Spiele mit Geschichte
VERGANGENE WERDER-PARTIEN IN DER 1. HAUPTRUNDE DES DFB-POKALS
06.06.26 von Marcel Kuhnt | 5 Min
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Seit vielen Jahren ist die 1. Hauptrunde im DFB-Pokal der Pflichtspielauftakt des SV Werder Bremen. Auch wenn in jüngster Vergangenheit dieser Termin für den sechsmaligen Pokalsieger nicht immer positiv ausging, gibt es doch zahlreiche Partien, die den Werder-Fans in Erinnerung blieben. WERDER.DE blickt vor der DFB-Pokal-Auslosung für die Saison 2026/27 (live ab 18.00 Uhr in der Sportschau) auf einige interessante Erstrundenspiele zurück:
1960/61: 1. FC Saarbrücken – SV Werder Bremen 0:1 (0:1)
In der Saison 1960/61 gewann der SV Werder erstmals den DFB-Pokal. Den Anfang der Pokalsaison, nachdem sich die Grün-Weißen durch verschiedene Qualifikationsspiele arbeiteten, machte am 29.07.1961 die Partie beim 1. FC Saarbrücken. In der 34. Minute fiel der einzige Treffer durch Willi Schröder, der unter anderem auch beim 2:0-Finalerfolg über den 1. FC Kaiserslautern auf der Schalker Glückauf-Kampfbahn traf. Zur damaligen Zeit stellte das Achtelfinale, was die Begegnung im Saarland war, die erste Hauptrunde dar. Übrigens: Klaus Hänel wurde mit drei Treffern gemeinsam mit drei weiteren Spielern Torschützenkönig des Wettbewerbs.
Werder-Aufstellung: Kokartis – Piontek, Nachtwey, Lorenz, Schütz, Schimeczek, Wilmovius, Schröder, Jagielski, Soya, Hänel / Trainer: Knöpfle
Tore: 0:1 Schröder (34.)
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1963/64: SV Werder Bremen – FC Schalke 04 0:2 (0:1)
Zwar war das Match in der 1. Hauptrunde der Saison 1963/64 eine Niederlage gegen den FC Schalke 04, dennoch war es eine Partie mit Symbolcharakter. Durch die Einführung der Bundesliga im Jahr 1963 waren die Bundesligisten automatisch für den Pokal-Wettbewerb qualifiziert. Zudem wurde der DFB-Pokal mit dem Ablauf der Liga vereinheitlicht. Wurde bis 1963 der Großteil der Pokal-Saison in der jeweils zweiten Jahreshälfte ausgetragen, fand das Endspiel am Ende der Spielzeit 1963/64 im Mai – quasi als krönender Abschluss der Saison – statt. So, wie wir es bis heute kennen. Funfact: Neben Manfred Berz traf ein gewisser Klaus Matischak für die Knappen bei der 0:2-Niederlage des SVW. Jener Matischak, der im darauffolgenden Sommer an den Osterdeich wechselte und mit Werder 1965 die Deutsche Meisterschaft gewann. Der Meisterspieler kam insgesamt auf 42 Bundesliga-Partien für die Grün-Weißen, in denen er 20 Tore erzielte. Im Pokal brachte er es lediglich auf drei Spiele für Werder.
Werder-Aufstellung: Bernard – Piontek, Nachtwey, Bordel, Schütz, Lorenz, Ferner, Zebrowski, Meyer, Klöckner, Hänel / Trainer: Multhaup
Tore: 0:1 Berz (63.), 0:2 Matischak (81.)
1974/75: SV Werder Bremen – BSC Grünhöfe 11:1 (2:0)
Ein Sprung ins Jahr 1974 führt zum bis dato höchsten Sieg des SV Werder in der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals. Am 07.09.1974 war der BSC Grünhöfe aus Bremerhaven zu Gast im Weserstadion und lag bereits nach 60 Sekunden mit 0:1 hinten. Uwe Erkenbrecher traf in der Anfangsminute und legte nach einer knappen Viertelstunde das zweite Werder-Tor nach (14.). Da der BSC bis zur Halbzeit keinen weiteren Gegentreffer hinnehmen musste, war vor dem Anpfiff des zweiten Durchgangs damals wohl nicht damit zu rechnen, dass es sich zu einer historischen Begegnung entwickeln sollte. Die Mannschaft vom damaligen Trainer Sepp Piontek spielte sich in einen Rausch und schenkte den Gästen neun weitere Treffer ein. Vor allem Poul-Erik Thygsen zeigte sich mit einem Dreierpack im zweiten Spielabschnitt besonders treffsicher.
