Wer liesst denn noch heutzutage?

Dieses Thema im Forum "Off Topic" wurde erstellt von Schmolle, 24. Juni 2008.

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  1. _tdd_

    _tdd_

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    Das ist die Verfilmung bene jener Biographie dich erwähnte und gerade Lese.
    ich habe vor die Verfilmung auch noch zu sehen, allerdings erst nach dem Buch.

    Wenn du was von Capote lesen möchtest empfehle ich "Music for Chameleons", eine sammlung von Kurzgeschichten, oder bezw. und den Klassiker "Frühstück bei Tiffany" in der Originalfassung großartig.
    Zu "In Cold Blood" werde ich mich dann nochmal äußern wenn ich damit durch bin.
     
  2. Das hab ich auch net so verstanden. Bücher sind schon besser wie die Filme, da hatte ich das falsch formuliert. Hab ja auch nichts für Ungut genommen :beer:

    Das stimmt allerdings. Auch fand ich, dass sich beide Killer relativ ähnelnden.
    Dennoch fand ich es nicht langweilig. Fand es trotzdem spannend. Wobei ich erst "Schweigen der Lämmer" und dann "Roter Drache" gelesen habe.
     
  3. Hurrikan

    Hurrikan Guest



    DSHAMILJA


    @Kosch
    'SeelenZwilling' :confused:


    Diese, eine der schönsten Erzählungen von Aitmatov, geschrieben in einer Epoche, als die FRAU mehr Leibeigene ward, in einem Land, wo noch lange Zeit nach Gorbatschov Frauen gegen 3 Schafe dem Manne versprochen wurden.
    Ich habe sie geliebt - die Dshamilja. Und irgendwie hat sie mich immer ein Stück begleitet - allein schon ihrer Stärke wegen, SIE - die es wagte Grenzen zu überschreiten.

    Muss ich einfach nochmal lesen.

    :tnx:
     
  4. @_tdd_: Kann ich nur wärmstens empfehlen. Ich kannte außer dem Namen vorher von Capote nichts. Habe aber wegen dem Film auch ein Orginalinterview von Capote gesehen und die Darstellung von Hoffmann ist genial. Er hat die spleenige Sprechweise Capotes grandios imitiert. Da ich im anderen Thread rausgelesen habe, dass du Englisch kannst, leg ich dir die Orginalfassung des Films wärmstens ans Herz (auch wenn Schmolle da nicht soviel von hält ;)).

    @Onno:

    Eigentlich will ich ja nicht weiter drauf rum reiten, aber es muss heißen: "besser als der Film"... Entschuldige, dass ich weiterhin am Klugscheißen bin... ;)

    Und mal an die anderen Experten (weil ich bald mit meiner Sommer-Reise-Kühlschranklektüre durch bin): Ich will mal was lesen, was man angeblich gelesen haben muss. So voll krass Weltliteratur und so, aber leserlich. Ich bitte um Vorschläge...
     
  5. Das ist allerdings Klugscheißerei ;)
    Wobei ich jetzt erst merke, was du gemeint hattest.
    Ich war auf ner ganz anderen Baustelle :wall:

    Aber im Forum achte ich eigentlich nicht wirklich auf Rechtschreibung.
    Ich hab mir gerade sogar schon angewöhnt, die Groß- und Kleinschreibung zu beachten :grinsen:
     
  6. _tdd_

    _tdd_

    Ort:
    NULL
    ICh bin zwar nicht unbedingt ein Experte, aber da gibt es natürlich jede menge zu empfehlen. Da du sowieso vorhast Capote zu lesen wäre das natürlich eine Idee. Gerade im englsichsprachigen Raum zählen "Breakfast at Tiffany's" und "In Cold Blood" zu den bedeutenderen Büchern der mitte des letzten Jahrhunderts, und waren stilistisch für viele Autoren richtungsweisend. Ich lese sonst noch sehr gern Kafka, welcher wie ich finde sehr leserlich ist, aber viel Zeit verlangt da er die grauen zellen serhr animiert. Ein großer verehrer bin ich auch Kästner.
    Den Roman Fabian kann ich jedem nur ans Herz legen. Er ist sehr gut zu lesen, ist geschichtlich von Bedeutung voll von interessanten metaphern und hat einen fast schon in die richtung von aufklärung und idealismus gehenden subtext.

