Wer liesst denn noch heutzutage?

Dieses Thema im Forum "Off Topic" wurde erstellt von Schmolle, 24. Juni 2008.

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  1. Ich sage salomonisch, er bekommt "Winds Of Winter" fertig, aber "A Dream Of Spring" könnte ne knappe Tasche werden. Seine beste Zeit, quantitativ, hatte er nach Eigenbekunden zum zeitpunkt von "A Storm Of Swords" mit 150 Seiten pro Monat. Das sind 5 Seiten am Tag - bei Stephen King ist das "normal" bzw. King sagt, wenn man die Seitenzahl eines seiner Bücher durch 5 teilt bekommt man ungefähr die Dauer raus, wie lange er das Buch geschrieben hat.
    Bei GRRM ist das anders - er hat einen anderen Stil des Schreibens - nicht was den ausdruck sondern die Arbeit anbetrifft.
    Vermutung: Er "drechselt" lange. King schreibt "drauflos" und redigiert dann. Dann gibts die, die redigieren erst das am Vortag geschriebene, dann wiederum die, die nur fertige Sätze schreiben und und und. GRRM gehört wohl zu den letzteren, nehme ich an.
    Das "eigentliche Schreiben" beginnt mit der Redaktion. Und die sollte - so King - möglichst strikt und stringent sein. Fürs Schreiben - indem Sinne das die Geschichte geschrieben werden soll und es besser ist, sie nicht bzw. ihren flow zu unterbrechen, ist es wichtiger man "haut drauflos".
    Hat alles sein Für und wieder.
    Gibt daneben auch andere Kuriositäten, das man bestimmte Schreibwerkzeuge benutzt, bestimmtes Papier, bestimmte Tages- oder Nachtzeiten, Ortswechsel, gibts alles.
    Wenn ich mich so "ertappe" dann habe ich keine feste Zeit, sondern schreibe "wenn ich Bock" habe, gehe dadurch die Gefahr ein, daß mein handwerk verkümmert (andereseits schreibe ich Tagebuch oder poste, schreibe andere Sachen außer Romane - damit gleicht sich das aus). Ich redigiere meist das Geschriebene vom Vortag - wenn ich am PC schreibe. Wenn ich mit Füller schreibe (aktuell) schreibe ich "drauflos" und höre auf wenn mir die Finger wehtun - das steuere ich dann dahin, das genau dann eine episode vorbei ist ( Hihi ). Da ich "kein bock auf das eintippen von handgeschriebenes in den Rechner habe" schreibe ich "fertig" das heißt ich redigiere nicht. Den Luxus kann ich mir deshalb leisten, weil ich nicht für einen Verlag üssiere, nur für mich selber.
    Kurzgeschichten schreibe ich fertig an einem Stück - das sind dann "Kleinthemen", die müssen fertig, die Episode ist keine längere Geschichte und so.
    Wissentschaftliche arbeiten kommt drauf an: Diplom war halt 3 Monate. Habe auch aus Eigeninteresse andere themen bearbeitet: Da lege ich mehr Wert auf die Recherche und da gehe ich sehr stringent vor - Vor dem Text kommt das komplette Inhaltsverzeichnis und ein Fahrplan: Ziel der Arbeit.

    Bei Essays, oder gar Libretti kommt es drauf an.

    Am besten ist es immer dann, wenn ich dabei Spass habe und in einen Flow komme.

    Und letzteren scheint GRRM nicht zu haben. In der Reihe lass man das mMn. aus dem buch "A Feast For Crows" heraus.

    P.S.: Was ich nicht beabsichtige ist, mich mit GRRM oder King zu vergleichen, die sind unvergleichlich genial. Wollte nur darstellen, wie es jemand anpackt, der regelmäßig und ständig aber unregelmäßig schreibt, seit er 14 ist.
     
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  2. Cyril Sneer

    Cyril Sneer

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    Ich würde es bei GRRM als sehr diffizil erachten, dass er inzwischen sehr viele Handlungsstränge zu einem einigermaßen befriedigenden Ende bekommen möchte.
    Das wird mMn ein sehr schwieriges Unterfangen, wenn es nicht unmöglich ist.
    Da sind noch deutlich mehr Handlungen zu Ende zu bekommen, die in der Serie völlig aussen vor sind (Der junge Greif, Lady Stoneheart, Celwyn Thart).
    Wie ich ihn einschätze, wird er die nicht einfach fallen lassen.
    Ich befürchte schlicht und einfach, dass er sich verzettelt hat.
     
  3. Ich schau mir gerade die Serie got wieder an. Staffel 1 ist durch. Staffel 2 fand ich immer die lahmste von allen 8. Nunja. Und nebenbei "Die Geschichte der Germanen ". Passt, würde ich sagen.
     
  4. Cyril Sneer

    Cyril Sneer

    Ort:
    Duisburg WVSC-Sieger #228
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    +8
    Die ersten Staffeln waren zumindest noch recht buchnah.
    Ziemlich schlimm wurde es mMn erst, als die Herren Benioff und Weiß keine Vorlage mehr hatten.
    Da waren so viele ärgerliche Kopfschüttelmomente, gerade auch was die Charakterentwicklung betraf....War da immer ganz hin und hergerissen. Sicher war die Serie an Schauwerten und auch schauspielerischer Leistung (Daenaerys möchte ich hier mal ausklammern) immer noch ziemlich fantastisch und auch mMn auf dem Fantasysektor state of the art aber die Handlungen teilweise dermaßen unlogisch, dass es schon fast schon lächerlich wurde.
    Hatten da bereits eine Diskussion im Serienthread.
     