Werder-Aufstellung: Burdenski (46. Meyer) – Zembski, Kamp, Höttges, Geils, Erkenbrecher, Assauer, Bracht, Thygsen, Ohling, Görts / Trainer: Piontek
Tore: 1:0 Erkenbrecher (1.), 2:0 Erkenbrecher (14.), 3:0 Görts (46.), 4:0 Bracht (51.), 5:0 Thygesen (52.), 6:0 Ohling (59.), 6:1 Krumpf (63.), 7:1 Thygsen (68.), 8:1 Görts (73.), 9:1 Bracht (76.), 10:1 Thygsen (85.), 11:1 Ohling (88.)
Top5 der höchsten Werder-Siege in der 1. Runde
Saison | Gegner | Ergebnis |
1974/75 | BSC Grünhöfe | 11:1 |
2003/04 | Ludwigsfelder FC | 9:1 |
1985/86 | SV Weil 1910 | 7:0 |
2008/09 | Eintracht Nordhorn | 9:3 |
1971/72 | SpVgg Bad Pyrmont | 6:0 |
1976/77: SV Werder Bremen II – 1. FC Nürnberg 0:3 (0:2)
Ein kurzer Exkurs zur U23 des SVW oder wie es damals noch öfter hieß: den Amateuren. In der Saison 1976/77 nahm Werder II erstmalig am DFB-Pokal teil. Zwar folgte mit der 0:3-Niederlage zuhause gegen den 1. FC Nürnberg direkt das Aus in der 1. Hauptrunde, dennoch war es der Beginn der Pokalgeschichte von Werder II. Insgesamt 20 Mal mischten die Amateure des SVW im DFB-Pokal mit, ehe zur Spielzeit 2008/09 keine Zweitvertretungen mehr am Wettbewerb teilnehmen durften. Kurios: In der letzten DFB-Pokal-Spielzeit schaffte Werder II den größten Erfolg. 2007/08 drang das Team mit Spielern wie Max Kruse, Martin Harnik oder Kevin Schindler bis ins Achtelfinale vor, scheiterte jedoch dort knapp mit 2:3 am VfB Stuttgart.
Werder-Aufstellung: Meyer – Wessel, Metzer, Haskamp, Geils, Müllner, Behrens, Snater, Schlief, Ripke, Knop / Trainer: Fischer
Tore: 0:1 Majkowski (1.), 0:2 Krstic (22.), 0:3 Walitza (75.)
1990/91: SpVgg Weiden – SV Werder Bremen 1:2 (1:2)
Wer kennt Hans-Peter Asbeck? Und was hat er mit dem Sieg im Europapokal der Pokalsieger zu tun? Ganz einfach: Der Spieler der SpVgg Weiden hätte den Werder-Triumph auf europäischer Bühne verhindern können. In der Pokal-Saison 1990/91 traf Asbeck nämlich in der 1. Runde zur frühen Führung (17.). Zwar konnten Frank Neubarth (30.) und Klaus Allofs (40.) die Partie noch vor dem Seitenwechsel drehen, dennoch hätte Asbeck, der später unter anderem noch für den SV Wacker Burghausen – also quasi auch für einen SVW – spielte, den Siegeszug Werders im Pokal bereits zu Saisonbeginn stoppen können. Ohne den später folgenden 4:3-Finalerfolg nach Elfmeterschießen gegen den 1. FC Köln, wäre das Team von Trainer-Legende Otto Rehhagel nämlich in der nächsten Spielzeit nicht für den Europapokal der Pokalsieger qualifiziert gewesen. Zum Glück schaffte die SpVgg die Erstrunden-Sensation nicht.
Werder-Aufstellung: Reck – Bockenfeld, Bratseth, Otten, Eilts, Harttgen, Hermann, Votava, Allofs, Neubarth (88. Bode) / Trainer: Rehhagel
Tore: 1:0 Asbeck (17.), 1:1 Neubarth (30.), 1:2 Allofs (40.)
1996/97: SV Werder Bremen – Bayer 04 Leverkusen 5:3 i.E.