    In einem 25 jahre nach erstveröffnetlichung geschriebenen Vorwort zur Neuauflage des Buches schrieb Kästner.

    Der Moralist pflegt seiner Epoche keinen Spiegel, sondern einen Zerrspiegel vorzuhalten. Die Karikatur, ein legitimes Kunstmittel, ist das Äußerste, was er vermag. Wenn auch das nichts hilft, dann hilft überhaupt nichts mehr. Daß überhaupt nichts hilft, ist - damals wie heute - keine Seltenheit.
    Eine Seltenheit wäre es allerdings, wenn das den moralisten entmutigte. Sein angestammter Platz ist und bleibt der verlorene Posten. Ihn füllt er, so gut er kann, aus. Sein Wahlspruch hieß immer und heißt auch jetzt: Dennoch!

    zunächst hat mich allein dieser Absatz des Vorworts sehr bewegt und auch geprägt, zum anderen aber ist es aber auch ein sehr Aussagekräftig in bezug auf den Roman. Wer an den Überlegungen, was ein moralist ist, und wie ein solcher Handeln sollte, Interesse findet, wird das Buch sehr interesiert, und ich bin mir sicher nicht nur einmal, lesen.

    Böll halte ich für gut Lesbar und durchaus Gehaltvoll.
    Gut lesbare Weltliteratur findet man meiner Meinung nach auch bei Dickens.
    Auch Tolstoi find eich sehr lesenswert, hier ist aber anzumerken das die unglaubliche Detailreiche Schilderung in seinen Werken die aufnahmefähigkeit doch sehr beanspruchen. Weswegen man sich für seine Romane viel Zeit nehmen sollte.
     
  7. @Rucksackfranzose
    Mooooooment (nicht viel halten von "im Original gucken")! Ich halte es für überschätzt! Was jeder selber davon hält soll jeder selber entscheiden.
    Bevor ich etwas nicht sehe, weils nicht "das Original" ist/war gucke/lese ich mir die Übersetzung/synchronisierte Fassung an.

    Klssiker den man (unbedingt?) gelesen haben muß? Mal schauen....


    ....
    Herman Melville "Moby Dick"
    Daniel Dafoe "Robinson Crusoe"
    Ernest Hemingway "Der alte Mann und das Meer"
     
  8. Habe mir neben der Schachnovelle vom Zweig, die ich vor Ewigkeiten gezwungenermaßen in der Schule lesen musste, das mich aber als eines der wenigen Bücher wirklich gefesselt hat, auf euer Anraten direkt "der alte Mann und das Meer" und "Den Prozess" mitbestellt.

    Aktuell lese ich noch ein "eher witziges" Buch, das scheinbar auf der Jaud-Welle mitzuschwimmen versucht. Laut Sticker ist Ralf Husmann der Autor von der Serie "Stromberg". Der Titel ist "Nicht mein Tag" und eigentlich sollte man ja meinen, dass man sich mit lustigen Büchern nicht so schwer tut, weil sie gemeinhin etwas leichtere Lektüre sind und gut zu lesen. Aber in diesem Fall wirkt es alles ein wenig gequält. Einige der Gags kenne ich persönlich quasi schon im Wortlaut. Trotzdem erzeugt es hier und da den ein oder anderen Lacher, wenngleich es bisher nicht im entferntesten an Jaud heranreicht.

    Zum Inhalt:
    Till Reiners hat eine Frau, mit der nichts mehr läuft, ein kleines Kind, dass so Wörter wie A****loch eigentlich noch nicht kennen und nicht mindestens 20mal am Tag erwähnen dürfte, einen vernünftigen Job in einer Bank, einen Flatulenzler als Chef und einen aus der Mode gekommenen Seitenscheitel. Nebenbei ist er mit seinen fast 40 Jahren rattenscharf auf eine junge Mitarbeiterin, die eindeutig der "Generation Doof" zuzuordnen ist.
    Das Leben langweilig, ohne Ereignisse, sieht man mal von lautstarken Fürzen des Chefs ab, wird er eines Tage bei einem Banküberfall als Geisel mitgenommen.
     
