Erkennbarer Fortschritt: Vorbereitungen für den Spielbetrieb im Weserstadion schreiten voran
RASENFLÄCHE VERLEGT & SPIELFLÄCHE OPTIMIERT
16.07.26 von Marcel Kuhnt | 3 Min
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Wie jedes Jahr gibt es in der Sommerpause im Weserstadion viel zu tun. Das Offensichtlichste ist der Austausch des Rasens. In diesem Jahr wurde jedoch nicht nur die Spielfläche einer Generalüberholung unterzogen. Die Bauarbeiten gingen im wahrsten Sinne des Wortes noch tiefer.
Wenn eine Bundesliga-Saison endet, beginnt für das Greenkeeping des SVW die Hochsaison. Zwar hat das Team um Tim Engelke, Head of Greenkeeping, auch während der laufenden Spielzeit alle Hände voll zu tun, der Austausch des Rasens im Weserstadion ist dabei aber eine besondere Herausforderung. Zum Start des mehrstufigen Projekts wurde, wie in den letzten Jahren, der Rasen abgefräst und somit die organische Schicht entfernt. Anschließend wurde die mit Fasern durchzogene Rasentragschicht abgetragen und im Anschluss aufbereitet, damit sie wiederverwendet werden kann. Während in den zurückliegenden Jahren nur bis zur Heizung Bearbeitungen stattgefunden haben, gingen die Bauarbeiten im Sommer 2026 bis zum Baugrund. „So tief wie in diesem Jahr waren wir wohl zuletzt um das Jahr 1998“, erklärt Engelke.
Grund für die tiefergehenden Bauarbeiten war die Erneuerung des alten Heizverteilers sowie die Neuverlegung von über 28.000 Metern Heizungsschlaufen sowie einer neuen Kunstfaser. Lag der bisherige Heizverteiler am Spielfeldrand, befindet er sich nun unterhalb des Spielfelds. Der alte Verteiler wurde während der Bauarbeiten auf Mängel überprüft und im Anschluss unter Auflagen fachmännisch versiegelt, nachdem Glykol, was als Frostschutz dient, entfernt wurde. „Früher wurden noch Heizverteiler aus Stahl verbaut, die ungefähr eine Halbwertszeit von 20 Jahren haben. Wir haben das Thema Heizverteiler schon ein paar Jahre auf dem Zettel und das System so gut es geht beprobt, dabei waren alle Werte immer im Soll und es bestand keine Gefahr, dass Schadstoffe in die Umwelt gelangen“, so Engelke, der ergänzt: „Generell ist es unser Ziel so umweltfreundlich wie möglich im Greenkeeping zu arbeiten. Dies bedeutet für mich, neue Wege zu gehen und sich an Situationen anzupassen. Es ist unser Eigeninteresse sich stetig zu verbessern. Da im Weserstadion turnusmäßig zwei Mal die Woche trainiert wird, können wir auf Frostschutzmittel verzichten, da wir nicht nur an Spieltagen, sondern auch an den anderen Tagen Temperatur im Heizsystem haben. Somit können wir das komplette System mit Wasser befüllen und nutzen.“
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Nicht nur das Füllmedium ist für die Umwelt geändert worden, sondern auch für Energiesparmaßnahmen wurde gesorgt. Die Rasenheizung, die früher auf ca. 27 cm eingebaut wurde, ist nun ca. 5 cm näher zur Oberfläche verbaut. Dies hat zum Vorteil, dass der aufzuwärmende Bereich nur noch 22 cm beträgt, wodurch weniger Heizenergie verbraucht wird. Darüber hinaus wurde sich gemeinsam mit der Firma heiler, welche die Bauarbeiten ausführt, entschieden, eine Isolierschicht unter der Heizung einzubauen. Dank des Baustoffs Schaumglasschotter, den man sich wie einen in der Natur vorkommenden Vulkan-Bimsstein vorstellen kann, enthält tausende Luftbläschen, welche die Wärme nicht gut leitet. Somit geht die Heizwärme nicht im Baugrund verloren.
Während das äußerliche Erscheinungsbild der Spielfläche langsam wieder einem Fußballplatz ähnelt, braucht der neue Rasen noch etwas Zeit bis endlich wieder auf ihm gespielt werden kann.
Die 3.500 Meter Rollrasen, die verlegt wurden, haben bei den aktuellen Temperaturen „ordentlich Stress, angefangen beim Absoden auf den Feldern, über die Anreise aus den Niederlanden im LKW bis hin zum neuen Standort.“ In den folgenden zwei Wochen versucht das Greenkeeping des SVW alles, damit die Sode sich gut etabliert und sich erholt. Im Anschluss wird die Sode wieder mit Kunstfasern zu einem Hybridsystem vervollständigt.
Obwohl der Austausch der Rasenfläche somit auf die Zielgerade einbiegt, blickt Tim Engelke bereits voraus: „In der nächsten Sommerpause wollen wir wieder mehr Zeit in die obere Schicht des Rasens investieren und wie in den vergangenen Jahren einen homogenen Aufbau der Spielfläche anstreben. Daher legen wir alles daran, die Rollrasensode rückstandslos zu entfernen, um wieder mit einer Einsaat in die Saison 2027/28 zu starten, was zeitlich in diesem Jahr aufgrund des Gesamtumbaus nicht möglich war.“
Bildergalerie

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