Schützenhilfe, Völler-Show und Bundesliga-Geschichte

10.02.23 von Von Moritz Studer

Wusstet Ihr, dass...? Zahlen, Daten und Fakten zum Heimspiel gegen Dortmund

Die Mannschaft jubelt vor dem Gästeblock in Dortmund.

Im Hinspiel schrieb der SV Werder Bremen Bundesliga-Geschichte (Foto: WERDER.DE).

Profis

Freitag, 10.02.2023 / 15:02 Uhr

Von Moritz Studer

Am Samstag (11.02., 15.30 Uhr) trifft der SV Werder Bremen zum 117. Mal seit der der Einführung der Fußball-Bundesliga auf Borussia Dortmund. Deswegen gab es auch zwischen diesen beiden Duellanten Spiele, die in Erinnerung geblieben sind oder Statistiken, die aufgefallen sind. Wir haben für euch ein paar Zahlen, Daten, Fakten und Wissenswertes rund um das anstehende Heimspiel gegen den BVB zusammengetragen.

Eine lange Liste: Es gibt zahlreiche Spieler, die sowohl für den SV Werder Bremen als auch für Borussia Dortmund aufgelaufen sind. Aus dem aktuellen Kader der Grün-Weißen haben Marvin Ducksch, Amos Pieper, Leonardo Bittencourt und Maximilian Philipp das BVB-Trikot getragen. In der jüngsten Vergangenheit aber auch Ömer Toprak, Nuri Sahin, Thomas Delaney, Patrick Owomoyela, Nelson Valdez und, und, und. Die meisten Tore im direkten Duell erzielte Manfred Burgsmüller, der vier Mal für Werder und fünf Mal für die Borussia netzte. Insgesamt ist der aktuelle BVB-Kapitän Marco Reus mit elf Treffern der beste Knipser in diesem traditionsreichen Fußball-Duell.

Rückkehr nach Bremen: Julian Brandt fehlt auf der eben angesprochenen Liste. Brandt ist zwar in Bremen geboren, wechselte vom SC Borgfeld aber zum VfL Wolfsburg, ehe er den Bundesliga-Durchbruch bei Bayer 04 Leverkusen schaffte. Der 26-jährige Nationalspieler befindet sich aktuell in einer herausragenden Form und lieferte wettbewerbsübergreifend sechs Tore und fünf Vorlagen – im Jahr 2023 war er bereits an drei Bundesliga-Treffern direkt beteiligt. Brandts Verbindung nach Bremen ist aber noch gegeben, sein Bruder Jascha spielt in der Regionalliga-Mannschaft des SVW.

Erst Schützenhilfe, dann fast Spielverderber: Das Meisterschaftsrennen der Saison 2001/02 blieb bis zum letzten Spieltag offen. Im Schlussspurt ging Bayer 04 Leverkusen die Luft aus, nachdem sie unter anderem auch gegen Werder eine 1:2-Niederlage kassierten. Damals erzielte Krisztián Lisztes ein regelrechtes Traumtor aus der Distanz (siehe rechts), später markierte Ailton den Siegtreffer. Am 34. Spieltag war Borussia Dortmund schließlich in einem Heimspiel gegen den SVW in der Pole-Position, bekam von Grün und Weiß jedoch nichts geschenkt. Paul Stalteri brachte die Mannschaft von Thomas Schaaf in Führung, sodass die Verfolger Leverkusen und Bayern sich kurzzeitig Hoffnung machten. Letztlich drehte der BVB die Begegnung nach Toren von Jan Koller und Ewerthon und wurde zum sechsten Mal Deutscher Meister.

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Historische Völler-Show, Bundesliga-Geschichte im Hinspiel

Ein historischer Sieg: Den höchsten Sieg in diesem Bundesliga-Duell fuhr der SV Werder Bremen am 7. Dezember 1984 ein. Damals legte der SVW eine Gala-Vorstellung hin, bei der Frank Neubarth und Uwe Reinders nach ihren Toren die Bühne für Rudi Völler freimachten. Dem Torjäger glückten weitere vier Treffer, unter denen er sogar einen lupenreinen Hattrick schnürte. An diesem Freitagabend bejubelten 19.000 Zuschauer:innen einen 6:0-Erfolg, der später auf der Anzeigetafel stand und in diesem Aufeinandertreffen nie überboten wurde.

Apropos historisch: An den 3:2-Sieg im Hinspiel werden sich viele Werder-Fans noch jahrelang erinnern. Lange sah es so aus, als würde der SVW trotz einer ansprechenden Leistung die Heimreise mit leeren Händen antreten müssen. Doch dann schrieben die Grün-Weißen Bundesliga-Geschichte: Noch nie war es einer Mannschaft gelungen, die bis zur 88. Minute mit 0:2 in Rückstand lag, noch als Sieger vom Platz zu gehen. Außerdem waren Lee Buchanan (89.), Niklas Schmidt (90+3.) und Oliver Burke (90.+5) allesamt als Joker auf das Spielfeld gekommen.

Ole's Wechselbad der Gefühle: Cheftrainer Ole Werner traf in seiner Laufbahn erst zwei Mal auf den BVB und erlebte in diesen Duellen jeweils erinnerungswürdige Spiele: Mit Holstein Kiel, das im Wettbewerbsverlauf Bayern München ausschaltete, trat Werner im DFB-Pokal-Halbfinale in Dortmund an. Schon zur Pause war die Begegnung jedoch entschieden und Kiel schied gegen den späteren Pokalsieger mit einer 0:5-Pleite aus. Eine schöne Erinnerung ist für Coach Werner daher wohl die historische Wende im Hinspiel. Bei seinem ersten Heimspiel gegen den aktuellen Tabellendritten werden die Karten nun neu gemischt.