  9. Kink

    Kink

    Ort:
    Am Meer
    Andere Foren, andere Sitten...

    ...und Tach erstmal!

    Ich habe mir das anderswo so angewöhnt. Es diszipliniert. Es schreibt sich besser. Man wird ja auch langsam seriös mit den Jahren. Wenn schon nicht inhaltlich, so doch wenigstens in der Form. Vgl. Joschka F.: "Mit Verlaub, Herr Präsident, Sie sind ein *********."
     
  10. Hey von Schmolles Liste der Klassiker die man gelesen haben sollte hab ich ja schon 2 gelesen. :D
    Wobei mir Moby Dick stellenweise etwas langatmig war. Melville verfällt teilweise in ein pseudowissenschaftliches geseier über Wale was mich dann durchaus mal langweilte. Meine Schwester die sich den Roman im englischen Original zu Gemüte führen wollte hat aufgrund dessen dieses wieder gelassen.
    Abgesehen von diesen etwas langatmigen Stellen ist das Buch jedoch großartig und absolut lesenswert.
    Den alten Mann und das Meer hab ich an anderer Stelle ja schon gelobt.

    @ Kink:
    Freut mich wenn ich mit meiner Sicht der Dinge, evtl. doch noch für ein etwas versönlicheres Ende mit dem Roman Schiffbruch mit Tiger sorgen konnte.
     
  11. Danke, für die Tipps! Ich werde wohl nach beenden der Kühlschranklektüre (ich werde vielleicht mal mit einem Toaster durch Bremen trampen) über Hemmingway zu Capote gehen...
     
  12. Wow!! Da ist man mal ein paar Tage weg und dann ist hier soo viel nachzulesen, toll! Vielen Dank schmolle, für die genialen Zusammenfassungen:knutsch:.

    Danke aber auch an alle anderen für die vielen Vorschläge. Ich glaub ich werd mich doch noch mal an Kafka wagen. Musste in der Schule die Verwandlung lesen und fand es einfach nur scheisse. Vielleicht lag es am Zwang.

    Ich les zur Zeit fast nur Kurzgeschichten oder "Klolektüre". Vor ein paar Wochen hab ich die Bio von Paul Gascoigne gelesen, die hat mich ziemlich berührt. Der Mann ist "verrückt" und tut mir einfach nur tierisch leid.
     
  13. Hurrikan

    Hurrikan Guest


    Victor Hugo - "Die lachende Maske"
    Paulo Coelho - "Der Alchimist"
     
  14. @pipilotta
    So ein Lob, mir? Danke :tnx:

    Ein bißchen Nachbetrachtung aus dem 2.0 thread kommt dann noch, darf auch gerne aus anderer Usersicht erfolgen. Das kann dann auch in Zeiten die - mögen sie uns fernbleiben - des geringeren Traffic hier die Diskussion wieder anschieben helfen.

    Meinem alten Gusto folgend, glegentlich reinzustellen, was ich so lese hier eine Exerption aus den titeln die ich "letztens" las:

    Benjamin Franklin "Autobiographie" - der berühmte Amerikaner bekam es immerhin hin, einen Teil seines lebens in worte zu kleiden. Darunter der für mich wichtigste Teil: er bestimmte 13 dinge, an denen er sich verbessern wollte und führte darüber buch, wie es ihm gelang. Das brachte er zu einer hohen Kunst fertig. Immerhin verbat er es sich über andere Menschen abfällig zu reden, er bestimmte sich dazu Ordnung zu halten, reinlich zu sein, sich nicht zu wichtig nehmen (Demut), sparsam zu sein, und vieles mehr. Der neben Voltaire und rousseau größte Universalgleherte des 18ten Jahrhunderts

    "Die Rockefeller Milliarden" - Ein Buch über John D. Rockefeller und seinen Werdegang sowie über den Aufbau und die Unternehmensgeschichte der Standard Oil bis zur Auflösung anfang des 20ten Jahrhunderts.
    rockefeller war als Unternehmer schillernder denn als Privatmensch. fleiß, Unternehmergeist und Menschenkenntnis sowie menschenführung machten ihn zum legendärsten Unternehmer Amerikas des 20ten Jahrhunderts (vielleicht insgesamt legendärsten Unternehmer Amerikas)

    Meinem Hobby eurasicher Frühgeschichte frönte ich mit einem Werk zur Mythologie von Germanen, Balten, finnen, Slawen, Skythen; einem Werk über Druiden sowie über germanische Mythologie und dem Werk "Menschheit und Muter Erde - die großen Zivilisationen".

