WWW = Würstchen wirken Wunder!?

15.06.26 von Lars Milde | 3 Min

Manchmal vergesse ich bei meinem Enthusiasmus fürs Schreiben, dass ich ja eigentlich auch Schachspieler bin. Dann zieht es mich regelmäßig nach Delmenhorst. Dort fand am vergangenen Wochenende das beliebte Delme Chess Festival statt – eine Mischung aus Blitzschach, Schach960 und Schnellschach. Neben zahlreichen Einzelpreisen wird auch ein Gesamtsieger für diejenigen Spieler ermittelt, die an allen drei Turnieren teilnehmen und dabei erfolgreich Fallen stellen, Strategien entwickeln und Könige mattsetzen. Mein Fokus liegt allerdings ganz klar auf dem Schnellschach. Dort gewinne ich gelegentlich sogar eine Partie.

Gesagt, getan. Mit meinem Freund Noah Johann auf der Heide machten wir uns also auf den Weg – nur um wie immer viel zu früh im Turniersaal zu sein:

Lieber zu früh als zu spät!
Lieber zu früh als zu spät!

So nach und nach trudelten bekannte und unbekannte Gesichter ein, nette Menschen, alte Bekannte und einige echte Originale – aber dazu später mehr. Von Werder kamen auch noch Anton Höggemeier und sein Vater Hartmut sowie Liz und Luc Eitel. Papa Matthias Eitel ergänzte die Truppe ab Mittag. Ich denke, ich darf sagen: Wir hatten eine Menge Spaß, unterhielten uns prächtig und spielten alle passabel Schach. Mal wurden wir mattgesetzt, mal setzten wir matt, mal war ein Turm weg (verdammte Springergabeln!), mal verschwand durch eine kleine Unkonzentriertheit ein Springer. Ist ja nur ein Spiel, oder? Ärgern gehört schließlich auch dazu.

Ich hatte einen Traumstart, gewann zwei Partien und durfte in der dritten Runde an Brett 1 (!!) gegen den einzigen Internationalen Meister des Turniers, Giorgi Chokhonelidze, antreten.

Also, wie soll ich sagen? Ich kam in der Eröffnung übel unter die Räder, schaffte es aber irgendwie, mit Läuferpaar, zwei Türmen, Dame und diversen Bauernopfern – pah, wer braucht schon Bauern!? – ein kleines Trommelfeuer auf die gegnerische Königsstellung zu entfachen. Dame gewonnen, zwei Türme verloren … übrig blieben materielle Ungleichgewichte. Meisterliches Können und vier fehlende Bauern waren dann am Ende doch zu viel für mich.

In der nächsten Partie stellte ich in glatter Gewinnstellung dann ohne Not einen ganzen Turm durch eine Springergabel ein und rettete mich in die Mittagspause. Dort stellte ich sofort bei der FIDE einen Antrag, dass künftig alle Schachpartien ohne Springer auszutragen seien.

Antwort der FIDE:

„Nimm bitte deine Medikamente!“

Womit wir beim eigentlichen Grund angekommen sind, warum ich so gerne nach Delmenhorst zum Schnellschach fahre: Dort wird nämlich in der Mittagspause gegrillt – und ich liebe Bratwurst!

Hoch soll er leben! Drei Mal hoch!
Hoch soll er leben! Drei Mal hoch!

Vorteil: Wer früh Türme einstellt, ist als Erster am Grill!

Besonders Anton, der mit seinem Abschneiden bis zur Mittagspause nicht ganz zufrieden war, stärkte sich gemeinsam mit seinem Vater mit einigen Würstchen. Und siehe da: Danach lief es deutlich besser. Antons Mutter übermittelte schließlich die Botschaft des Tages:

„WWW WÜRSTCHEN WIRKEN WUNDER!!!“

„Wurst her, Wurst her, oder ich fall um!? Ole, ole!“
„Wurst her, Wurst her, oder ich fall um!? Ole, ole!“

Recht hat sie!

Auch ich gewann nach der Mittagspause noch zwei Partien, wobei besonders die letzte Runde erwähnenswert ist. Nach einem wirklich schön herausgespielten Sieg nahm mein Gegner meine weißen Figuren, schleuderte sie in Richtung meines dicken Bauchs und beschimpfte mich als Glücksspieler und Nichtskönner.

Sprachlosigkeit bei mir, Gelächter bei den umstehenden Spielern. Selbst mehrfache Ermahnungen des Hauptschiedsrichters halfen nicht. Dem war die Stimmung natürlich erst einmal komplett verhagelt.

Na ja.

Gewonnen hat das Turnier Erik Pahl mit starken 6,0 Punkten. Herzlichen Glückwunsch!

Ebenfalls gratulieren möchte ich Liz Eitel, die den Frauenpreis in der Gesamtwertung aller drei Turniere gewinnen konnte. Herzlichen Glückwunsch zu dieser tollen Leistung!

Hier noch die Einzelergebnisse unserer Werderaner … ha … MOMENT!
Trommelwirbel!!!
Wer hat von uns die meisten Punkte gesammelt?
Haha – SENSATION!
Der dicke Milde!
ICH GLAUBE, DAS GAB ES NOCH NIE.

15. Lars Milde – 4,0 Punkte
29. Luc Eitel – 3,0 Punkte
33. Liz Eitel – 3,0 Punkte
36. Anton Heinrich Höggemeier – 2,5 Punkte
45. Noah Johann auf der Heide – 1,0 Punkt

Vielen Dank, lieber Delmenhorster SK, für die Ausrichtung dieses tollen Turniers!

Ich verzeihe euch auch den klitzekleinen Fehler, dass ihr meinen propagierten Seniorenpreis dann doch an Fred Hedke vergeben habt – nur weil er halt einen Punkt mehr geholt hat. 😉
Herzlichen Glückwunsch, Fred!

Die Ergebnisse zum Nachlesen:
Delme Chess Festival Schnellschach 2026

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