Saisonabschluss der Jugendbundesliga unter Extrembedingungen
09.07.26 von David Lobzhanidze
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Die Saison der Jugendbundesliga fand in diesem Jahr erst ungewöhnlich spät ihren Abschluss. Ende Juni mussten alle Mannschaften eine ausgefallene Doppelrunde nachholen, die ursprünglich für Januar angesetzt gewesen war. Damals hatte das Schneechaos eine Anreise nach Magdeburg unmöglich gemacht, sodass die komplette Doppelrunde verlegt werden musste.
Doch auch der Nachholtermin stand unter keinem guten Stern. Diesmal war es die extreme Hitze, die allen Beteiligten zu schaffen machte. Ausgerechnet an diesem Wochenende wurden in Magdeburg Temperaturen von bis zu 40 Grad gemessen. Auch im Spiellokal herrschten nahezu tropische Bedingungen – Schachspielen fühlte sich eher wie ein Aufenthalt in der Sauna an. Die Spieler schwitzten an den Brettern unabhängig davon, ob ihre Stellung angenehm oder schwierig war. Die Organisatoren bemühten sich zwar nach Kräften, unter anderem mit mehreren Ventilatoren, doch gegen die außergewöhnlichen Temperaturen waren diese Maßnahmen letztlich nur begrenzt wirksam. Unter normalen Umständen hätte man wohl auch diese Doppelrunde verschieben müssen. Da es jedoch keinen weiteren Ausweichtermin gab, musste gespielt werden.
Wir traten mit Finn Helms, Tim Zimmer, Luc Eitel, Joshua Grabowski, Ture Jablonski und Henry Engelhaupt an.
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Am Samstag gelang uns gegen den SC Anhalt ein überzeugender 4,5:1,5-Erfolg. Damit war bereits vor der letzten Runde ein Platz in der oberen Tabellenhälfte gesichert.
Zum Saisonabschluss wartete mit dem Tabellenführer AE Magdeburg die wohl schwerste Aufgabe. Die Gastgeber hatten bis dahin alle sechs Mannschaftskämpfe gewonnen und standen bereits vorzeitig als Meister fest. Dennoch wollten wir dem Favoriten Paroli bieten.
Am Spitzenbrett zeigte Finn mit den schwarzen Steinen eine hervorragende Leistung und bezwang seinen starken Gegner Sebastian. Gleichzeitig gelang ihm damit die Revanche für die Niederlage in Willingen – bemerkenswerterweise in derselben Eröffnung. Nach einer typischen sizilianischen Partie wehrte Finn den gegnerischen Angriff souverän ab und entschied schließlich das Endspiel für sich.
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In der Diagrammstellung nach 51...Tb3 52.Kxd2 Txb4 53.Tc1 Tb8 konnte Finn den gefährlichen c-Bauern aufhalten und seine drei Mehrbauern am Königsflügel gaben schließlich den Ausschlag. Seine ausführlichen Partiekommentare sind unten zu finden.
Auch Ture steuerte mit einer überzeugenden Leistung einen vollen Punkt bei. Leider standen auf der anderen Seite drei Niederlagen zu Buche, sodass die Entscheidung in der letzten noch laufenden Partie zwischen Henry und Oskar fiel.
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Henry kämpfte bis zum Schluss um den Mannschaftspunkt und setzte seinen Gegner über viele Züge hinweg unter Druck.
In der Diagrammstellung opferte Henry mutig seinen Läufer für zwei Bauern: 62.Lxh5! gxh5 63.Sxh5. Nach 63...f5 64.Sf6 Kc7 bot das schnelle Vorrücken seiner h und g Bauern gute Gewinnchancen. Stattdessen entschied er sich zunächst dafür, auch den dritten Bauern einzusammeln. Dadurch erhielt sein Gegner gerade genug Zeit, Gegenspiel zu organisieren. Nach langem Kampf endete das spannende Endspiel schließlich mit einem Remis.
So mussten wir uns dem neuen Meister knapp mit 2,5:3,5 geschlagen geben. AE Magdeburg gewann damit alle sieben Mannschaftskämpfe und sicherte sich den Titel hochverdient.
Für uns fällt das Saisonfazit dennoch durchweg positiv aus. Nach dem Wiederaufstieg war das erklärte Ziel, sich in der oberen Tabellenhälfte zu etablieren. Dieses Ziel haben wir eindrucksvoll erreicht. Mit einer Bestbesetzung in jeder Runde wäre sogar ein Kampf um die Meisterschaft durchaus möglich gewesen. Angesichts zahlreicher Terminüberschneidungen war es jedoch praktisch unmöglich, während der gesamten Saison stets mit der stärksten Mannschaft anzutreten.
Unterm Strich war es eine erfolgreiche Spielzeit, in der unsere Nachwuchsspieler nicht nur ein gutes Ergebnis erzielten, sondern auch viele wertvolle Erfahrungen auf höchstem Jugendniveau sammeln konnten.
Alle Ergebnisse der Jugendbundesliga Nord, Staffel Mitte, sind hier zu finden:
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