Hartes Urteil: FIFA sperrt Frings für WM-Halbfinale
03.07.06

Torsten Frings wurde für das Halbfinale-Spiel gegen Italien gesperrt.
Profis
Montag, 03.07.2006 / 18:55 Uhr
Werder-Profi Torsten Frings darf im WM-Halbfinale gegen Italien am Dienstag (21 Uhr/live im ZDF und bei Premiere) in Dortmund nicht spielen. Die Disziplinarkommission des Weltverbandes FIFA sperrte den 29-Jährigen wegen einer Tätlichkeit gegen den Argentinier Julio Cruz für zwei Spiele.
Die Sperre für das zweite Spiel wird allerdings für sechs Monate zur Bewährung ausgesetzt. Somit kann Frings im Finale oder im Spiel um Platz drei wieder mitwirken. Außerdem muss der Bremer eine Geldbuße von 5000 Schweizer Franken zahlen.
Bei Werder Bremen wurde die Entscheidung kritisch aufgenommen. Geschäftsführer Klaus Allofs sagte am Montagabend auf Norderney: "Bei so einem wichtigen Turnier einen Spieler wegen einer Rangelei für das Halbfinale zu sperren, ist sehr, sehr hart." Cheftrainer Thomas Schaaf dazu: "Natürlich können wir uns aus der Entfernung nur ganz schwer ein Bild machen, aber das ist schon eine schwere Strafe für einen Spieler, der über all die Jahre gezeigt hat, dass er ein hervorragender Sportsmann und fairer Spieler ist."
Wenn es nach der sportlichen Leitung der Grün-Weißen ginge, würde die Sperre für Torsten Frings seinem Werder-Teamkollegen Tim Borowski einen Platz in der Startelf ermöglichen. "Ich gehe davon aus, dass Tim jetzt seine Chance erhält. Er kann auf dieser Position einen großen Beitrag dazu leisten, die Italiener von Beginn an unter Druck zu setzen", so Klaus Allofs.
Oliver Bierhoff, Manager der Nationalmannschaft, wurde unmittelbar nach der Landung des DFB-Teams in Dortmund vom Fußball-Weltverband FIFA telefonisch über die Sperre informiert. "Wir sind enttäuscht. Wir waren der Meinung, dass wir eine schlüssige Begründung für einen Freispruch vorgelegt haben. Die Bilder haben bewiesen, dass der Schiedsrichter und die beiden Assistenten direkt in der Nähe von Frings gestanden haben. Deshalb war es aus unserer Sicht eine Tatsachenentscheidung. Es bleibt uns jetzt nichts anderes übrig, als die Entscheidung zu akzeptieren. Wir werden uns jetzt ausschließlich auf das Italien-Spiel konzentrieren und sind optimistisch, dass Frings im Finale wieder dabei ist."
Frings wurde nach Studium von Fernsehbildern verurteilt. Schiedsrichter Lubos Michel (Slowakei) hatte die Szene während der Tumulte nach dem deutschen Sieg am vergangenen Freitag im WM-Viertelfinale gegen Argentinien nach Elfmeterschießen (4:2 i.E., 1:1 n.V.) nicht geahndet.
Die Disziplinarkommission der FIFA unter Vorsitz von Marcel Mathier (Schweiz), Jan Peeters (Belgien) und Mehmet Spaho (Bosnien-Herzegowina) verurteilte Frings auf Grund von Paragraph 48 des Disziplinarreglements wegen Tätlichkeit. Weil eine Provokation vorlag (Paragraph 33) wurde nur auf zwei Spiele Sperre entschieden.
Das Urteil ist zudem rechtskräftig. Laut Paragraph 122 kann es keine Berufung geben, wenn weniger als drei Spiele Sperre ausgesprochen werden. Die Bewährungsfrist gilt nur für Länderspiele. Sollte sich Frings erneut eine Tätlichkeit erlauben, müsste er die Sperre für das zweite Spiel dann verbüßen.
werder.de/DFB
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