Handballfest gegen HC Leipzig: Werder begeistert die Fans
06.10.14

Die Grün-Weißen gaben keinen Ball und keinen Zweikampf verloren: Hier stoppen Joseffa Baumann, Marilena Niemann und Nele Osterthun (v. li.) einen Leipziger Angriffsversuch.
Handball
Montag, 06.10.2014 / 12:48 Uhr
Am Ende gab es bei den Grün-Weißen Jubel wie nach einem Sieg - und das zu Recht. Der SV Werder Bremen bot Titelverteidiger und Champions-League-Teilnehmer HC Leipzig in der 2. Hauptrunde des DHB-Pokals 60 Minuten lang Paroli und musste sich am Ende nur mit 27:32 (12:16) geschlagen geben.
Am Ende gab es bei den Grün-Weißen Jubel wie nach einem Sieg - und das zu Recht. Drittligist SV Werder Bremen bot Titelverteidiger und Champions-League-Teilnehmer HC Leipzig in der 2. Hauptrunde des DHB-Pokals 60 Minuten lang Paroli und musste sich am Ende nur mit 27:32 (12:16) geschlagen geben.
Während die Spielerinnen stolz und glücklich mit einem Strahlen im Gesicht durch die Halle liefen, sprach Werder-Trainer Radek Lewicki von einer "sensationellen Leistung" seines Teams. Zwar waren die Leipzigerinnen mit einigen Verletzungssorgen an die Weser gereist, boten jedoch ein Team auf, in dem - angeführt von Nationaltorhüterin Katja Schülke - alle Spielerinnen über Länderspiel-Erfahrung verfügen.
Die Grün-Weißen ließen sich davon allerdings nicht beeindrucken, begannen furios und legten nach etwas mehr als drei Minuten eine 4:1-Führung vor. Erst in der 17. Minute lagen die Gäste beim 8:9 erstmals ihrerseits in Front und bauten den Vorsprung bis zum Seitenwechsel auf 12:16 aus. Ein sicheres Ruhekissen war das für den deutschen Vize-Meister aber nicht. Der SV Werder kämpfte sich im zweiten Durchgang wieder auf 18:20 heran (40.) und lag auch fünf Minuten vor dem Ende beim 25:27 nur mit zwei Treffern zurück. "Da habe ich mich kurz dabei erwischt, dass ich dachte, wir können tatsächlich die ganz große Überraschung schaffen", schmunzelte Radek Lewicki nach dem Abpfiff. Und tatsächlich spielte seine Mannschaft an diesem Tag so auf, dass ihr nahezu alles zuzutrauen war. "Am Ende hat ein mit Nationalspielerinnen gespickter Champions-League-Teilnehmer aber natürlich so viel Qualität, dass er ein solches Spiel erfolgreich nach Hause bringt", so Lewicki.
Allerdings musste HCL-Trainer Norman Rentsch am Ende Katja Schülke ins Tor und seine weiteren A-Nationalspielerinnen aufs Feld beordern und zudem eine Auszeit nehmen, um die Mannschaft für die Schlussphase in die richtige Spur zu bringen. Mit einem Doppelpack zum 29:25 sorgte schließlich die 1,90 Meter große Kreisläuferin Luisa Schulze für die Vorentscheidung zugunsten der Gäste. Wenige Sekunden vor dem Abpfiff vergaben die Grün-Weißen, bei denen Trainer Lewicki Torhüterin Meike Anschütz aus dem Spiel genommen und dafür eine siebte Feldspielerin gebracht hatte, aus aussichtsreicher Position ein noch besseres Ergebnis. Und HCL-Torhüterin Katja Schülke traf aus ihrem eigenen Kasten mit einem langen Wurf zum Endstand.
Der begeisterten Stimmung in der Werder-Halle Hermine-Berthold-Straße tat das jedoch keinen Abbruch. Noch Minuten nach dem Abpfiff feierten die Fans der Grün-Weißen ihre Mannschaft für eine unglaubliche Leistung, die eine tolle Werbung für den Bremer Frauenhandball war. "Ein echtes Handballfest, das keiner von uns jemals vergessen wird", machte Radek Lewicki deutlich. "Wir wünschen dem HC Leipzig, der sich hier sehr professionell und sympathisch präsentiert hat, viel Erfolg für den weiteren Saisonverlauf. Vielleicht können wir ja am Ende sagen, dass wir gegen den Pokalsieger nur knapp gescheitert sind."
Für die kommenden Spiele seines Teams wünscht sich der erfahrene Coach: "Wir wollen den Schwung und das Vertrauen in unsere Stärke mitnehmen. Dabei muss uns bewusst sein, dass die Aufgaben in den Liga-Spielen wieder ganz andere sind als gegen Leipzig. Aber wenn wir die Spielfreude, die taktische Disziplin und die Zweikampfstärke in der Defensive beibehalten, wird es schwer, uns zu schlagen."
SV Werder Bremen: Meike Anschütz, Charlotte Schumacher - Marilena Niemann (8), Katrin Friedrich (5/2), Rabea Neßlage (5/3), Leonie Schulte (3), Jennifer Börsen (2), Marie Kaiser (2), Julia Lupke (1), Nele Osterthun (1), Joseffa Baumann, Britta Neumann, Imke Nübel, Julia-Marina Schnell
HC Leipzig: Katja Schülke (1), Nicole Roth - Luisa Schulze (8/1), Karolina Kudlacz (7/6), Roxana-Alina Ioneac (3), Isa-Sophia Rösike (3), Anne Hubinger (2), Alexandra Mazzucco (2), Anne Müller (2), Nele Reimer (2), Michelle Urbicht (2)
Schiedsrichter: Marco Piotraschke/René Ratzmer (Bargteheide/Ratekau)
Strafminuten: 4/4
Siebenmeter: 5/5 - 7/9
Zuschauer: 350
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