„Ich wurde immer früh ins kalte Wasser geschmissen“

07.03.24 von Von Moritz Studer

Leonardo Bittencourt über sein Jubiläum und Ex-Klub Borussia Dortmund

Bittencourt mit Ball am Fuß vor Marco Reus.

Leonardo Bittencourt bestritt in Hoffenheim sein 250. Bundesliga-Spiel (Foto: W.DE).

Profis

Donnerstag, 07.03.2024 / 10:30 Uhr

Von Moritz Studer

Die ersten Schritte vergisst ein Fußballprofi nie. „Ich habe auf das Trikot gezeigt und habe den Schmetterling-Jubel gemacht“, erinnert sich Leonardo Bittencourt grinsend an sein erstes Bundesliga-Tor in seiner zweiten Partie im Oberhaus. „Die Jungs haben sich für mich gefreut, weil ich immer Gas gegeben habe – sogar Roman Weidenfeller ist aus seinem Tor ganz mit nach vorne gelaufen.“ Fast genau elf Jahre später bestritt Bittencourt am vergangenen Wochenende sein 250. Bundesliga-Spiel. Nun trifft der 30-Jährige mit Borussia Dortmund auf den Verein, für den er seine erste Erfahrung in Deutschlands höchster Spielklasse machte.

Immerhin war Jürgen Klopp der Chefcoach, der einem jungen Leonardo Bittencourt großes Vertrauen schenkte. Der spätere Welttrainer ließ den damals 18-Jährigen 2012 im Revierderby gegen Schalke 04 zum ersten Mal Bundesliga-Luft schnuppern. „Mein erstes Bundesliga-Spiel in einem Derby zu machen, hat mir gezeigt, dass der Trainer mir ein stückweit vertraut hat“, sagt Bittencourt, der schon mit Energie Cottbus früh hitzige Duelle auf dem Platz erlebte. „Ich wurde in meiner ganzen Karriere immer früh ins kalte Wasser geschmissen und das hat mich abgehärtet. Das ist vielleicht auch der Grund, weswegen ich diese Spiele am meisten liebe.“

Während früher noch die Nervosität eine große Rolle spielte, sei mittlerweile die Vorfreude auf diese Partien überwiegend. Mit Mats Hummels, Marco Reus, Sebastian Kehl, Nuri Sahin und Sven Bender sind zwar einige ehemalige Mitspieler noch aktiv oder bereits als Vereinsverantwortliche tätig, trotzdem blickt Werders Nummer 10 dem Duell gegen seinen alten Arbeitgeber relativ nüchtern entgegen. „Ich freue mich immer, wenn wir uns bei den Spielen gegeneinander über den Weg laufen“, sagt Bittencourt. „Dass ich dort war, ist aber über zehn Jahre her. Wenn der Wechsel kurz vor dem Spiel gewesen wäre, wäre die Vorfreude bestimmt besonders – so ist es ein weiteres Spiel, dass wir unbedingt gewinnen wollen.“

Diesen Willen haben die Grün-Weißen bei der 0:1-Hinspielniederlage an den Tag gelegt. Die Mannschaft von Trainer Ole Werner trat die Heimreise zwar ohne Zählbares an, nahm aus der respektablen Leistung viel Schwung für die kommenden Aufgaben mit.

Besonderer Meilenstein: Leonardo #Bittencourt bestritt bei #TSGSVW sein 2⃣5⃣0⃣. Bundesliga-Spiel. ????

Das nächste Jubiläum steht für Leo schon bevor. ????

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— SV Werder Bremen (@werderbremen) March 5, 2024

„Von der Art und Weise war das schon ein kleiner Turnaround“, findet Bittencourt. „Wir wissen, dass der BVB kommt und sie uns an einem richtig guten Tag sehr wehtun können. Daher müssen wir aufpassen und alles reinwerfen, wir haben aber auch schon gezeigt, dass wir solche Spiele gewinnen können.“ Vor der Länderspielpause gehe es nun darum, sich für die Bundesliga-Crunch-Time in Position zu bringen.