Eichin: „Verlange, dass sich jeder ärgert“

Stimmen zum Spiel

Die Grün-Weißen mussten gegen München eine deutliche Niederlage hinnehmen (Foto: nordphoto).
Profis
Samstag, 12.03.2016 // 22:12 Uhr

Aus München berichtet Dominik Kupilas

Das war ein gebrauchter Nachmittag für den SV Werder in der Münchener Allianz Arena. Mit Kräften dagegenhalten wollte man beim Tabellenführer der Bundesliga, am Ende setzte es eine deutliche, wie enttäuschende 0:5-Niederlage. „Das Ergebnis ist natürlich unangenehm. Wir wollten uns teuer verkaufen, aber wenn die Bayern einen guten Tag haben, kannst du kämpfen wie du willst, dann setzt sich die Qualität durch“, resümierte Viktor Skripnik die 90 Minuten in der Münchener Arena.

Verärgert waren die Grün-Weißen vor allem über die letzten beiden Gegentore. "Darüber ärgere ich mich sehr, die können am letzten Spieltag noch fatale Folgen haben. Da müssen wir es beim 0:3 belassen", machte Thomas Eichin, Geschäftsführer Sport, deutlich. "Ich verlange, dass sich darüber heute jeder ärgert."

WERDER.DE hat sich nach dem Spiel in der Mixed Zone der Allianz Arena umgehört und die Aussagen der Grün-Weißen zusammengefasst.

Zum Spielverlauf:

Milos Veljkovic und Jannik Vestergaard hatten nach dem Schlusspfiff einiges zu besprechen (Foto: nordphoto).

Jannik Vestergaard: „Nach einem 0:5 gibt es nur eine Note für uns – eine sechs. Wir sind nicht zufrieden. Wir haben verloren und nicht das umgesetzt, was wir uns eigentlich vorgenommen haben. Bayern war heute in allen Belangen das bessere Team. In den ersten 80 Minuten waren wir die zweitbeste Mannschaft auf dem Platz, in den letzten zehn Minuten waren wir nachlässig. Da hat Bayern unsere Fehler eiskalt ausgenutzt. Wir sind nicht in die Zweikämpfe gekommen und waren im Kopf langsamer. Das ist gegen so einen Gegner aber sehr schwer. Aber die Niederlage ist keine ganz große Überraschung.“

Viktor Skripnik: „Wir konnten nicht 90 Minuten konstant gut gegen den Ball arbeiten. Bayern ist Bayern, sie sind nicht unser Konkurrent. Die entscheidenden Gegner sind die Mannschaften, ab Platz zehn. Das nächste Spiel wird wichtiger als das heute. Ich bin froh, dass alle gesund geblieben sind.“

Claudio Pizarro: „Wir wussten, dass es ein schwieriges Spiel wird. Bayern war sehr stark. So viele Gegentore sind nicht schön, aber das kann gegen so eine Mannschaft passieren. Jetzt müssen wir uns auf das nächste Spiel konzentrieren.“

Thomas Eichin: „Es ist unglaublich schwer, hier zu bestehen, wenn die Bayern ihr Potential abrufen und ihre Chancen nutzen. Die haben eine unglaubliche Ballsicherheit, der erste Kontakt ist wie in einem Computerspiel, da ist es schwer in die Zweikämpfe zu kommen. Leider kannst du heutzutage den Spielfluss auch nicht mehr mit voller Aggressivität unterbinden, weil du dann ganz schnell vom Platz musst. Das war früher einfacher. Mit diesem Gegner können wir nicht mithalten, aber gerade dann musst du dich in einigen Situationen cleverer verhalten. Aber wir haben bei den Bayern gespielt, dass kann jeder unserer Spieler einordnen.“

Florian Grillitsch: „Hier war nicht unbedingt ein Sieg eingeplant, aber mit dem 0:5 sind wir sehr unzufrieden. Zum Schluss haben wir uns doof angestellt, da waren wir nicht konsequent genug.“

Felix Wiedwald: „Das frühe Gegentor hat den Bayern natürlich in die Karten gespielt. Danach haben sie den Ball laufen lassen. Die Niederlage tut weh. Jetzt müssen wir uns sofort wieder auf die Spiele gegen die direkten Konkurrenten fokussieren.“ 

Weitere Themen:

Rettete mehrmals seine Kollegen mit starken Paraden: Felix Wiedwald (Foto: nordphoto).

Zu den Gegentoren:

Viktor Skripnik: „Das 0:5 ist ein bisschen zu hoch. Die Tore zum Schluss waren für mich unnötig. Das ärgert mich etwas.“

Jannik Vestergaard: „Natürlich gibt es schönere Spiele als vor 75.000 Zuschauern fünf Gegentore zu bekommen und den Ball kaum zu sehen. Am Ende waren es ein paar Gegentore zu viel. Vielleicht haben wir uns auch zu früh aufgegeben.“

Felix Wiedwald: "Ich ärgere mich vor allem über die beiden letzten Gegentore, die haben wir abgeschenkt. Das ist am Ende auch nicht gut für unser Torverhältnis."

Zum nächsten Spiel gegen Mainz:

Jannik Vestergaard: „Mainz ist ein ganz wichtiges Spiel für uns, da wollen wir unbedingt einen Heimsieg einfahren, um uns und den Fans zu zeigen, dass wir es viel besser können.“

Florian Grillitsch: „Heute werden wir uns über dieses Spiel ärgern, ab morgen fokussieren wir uns wieder voll auf die nächste Aufgabe. Wir werden uns unter der Woche gut vorbereiten und dann gegen Mainz alles geben."