"Ich kämpfe immer, bis ich nicht mehr laufen kann“

WERDERFRAUEN-NEUZUGANG WIKTORIA ZIENIEWICZ IM INTERVIEW

08.07.26 von Tom Ole Theilken | 5 Min

Wiktoria Zieniewicz sitzt auf einem Stuhl und spricht in die Kamera.

Die WERDERFRAUEN haben sich mit Wiktoria Zieniewicz verstärkt. Die polnische Verteidigerin wechselt vom FC Basel an die Weser. Im Interview erzählt die 24-jährige Nationalspielerin warum sie sich für Werder entschieden hat, welchen Stellenwert die Google Pixel Frauen-Bundesliga für sie hat und warum sie schon jetzt ein gutes Gefühl in ihrer neuen Heimat verspürt.

WERDER.DE: Moin, Wiktoria. Nach 1 ½ Jahren beim FC Basel wechselst du nun zu den WERDERFRAUEN. Warum hast du dich für Werder entschieden?

Wiktoria Zieniewicz: Ich bin erst einmal sehr glücklich von nun an ein Teil von Werder Bremen zu sein. Es war immer mein Traum in der deutschen Bundesliga zu spielen. Ich wollte etwas in meiner Karriere verändern. Ich habe in der Schweiz sehr viel gelernt und ich glaube nun ist es ein guter Schritt für mich in meiner Karriere zu Werder zu wechseln und hier um die guten Spielerinnen herum selbst als Fußballerin weiter zu wachsen. Ich habe so viele gute Dinge über die Stadt Bremen, den Klub und die Menschen im Verein gehört.

WERDER.DE: Das hört sich gut an. Du sagtest, dass du bereits viele positive Dinge über den Verein gehört hast. Wie siehst du Werder Bremen als Bundesligaklub und was ist dein allererster Eindruck vom Verein?

Wiktoria Zieniewicz: Zuallererst finde ich, dass alle Menschen im Verein sehr offen sind. Das ist mir sehr wichtig, weil ich mich genau dann sehr wohlfühle. Das ist neben dem Fußball wirklich das Wichtigste für mich. Fußballerisch war Werder letztes Jahr richtig stark. Sie sind Sechster in der Bundesliga geworden und hatten eine richtig gute Saison. Ich hoffe, dass wir in dieser Saison gemeinsam noch mehr erreichen. Ich freue mich deshalb wirklich sehr, dass Werder mein neues Kapitel wird.

WERDER.DE: Du hast in deiner Karriere bereits in der 1.Liga in Polen, Frankreich und in der Schweiz gespielt. Deutschland wird also das vierte Land, in welchem du Fußball spielen wirst. Was brauchst du außer der Offenheit noch, damit du dich in einem neuen Land und in einer neuen Stadt heimisch fühlst?

Wiktoria Zieniewicz: Ich möchte mich mit den Menschen um mich herum frei fühlen können. Wenn das stimmt, dann geht es mir mental und auch körperlich gut. Ich habe schon einige Spielerinnen in der Kabine kennenlernen dürfen und sie waren alle so nett zu mir. Der erste Eindruck war super, das ganze Stadion, die Trainingsanlagen sind toll. Ich glaube hier ist alles abseits vom Platz gut und auf dem Feld ist es dann an mir, die Leistung zu bringen und mich zu entwickeln.

WERDER.DE: Du hast in Polen die Meisterschaft und den Pokal gewonnen und bist dann ins Ausland gegangen. Wie haben dich diese Erfahrungen als Spielerin bisher geprägt und dir geholfen zu wachsen?

Wiktoria Zieniewicz: Ich bin mit meinen 24 Jahren immer noch sehr jung und habe noch eine Menge in meiner Karriere vor mir. Deshalb wollte ich nun den Schritt nach Deutschland in eine der Top-5-Ligen in der Welt gehen. Ich möchte mich hier selbst challengen. Die Erfahrungen in Frankreich, Polen und in der Schweiz haben mir bisher sehr geholfen. Ich habe viele Menschen getroffen, die mir die Dinge aufgezeigt haben, an denen ich noch wachsen muss. Ich werde versuchen diese Erfahrungen bestmöglich bei Werder zu zeigen, sodass das Team und die Fans auf mich zählen können.

