20 Jahre deutsche Einheit : Werder-Akteure blicken zurück
02.10.10

'Fritz', 'Boro' und Dr. Götz Dimanski berichten bei WERDER.TV über ihre Erinnerungen an die ehemalige DDR.
Profis
Samstag, 02.10.2010 / 10:56 Uhr
Die deutsche Einheit feiert Geburtstag. Am Sonntag, 3.Oktober 2010, jährt sich die Wiedervereinigung Deutschlands zum 20. Mal. Sportlich hat die Zusammenführung der Republik viele Träume von Fußballern wahr werden lassen. Auch bei so manchem Werder-Akteur weckt dieses Jubiläum Erinnerungen aus längst vergangenen Kindheitstagen. Ob in Erfurt, Neubrandenburg oder in Leipzig, Clemens Fritz, Tim Borowski und Mannschaftsarzt Dr. Götz Dimanski erlebten den Mauerfall allesamt in der ehemaligen DDR. Aus unterschiedlichsten Perspektiven blicken sie bei WERDER.TV anlässlich des Tags der Deutschen Einheit zurück in eine Zeit, die ihren sportlichen Werdegang bereits früh abzeichnete: "Ich war als Jugendlicher auf der KJS, der Kinder und Jugend Sportschule in Erfurt“, erinnert sich Clemens Fritz, der von den leistungsorientierten Sportkonzepten einiger Sportgymnasien in Erfurt auch heute noch sehr angetan ist. „Der Fokus dort war absolut auf den Sport gerichtet, es gab ein breites Angebot an Sportarten. Natürlich musste aber auch die schulische Leistung stimmen, um überhaupt erst einmal angenommen zu werden.“
Auch Tim Borowski weiß noch genau, wie seine ersten Schritte in Richtung Fußballerkarriere aussahen: „Ich war damals auf der Eliteschule des Sports in Neubrandenburg und als Fußballer fast schon ein Exot. Denn mit Katrin Krabbe, Grit Breuer oder auch Astrid Kumbernuss sind extrem viele Leichtathleten aus diesem Gymnasium hervorgegangen.“ Den Mauerfall erlebte der heute 30-Jährige damals im heimischen Wohnzimmer: „Ich war mit meinen Eltern zu Hause und wir haben es live am Bildschirm verfolgt. So richtig einordnen, was das jetzt genau für uns zu bedeuten hat, konnte ich es mit gerade mal zehn Jahren aber nicht.“
Für den zum Zeitpunkt des Mauerfalls 30-jährigen Dimanski eröffneten sich durch die Wiedervereinigung beruflich völlig neue Perspektiven: „Für mich war das eine enorme Chance, die sich mir geboten hat und die ich mit aller Kraft wahrgenommen hab“, sagt der 51-Jährige, der zu Zeiten der Wende die Mannschaft von Lokomotive Leipzig als Mannschaftsarzt betreute. Seine ersten Erfahrungen mit dem Westen hat Werders Doc noch genau vor Augen: „Das mag heute komisch klingen, aber meine erste Reise ging damals nach Dänemark und die zweite nach Schweden. Das waren Intertoto-Spiele mit Lok Leipzig." Nur zu gut erinnert sich auch Tim Borowski an seinen ersten Ausflug in den Westen. „Wir wurden damals mit einer Stadtauswahl aus Neubrandenburg zu einem Turnier nach Jever eingeladen, was für uns natürlich eine Riesen-Geschichte war. Nach der zwölf-stündigen Busfahrt, in dem, glaub ich, ältesten Bus, den es zu der Zeit in der DDR gab, habe ich dort meine erste Pizza gegessen und meine erste Coca-Cola getrunken.“
Seitdem sind 20 Jahre vergangen, der Osten wurde zum Teil des Westens und der Westen zum Teil des Ostens. 20 Jahre auch voller Vorurteile, die, wie Clemens Fritz sagt, abgebaut zu sein scheinen: „In bestimmten Situationen wird schon noch von „Ossi“ und „Wessi“ gesprochen, dennoch bin ich der Überzeugung, dass sich das Verständnis insofern verschoben hat, dass Deutschland Eins ist."
Was Dimanski, Fritz und Borowski aus der damaligen Zeit noch so alles im Gedächtnis geblieben ist, verrieten sie im Interview bei WERDER.TV. Zudem lohnt sich ein Rundgang durch das WUSEUM, wo ab Montag, 04.10.2010, ab 17 Uhr die Sonderausstellung "Doppelpässe – Wie die Deutschen die Mauer umspielten" eröffnet wird. Die Ausstellung erzählt die Geschichte der deutschen Teilung anhand der Fußballbeziehungen zwischen Ost- und Westdeutschland von 1945 bis 1990.
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