Showdown vom Punkt? Erst seit der Saison 1991/92 wird diese Praxis in allen DFB-Pokalrunden angewendet, sollte es nach Verlängerung unentschieden stehen. Für den SVW kam es 1996 erstmals in der 1. Hauptrunde zu einem Elfmeterschießen, das über Weiterkommen oder Ausscheiden entschied. Der damalige Gegner: Bayer 04 Leverkusen. Nachdem Werder ab der 40. Minute aufgrund einer Roten Karte für Bruno Labbadia in Unterzahl spielen musste, schafften es die Grün-Weißen die Partie zunächst torlos zu beenden. In der Verlängerung war es dann Leverkusens René Rydlewicz, der zur Führung traf (92.), ehe Rodolfo Cardoso per Elfmeter den Ausgleich erzielte (103.). Während bei Werder die ersten vier Schützen trafen, vergab Christian Wörns den vierten Elfmeter der 'Werkself'. Somit war es Wladimir Bestschastnych vorbehalten, das erste Elfmeterschießen in einer 1. Hauptrunde zu Gunsten des SVW zu entscheiden.
Werder-Aufstellung: Reck – Ramzy, Baiano, Bode, Cardoso, Herzog, Pfeifenberger (120. Brand), Wolter (61. Votava), Todt, Hobsch (73. Bestschastnych), Labbadia / Trainer: Dörner
Tore: Rydlewicz (92.), 1:1 Cardoso (103.)
Andreas Herzog trifft | Pauli Sergio trifft |
Rodolfo Cardoso trifft | Jan Heintze trifft |
Christian Brand trifft | Markus Happe trifft |
Marco Bode trifft | Christian Wörns vergibt |
Wladimir Bestschastnych trifft |
2003/04: Ludwigsfelder FC – SV Werder Bremen 1:9 (0:3)
Über die Pokal-Saison 2003/04 muss wohl wenig erzählt werden: Am Ende führte der Weg bis nach Berlin, wo der SV Werder seinen fünften Sieg im DFB-Pokal feiern durfte – gleichbedeutend mit dem Double aus Meisterschaft und Pokalerfolg. Den Grundstein für die wohl erfolgreichste Spielzeit der Werder-Historie legte das 9:1 in der 1. Hauptrunde beim Ludwigsfelder FC. Sowohl Tim Borowski als auch Ailton trafen in der Partie dreifach. Neben den Beiden trug sich unter anderem auch Ivan Klasnic zweimal in die Torschützenliste ein. In den folgenden Runden zeigte sich der 'Killer' weiterhin treffsicher: Er wurde gemeinsam mit Ailton Torschützenkönig des DFB-Pokals. Insgesamt kam das Werder-Sturm-Duo auf jeweils sechs Tore in der Double-Saison.
Werder-Aufstellung: Reinke – Baumann, Ismael, Borwoski, Davala, Ernst, Lisztes (57. Valdez), Micoud, Stalteri, Ailton (59. Klasnic), Charisteas (57. Banovic) / Trainer: Schaaf
Tore: 0:1 Borowski (8.), 0:2 Borowski (26.), 0:3 Ailton (31.,FE), 0:4 Ailton (49.), 0:5 Ailton (55., FE), 0:6 Klasnic (64.), 0:7 Banovic (72.), 1:7 Fricke (75.), 1:8 Borowski (76.), 1:9 Klasnic (89.)
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2019/2020: Atlas Delmenhorst – SV Werder Bremen 1:6 (1:4)
Auswärtsspiel, aber in der Heimat. Das erlebten die Werder-Fans in der Pokal-Saison 2019/20. Bei der Auslosung zur 1. Hauptrunde hatte Atlas Delmenhorst das große Los gezogen und durfte gegen den SV Werder Bremen ran. Mit dem Vorhaben im größten Stadion der Region gegen den SVW anzutreten – im Weserstadion. Am Ende zogen die Grün-Weißen dank des 6:1-Erfolges souverän in die nächste Pokal-Runde ein, dennoch bleibt das Spiel bis heute bei vielen Anhänger*innen beider Klubs in lebhafter Erinnerung.
Werder-Aufstellung: Pavlenka – Gebre Selassie, Groß, Moisander, Friedl (46. Möhwald), Sahin, Eggestein, Klaassen, Osako (65. Pizarro), Sargent (61. Füllkrug), Rashica / Trainer: Kohfeldt
Tore: 0:1 Osako (10.), 0:2 Moisander (19.), 1:2 Schmidt (30.), 1:3 Rashica (37.), 1:4 Klaassen (40.), 1:5 Pizarro (68.), 1:6 Pizarro (74.)
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