Da waren die Ausfälle schwerwiegender und der Kader kleiner. Da konnten wir es weniger kompensieren. Jetzt könnten wir das, auch wenn morgen der erste Spieltag wäre. Aber es wäre schön, wenn die Jungs nachhaltig wieder dabei sind, da schon noch ein paar wichtige Spieler fehlen.“

…Bedenken, dass sich der Saisonverlauf wiederholt: „In der letzten Saison war viel dabei: Erst Panik, dann lief es punktetechnisch besser als gedacht, dann haben wir die Art und Weise, wie wir Fußball spielen wollen, verloren und 13 sieglose Spiele am Stück gehabt. Das darf gerne anders werden. Ich habe da weder Hoffnung noch Bedenken. Ich freue mich einfach auf die neue Saison und über die Konstellation, in der wir hier sind. Ich habe da einfach Bock drauf.“

…die Saison als Führungsspieler: „Wir haben einige Köpfe der Mannschaft. Durch mein Alter, meine Erfahrung und die Zeit, die ich hier bin, gehöre ich dazu, wie fünf oder sechs andere Spieler auch. Es tut uns gut, wenn wir das auf mehrere Schultern verteilen. Da helfe ich gerne mit.“

...den neuen Spielball: „Der tut manchmal ein bisschen mehr weh, wenn man blockt (lacht). Ich finde, dass er einem ein bisschen mehr gibt, wenn man ihn sauber trifft. Wenn man ihn unsauber trifft, fliegt er irgendwo hin. Das brauchte eine kleine Eingewöhnung, aber es macht schon Spaß.“

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