    Dann erfolgte auch Weiterbildung innerhalb meines Berufsstandes durch Lektüre zum neuen VVG.

    Davon abglenkt habe ich mich durch eine Biographie über Ozzy Osbourne.


    Was steht bei mir zu lesen an: Biographien über Guns N Roses und Metallica, ein weiteres Buch über Druiden, sowie "Terra Antica" über antike Kulturen, ein Werk über den Künstler H.R. Giger (u.a. "Aliens"), Berufliche Lektüre kommt ebenso dazu.

    Meine Bibliothek hat mittlerweile den Punkt erreicht, wo ich neue Regale einbauen muß.
     
  15. Hurrikan

    Hurrikan Guest



    @Schmolle
    Schön, wie Du es schaffst den 'roten Faden' zu spinnen. :applaus:
    Das sollte hier auch mal erwähnt werden.

    Nur lass mich kurz eine Anmerkung machen.
    Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung lieben sich eben NICHT. Sie hassen sich eher tief im Innern.
    Denn nur, wer sich wirklich ein bisschen liebt, kann Liebe geben.

    Mit dieser Sichtweise können wir nun auch die Bilder der Protagonisten und Serienkiller bewerten.
    Versuch Dir doch mal Hannibal Lecter vorzustellen mit einer SELBSTLIEBE.
    Wäre er zu solchen Taten fähig?

    (Das nur so nebenbei. Ist ja schließlich ein Bücher-Forum)

    LG Hurrikan
     
  16. Donna W. Cross - "Die Päpstin"
     
  17. von der päpstin habe ich eine audio-fassung gehört (aus "der audioverlag", meine ich). gekürzt, wie das bei den meisten hörbüchern nun mal so ist, aber mit verschiedenen sprechern und mit gregorianisch anmutender musik unterlegt. kommt in rezensionen gar nicht so gut weg - ich selbst hatte damit aber einen sehr schönen abend, fand das ganze sehr stimmungsvoll und fesselnd.

    zum "alchemisten": das zu empfehlen ist ja mittlerweile fast eine binsenweisheit. kann daher vielleicht mal jemand etwas mehr dazu sagen, ich kenne es nämlich noch nicht. vielleicht auch ein quervergleich mit anderen büchern, auch wenn das immer schwierig ist. danke ;)
     
  18. @hurrikan
    Das ist ne gute Frage, ob Lecter oder irgendeiner der Serienkiller so gieren täte, wenn er auch nur einen funken Selbstliebe in sich hätte. Wahrschinlich tatsächlich nicht. Jener Kriminalwissentschaftler, dessen quasi-Biographie ich laß, sieht es so, daß die "methodisch vorgehenen Serienkiller" geradezu danach "schreien" entdeckt zu werden damit "es aufhören möge". Man nimmt u.a. deswegen auch an, das die Mordfrewquenz immer höher wird.
    wie gesagt, ich denke nicht, daß jeder Narziß automatisch zum Serienkiller wird/einer ist.
    Ich sehe beim Wort Narziß immer das berühmte Bild vor mir, wo Narziß (der kleinasiatische Gott) vor dem Wasser sitzt, um sein Spiegelbild zu betrachten.

    Und: Danke für das Lob! :tnx:
     
  19. @Hurrikan:

    Nur für Dich - "Tender Bar" von J.R. Moehringer. Pulitzer-Preisträger 2000 (völlig verdient!)...


    :applaus::applaus::applaus:

    Aitmatow - ich könnte heulen! :o
     
  20. gelöscht

    gelöscht Guest

    Ort:
    NULL
    Großartiger Roman. Mieses Cover, aber ein tolles Buch :).