Geschäftsführung und Profis schließen Kompromiss über Meisterprämie
25.05.04
Profis
Dienstag, 25.05.2004 / 17:35 Uhr
In einer Besprechung der Werder-Geschäftsführung mit allen Spielern des Bundesliga-Kaders wurde am Dienstagvormittag eine Lösung gefunden, die die Berechnung der Meisterprämie regelt. Damit räumten beide Parteien bisherige Irritationen aus dem Weg.
Nach der 90-minütigen Sitzung im Mediaraum des Weser-Stadions, sagte Werders Geschäftsführer Klaus Allofs: "Wir haben uns sehr weit an die Vorstellungen der Mannschaft angenähert. Natürlich haben die Spieler eine Prämie für diese große Saison, die sie gespielt haben, verdient. Ob das aber in dieser Größenordnung sein muss, das lasse ich mal so dahingestellt."
Mannschaftskapitän Frank Baumann sagte im Anschluss an das Gespräch: "Ausgeräumt ist die Sache insofern, weil jetzt ein Kompromiss gefunden wurde, auf dem die weitere Zusammenarbeit basieren wird." Zur Bewertung der nun gültigen Regelung sagte Baumann: "Die Mannschaft ist der Auffassung, dass ein fester Betrag mündlich vereinbart war. Dieser Kompromiss ist daher ein deutliches Entgegenkommen des Teams gegenüber der Geschäftsführung."
Warum die Geschäftsführung nicht die von der Mannschaft geforderte Summe zahlen konnte, machte Klaus Allofs deutlich: "Zunächst einmal gibt es unterschiedliche Auffassungen über das, was vor der Saison mündlich vereinbart wurde. Grundsätzlich muss bei allen Prämienregelungen die Einnahmesituation berücksichtigt werden. Weil wir in den letzten Jahren einen Einnahmerückgang erlebt haben, mussten wir bereits vor der Saison die Punktprämien streichen. Die Meister-Prämie, um die es nun geht, wird aus zu erwarteten Einnahmen der Champions League gezahlt, aber die werden für die deutschen Vereine in der kommenden Saison leider nicht so hoch ausfallen wie zuletzt. Das war bei unseren Planungen nicht vorauszusehen. Dem müssen wir aber Rechnung tragen. Prämienzahlungen sind in letzter Konsequenz freiwillige Zahlungen. Wir versuchen dennoch immer eine Lösung zu finden, mit der alle leben können. Unter dem Strich glaube ich, dass die Spieler schon verstanden haben, warum wir nicht 100prozentig ihre Vorstellungen erfüllen können."
Beide Seiten wollen nun dazu beitragen, dass es zukünftig nicht mehr zu solchen Irritationen kommt. "Sicherlich werden wir solche Absprachen das nächste Mal schriftlich fixieren", sagte Mannschaftskapitän Frank Baumann. Klaus Allofs gibt in diesem Zusammenhang aber zu bedenken, dass die wirtschaftliche Entwicklung auch in Zukunft bezüglich der Prämien ein flexibles Handeln nötig machen könne.
Dass die internen Unstimmigkeiten sich auf die sportliche Leistung niederschlagen könnten, glaubt Frank Baumann indes nicht. Er ist sicher, dass er im Berliner Olympiastadion eine hochmotivierte Elf aufs Feld führen wird: "Wir werden am Samstag alles daran setzen, diesen Titel zu holen. Keiner wird nachlässig sein. Auch deswegen, weil wir dem Verein die Pokalprämie ganz sicher nicht ersparen wollen."
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