  5. Heute wird der Lesethread 16. 16 years thats fit to read.
    Live long and prosper.
     
    Cyril Sneer, SkankinPenguin und opalo gefällt das.
  6. Cyril Sneer

    Cyril Sneer

    Ort:
    Duisburg WVSC-Sieger #228
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    ...and may the force be with you!
     
  7. PrinzHF

    PrinzHF

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  8. Top
    Sofern es deine Zeit zulässt: magst Du in eigenen Worten berichten?

    Das wäre ganz prima
     
  9. Ich baue gerade meine Bibliothek um. Tatsächlich bewahre ich viel auf, auch aus meiner Schulzeit, Studium und danach habe ich vieles behalten. An Büchern, Magazinen, Zeitschriften, Comics etc mangelt es nicht.
    Dann gibt es eine umfangreiche LP CD DVD und Blu-ray Sammlung und und und.
    Will ich so anlegen daß man das eine Sammlung nennen kann.
     
  10. Den Tyll von Daniel Kehlmann las ich jüngst.
    Episoden des Dreißigjährigen Krieges wird der Eulenspiegel beigefügt.
    Was passig ist. So wird die Ambivalenz der Narrenfigur erklärt (Die eine böse Seite hat und dem Tod ähnlich ist, siehe auch Wikipedia Eintrag "narr") Kulturbringer und todbringer gleichermaßen, Weise, töricht, böse und naiv ist er auch höchster Berater.
    In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges fallen alle Masken der Menschlichkeit. Auch hierfür steht der Narr als entlarvend.
    Antike und mythologische Vorfahren des Narren sind ua. Prometheus, Pan, Loki aber auch Hermes. In der Jesus Figur steckt er auch.
    Eine der archaischen Figuren.
    In diesem Zusammenhang empfehle ich ebenso Lektüre über Pandora.
    Insofern ist dies bemerkenswert, als das sowohl die griechische als nordische Mythologie davon ausgeht, daß der Mensch mit Hilfe des Narren entstand.
     
    SkankinPenguin gefällt das.
  11. Bin inmitten von "Confusion" einen Roman den ich vor 2 1/2 Jahren begann, dann aber aus nicht mehr für mich nachvollziehbaren Gründen weglegte. Das thema/die themen des Romans finde ich heute noch spannend, die Welt des ausgehenden 17 Jahrhunderts - Europa nach dem 30jährigen Krieg/die englische Restaurierung der Krone nach dem Protektorat von Cromwell/Frankreich von Louis Katorz und die "äußere Welt" außerhalb der "Christenheit" in diesem Zeitalter vebunden mit dem ewigen themen Liebe, Narretei, Kungelei, Gaunerei etc. ist schon gut beschreiben. manchmal vielleicht des guten Zu viel? Barock ging über in das Rokoko, das ist so als wenn man auf dem Sahnekuchen noch einen Schlagoberst haut.
     
    mezzo19742 gefällt das.
  12. Lübecker

    Lübecker

    Ort:
    53° 52´01´´N 10°40´08´´E
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    "Flieg, Hitler, Flieg von Ned Beauman.
    Die Geschichte spielt in 2 Zeiten, 1934 und heute, wird mit vielen witzigen Einlagen und viel Wissen gewürzt gut erzählt.
     
  13. Was, wenn wir einfach die Welt retten?

    Nett und das im positiven Sinne. Möglicherweise spricht Schätzung damit meine Generation an. Und ja, ich habe ein paar praktische Tipps bekommen, die ich nun umsetze.

    Insgesamt eine in seinem Stil kurze Momentaufnahme in Bezug auf Klimawandel und gut erklärt.

    Frank Schätzing vat dafür in ein paar Talkshows Werbung gdmacht, das buch ist Platz 1 in einigen sachbuchbestsellerlisten. Nur:

    Vom Lesen wird das nich besser von, mit das Klima.

    Also: ran an'n Speck
     
  14. Classic Rock Sonderausgabe

    Rush

    Absolute Supertruppe, einflussreichste Progmetal Kapelle, stilsicher und stilprägend.

    Ob man die hardrock longtracks der 70er, die Pop lastigen 80/90er und Back to the roots and all mixed up nuller/10er feiert ist egal: three man electrical Jam.

    Neil ist letztes Jahr verstorben und galt als bester rockdrummer alive. Geddy Lee gilt nach wie vor als bester lebender Bassist in Rock ( ja, auch vor John Paul Jones) und der unter dem Radar fliegende Alex lifeson teilt sich mit ein paar handverlesenen den Titel bester lebender Rock Gitarrist.

    Meine Lieblingsphase ist von Hold your Fire bis Test for Echo inkl "a Show of hands".

    Top 3 Alben: Presto, Roll the Bones Und a farewell to Kings

    Hört euch xanadu an.