Zittern bis zum Schluss

DER SAISONRÜCKBLICK DER 2. WERDERFRAUEN

18.06.26 von Silja Renner | 5 Min

Die Spielerinnen der 2. Frauen setzen sich im Zweikampf gegen den ATS Buntentor durch.

Die 2. Frauen schauen auf eine nervenaufreibende und durch Teamgeist geprägte Spielzeit zurück. Nach einer durchwachsenen Hinrunde befanden sich die Grün-Weißen plötzlich im Abstiegskampf. Der endgültige Klassenerhalt konnte schlussendlich erst auf den letzten Metern im Saisonfinale gegen die SpVg Aurich gesichert werden. Der Saisonrückblick zur Spielzeit 2025/2026:

Die Saison 2025/2026 der 2. Frauen lässt sich insbesondere mit einem Wort beschreiben - Achterbahnfahrt. Zunächst gelang der Mannschaft von Micha Alexander ein souveräner Saisonauftakt in der Regionalliga Nord. Mit einem Remis gegen Hannover 96 und dem 3:1-Sieg gegen Victoria Hamburg konnten bereits in den ersten zwei Partien Punkte eingefahren werden.

Die Monate September, Oktober und November 2025 waren dann jedoch von einer zähen Durststrecke geprägt. Zum einen warfen schwerwiegende Erkrankungen und Verletzungen von Führungsspielerinnen die Grün-Weißen zurück, des Weiteren hatte das Team anfangs Probleme, sich zu finden. In Summe mussten die Werderanerinnen sechs Niederlagen sowie zwei Remis in diesen drei Monaten hinnehmen. Zeitweise schien der ersehnte Dosenöffner in Partien, wie dem 4:1-Sieg gegen den SV Hastenbeck nah, jedoch blieb die Zahl an Rückschlägen höher.

Mit einer dementsprechend großen Hypothek verabschiedeten sich die 2. Frauen dann in die Winterpause. Die Ausgangslage war klar - mit nur neun Punkten in der Hinrunde blickten die Werderanerinnen auf eine herausfordernde zweite Saisonhälfte, die eine deutliche Steigerung verlangte, um die Klasse zu halten. Doch die junge Mannschaft um Micha Alexander schreckte vor der großen Hürde nicht zurück. Stattdessen wurde der Jahreswechsel zum einen für die Analyse des Entwicklungsbedarfs genutzt und hinzukommend formte sich auf und neben dem Platz ein bemerkenswerter Teamgeist. Die Fortschritte in dieser entscheidenden Phase spiegeln auch für Micha Alexander die Geschichte der Saison wieder: "Wir hatten viele Herausforderungen, jedoch haben wir es als Team immer geschafft, zusammenzubleiben sowie an den Prozess zu glauben und aus den Schwächen der Hinrunde zu lernen."


Die Spielerin der 2. Frauen ist kurz vor dem Abschuss.

In die Rückrunde sind die Grün-Weißen dann mit einem deutlich schmaleren Kader gestartet. So konnte die Alexander-Elf zum einen nicht mehr auf Leistungsträgerin Lina Száraz zurückgreifen, da sich die U19-Nationalspielerin im Februar für einen Wechsel in die Domstadt zum 1. FC Köln entschieden hatte. Zusätzlich mussten die 2. Frauen auch Lina Huntemann, Linn Müller und Stefanie Herzberg verabschieden. Micha Alexander ist nun rückblickend der Meinung: "Die Verkleinerung des Teams hat uns am Ende stärker gemacht, da es den Zusammenhalt verbessert hat. Zudem haben wir mehr als Einheit fungiert und jede Spielerin wusste um ihren Wert."

Diesen positiven Effekt zeigten die Werderanerinnen sofort im ersten Spiel der Rückrunde beim 6:1-Torkracher gegen Victoria. In der Folgewoche wartete auf die Grün-Weißen dann jedoch eine besondere Hürde - sieben Tage, drei Begegnungen, drei Topmannschaften. Zuerst gastierte die Alexander-Elf beim HSV und musste dort im Nordderby eine 1:2-Niederlage hinnehmen. Daraufhin empfing die Mannschaft die SpVg Aurich am Osterdeich, auch diese Partie endete in einer 0:4-Niederlage. Mit dem 0:3-Dämpfer gegen Holstein Kiel war die Woche zum Vergessen schlussendlich komplett. Micha Alexander berichtet im Nachgang: "Obwohl die Woche von schmerzhaften Niederlagen geprägt war, haben wir aus diesen Momenten wichtige Schlüsse für die kommenden Spiele gezogen."

Im entscheidenden Saisonendspurt präsentierte sich die 2. Frauen dann nochmal äußerst kämpferisch. Das junge Team hielt dem enormen Druck, keine Partie aus der Hand geben zu dürfen, stand und entschied das richtungsweisende Schlüsselspiel gegen den TSV Barmke mit einem unglaublichen 10:0-Sieg für sich. Obwohl die Werderanerinnen auch in der Folgepartie gegen den SV Hastenbeck drei weitere Punkte einfahren konnten, war der endgültige Klassenerhalt bis zum Saisonfinale nicht gesichert. Die Tabellensituation vor der letzten Partie gegen die SpVg Aurich verlangte von der Werder-Zweitvertretung zu punkten, um sich aus eigener Hand von den Abstiegsrängen abzusetzen. Schlussendlich unterstrichen die 2. Frauen in der Begegnung noch einmal ihre Lernkurve aus der Saison, zeigten eine reife Leistung und konnten den intensiven Saisonendspurt mit einem 3:0-Sieg krönen. Rückblickend betont Trainer Micha Alexander: "Ich bin unglaublich stolz auf meine Mannschaft. Vor allem, da es viele junge Spielerinnen sind, die zum ersten Mal dem Druck eines Abstiegskampfs standhalten mussten. Es war eine komplizierte und anstrengende Saison, die jedoch viele schöne Momente mitgebracht hat."

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