Werder verpflichtet freigestellten Lennart Johanns für die U19
06.02.24 von Von Noah Brodersen

Das WERDER Leistungszentrum verstärkt sich mit Lennart Johanns (Foto: W.DE).
Junioren
Dienstag, 06.02.2024 / 12:00 Uhr
Von Noah Brodersen
Der SV Werder Bremen hat für die U19 Lennart Johanns von RB Leipzig verpflichtet. Der 18-Jährige war bei den Sachsen in einen Vorfall mit rassistischen Äußerungen verwickelt und freigestellt worden. Die Grün-Weißen wollen dem Nachwuchsspieler, der in der Vergangenheit bereits bei Werder gespielt hat, eine zweite Chance geben.
„Wir haben den Fall sehr intensiv geprüft, sowohl intern als auch extern. Wir haben uns mit den Kollegen aus Leipzig ausgetauscht. Die Aussagen der Verantwortlichen von RB haben uns ein Bild vermittelt, dass Lennart in dem Fall eine klare Grenzüberschreitung begangen hat, er sich aber sonst während der zweieinhalb Jahre in Leipzig Nichts hat zu Schulden kommen lassen. Unsere Erfahrungen mit ihm waren positiv sowohl fußballerisch aber vor allem auch menschlich. Nach intensiven Gesprächen unter anderem auch mit unserer Abteilung Fankultur und Antidiskriminierung haben wir uns entschieden, ihn in unsere U19 aufzunehmen und ihm eine zweite Chance zu geben. Allerdings sind daran auch Bedingungen für ihn geknüpft, die er erfüllen muss“, erklärt Björn Schierenbeck, Leiter des Leistungszentrums bei Werder Bremen.

Trainer Cédric Makiadi kennt Johanns bereits aus der U16 (Foto: W.DE).
„Ich kenne Lennart und seine Eltern aus seiner Zeit bei der U16“, sagt U19-Trainer Cédric Makiadi. „Er war bei mir Vize-Kapitän und ich hatte einen sehr guten Eindruck von ihm. Ich bin daher absolut bereit dafür, Lennart in unsere Mannschaft aufzunehmen“, so Makiadi weiter.
Bei den Grün-Weißen wird Lennart Johanns nicht nur Fußball spielen, sondern sich auch aktiv in sozialen Projekten engagieren und ein Projekt in den Bereichen Antidiskriminierung, Antirassismus oder Diversity entwickeln. „Lennart wird regelmäßig in unser Spielraum-Projekt eingebunden. Außerdem wird er in Abstimmung mit der Abteilung Fankultur und Antidiskriminierung eine Veranstaltung organisieren, bei der er den Themenschwerpunkt erstellt, das Konzept entwickelt und die Organisation und Umsetzung übernimmt. Das natürlich alles unterstützt und begleitet von Mitarbeitenden von Werder“, erklärt Jermaine Greene, Antidiskriminierungsbeauftragter von Werder Bremen.
„Ich bin Werder sehr dankbar, dass ich die Möglichkeit bekomme, hier wieder spielen zu dürfen. Ich habe in Leipzig einen großen Fehler gemacht, den ich aufrichtig bereue. Ich will bei Werder auf und neben dem Platz alles dafür tun, um meine Chance zu nutzen“, sagt Lennart Johanns.
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