Wiktoria Zieniewicz lehnt an einer grünen Mauer und trägt das Trikot "third".
Wiktoria Zieniewicz hat nach den ersten Eindrücken beim SV Werder bereits ein gutes Gefühl (Foto: W.DE).

WERDER.DE: Du spielst auch in der polnischen Nationalmannschaft. Unter deinen Teamkolleginnen sind auch Einige, die in der Google Pixel Frauen-Bundesliga spielen. Hast du bei deinen Mitspielerinnen nachgefragt, was die Bundesliga ausmacht?

Wiktoria Zieniewicz: Ja, wir haben gerade viele polnische Spielerinnen in der Bundesliga. Allein in Köln spielen vier Polinnen. Ich habe mit meinen Mitspielerinnen viel über die Liga und auch über Werder gesprochen und wie sie Werder in der Liga wahrnehmen. Ich habe mir da einige Tipps abgeholt. Sie sagten mir, dass es ein super Schritt sei. Werder sei ein Klub, gegen den es immer sehr hart zu spielen wäre. Deshalb bin ich auch total happy und überzeugt hierher zu wechseln. Ich glaube auch, dass wir Polinnen uns sehr wohl in Deutschland fühlen, da die Liga sehr physisch sein soll. Das ist genau der Spielstil, den wir gerne spielen.

WERDER.DE: Ist genau diese Physis, dass was du von der Google Pixel Frauen-Bundesliga erwartest und hast du noch weitere Erwartungen an die Liga?

Wiktoria Zieniewicz: Ich glaube die Liga ist sehr umkämpft. Jedes Team hat ein sehr gutes Niveau. Alle Vereine sind sehr gut organisiert. Es gibt große Stadien. Es macht Spaß die Liga zu schauen. Hier in Bremen kamen 40.000 Zuschauer*innen zu einem Spiel. Das ist wirklich etwas Großes, was es in anderen Ligen so noch nicht oft gibt und andere Länder von Deutschland lernen können.

Ein persönliches Ziel ist es, mich mit Polen für die Weltmeisterschaft im nächsten Sommer zu qualifizieren.

Wiktoria Zieniewicz

WERDER.DE: Auf was für eine Spielerin können sich die Fans von Werder Bremen freuen?

Wiktoria Zieniewicz: Ich versuche immer sehr viel Einsatz zu bringen. Ich kämpfe immer, bis ich nicht mehr laufen kann. Ich glaube meine Stärke ist es, dass ich relativ schnell und robust als Verteidigerin bin. Außerdem glaube ich, dass ich ein ganz gutes Verständnis für die Spielsituationen habe, die entstehen. Ich hoffe, ich kann dem Team genau mit diesen Stärken helfen.

WERDER.DE: Was sind deine persönlichen Ziele mit Werder in der nächsten Saison?

Wiktoria Zieniewicz: Ich weiß, dass der erste Schritt in Deutschland nicht leicht werden wird, weil die Liga sehr gut ist. Aber ich hoffe, dass mir die Adaption hier um die tollen Menschen herum dann doch schnell gelingen wird. Ich möchte einfach spielen, den Fußball genießen und glücklich sein, in Bremen zu leben. Mit dem Team möchte ich natürlich auf einem sehr guten Tabellenplatz landen.

WERDER.DE: Dazu spielst du noch in der polnischen Nationalmannschaft.

Wiktoria Zieniewicz: Ja, ein weiteres großes persönliches Ziel von mir ist es, dass ich mich mit Polen für die Fußball Weltmeisterschaft im nächsten Sommer qualifiziere. Ich versuche einfach mich und meine Fähigkeiten weiterzuentwickeln, sodass ich meinen Mitspielerinnen bei Werder und auch in der Nationalmannschaft helfen kann.

WERDER.DE: Dann wünschen wir dir alle Gute, sodass du die Ziele mit den WERDERFRAUEN erreichst und dich mit Polen für die WM in Brasilien qualifizierst! Danke für das Gespräch, Wiktoria!

Weitere News