Schweigeminute - Werder gegen Saint-Etienne

Dieses Thema im Forum "Werder Bremen - AS St. Etienne" wurde erstellt von fishermannsfriend88, 12. März 2009.

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  1. einfach ich

    einfach ich

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    Da haben sich zwei gesucht und gefunden!!!!!
     
  2. goool77

    goool77

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    ich bin eigentlich bei jedem spiel im stadion und nur gestern aus zeitgründen nicht. und wenn man einmal aufs feld geguckt hätte , könnte es einem auffallen.
    gut die wortwahl mit intelligenz war vllt etwas übertrieben. aber mit mehr fingerspitzengefühl hätte man die situation retten können.
     
  3. Raynor

    Raynor

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    Punkt 1 habe ich erwähnt und sehe ich genauso, das ist aber auch der einzige Grund warum man die Aussage angreifen kann.

    Ich habe gesagt man kann beide Seiten bei einzelner Betrachtung verstehen und den Standpunkt nachvollziehen. Unterstützt habe ich ihn nicht oder? Frage mich aber warum man das nicht machen dürfte?

    @Werderlike: Mir wärs echt egal, gerade wenn ich unter den Angehörigen bin. Was habe ich von öffentlichem Mitgefühl? In der Situation braucht man nur Familie und Freunde und sonst nichts.

    the_freaktaker: "Wenn man dann aus Respekt sein Mitgefühl ausdrücken möchte (ist etwas anderes als trauern), dann kann man eine Karte schreiben oder Blumen an den Tatort legen."

    :tnx: Genau so siehts aus. Ich bin für Schweigeminuten im Stadion, wenn es wirklich etwas mit dem Verein zu tun hat. Genauso bin ich für Schweigeminuten in Schulen, nach diesem abscheulichen Amoklauf. So ist das Total aus dem Zusammenhang gerissen.


    Grundsätzlich ist das ein sehr sensibles Thema, deshalb sollte man gerade da auf Einzeiler verzichten und seine Ausdrucksweise mässigen. Das gilt aber für beide Seiten, denn die Reaktionen sind auch nicht besser als die Aussage selbst.
     

  4. Da kann man dir (leider) sogar recht geben, aber ich bleib immer noch bei der Meinung, dass man in diesem Falle eine Schweigeminute halten kann, nur es ist auch so, dass sie das damals wo das in Erfurt passiert ist auch eine hätten halten müssen, Ungleichheit ist auch nicht gerecht.
     
  5. Eine solche Schweigeminute ist so oder so ungerecht, da es so unglaublich viele unglückliche Todesopfer gibt, so viele Schweigeminuten kannst du gar nicht abhalten. Schweigeminuten sind dann angebracht, wenn man um die Personen wirklich trauert, und nicht so eine Heuchelei, wie sie derzeit stattfindet. Und dann auch noch nur um Deutsche zu trauern, ist ja wohl der Gipfel. Wie kommt man dazu, die Ärmsten der Armen, die jeden Tag in Tausenden sterben, zu vergessen, und Amoklaufopfer, nur weil sie aus Deutschland kommen, mit gespielter Trauer zu überhäufen? Ich als Familienmitglied würde mich da auch nicht wohlfühlen, denn außer Bekannten, Freunden und anderen Familienmitgliedern kannte die Opfer eben niemand, und deswegen kann auch keiner von uns um sie trauern.
     
  6. mcburn

    mcburn

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    naja bei genauerem nachdenken, könnte man die tat so interpretieren das sie direkt gegen alle in unserer deutschen gesellschaft gerichtet war und wir somit unser mitgefühl/beileid denen entgegenbringen die es stellvertreten für alle getroffen hat. klingt etwas verwirrend, KANN man aber so interpretieren. denn so würde es nicht mit opfern aus anderen gründen in zusammenhang gebracht werden.
     
  7. eve

    eve

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    Ich habe in diesem Forum noch nie etwas geschrieben, muss aber zu diesem Thema einmal unbedingt Stellung beziehen. Mir scheint, als hätten manche hier gepostet, ohne vorher ein einziges Mal darüber nachzudenken, was sie überhaupt veröffentlichen. Was stört an einer Schweigeminute, wenn in unserem Land ein 17-jähriger Schüler fünfzehn Mitmenschen tötet? Warum gehört ein Schweigen, das vielleicht Respekt oder Mitgefühl ausdrückt, in eine Schule aber nicht in ein Fußballstadion? Müssen erst Fußballspieler getötet werden, oder Funktionäre eines Vereins ums Leben kommen, bevor den Opfern gedacht werden kann? Und wenn eine Schweigeminute organisiert wird, warum ist es so schwierig, für ein paar Sekunden (ob offiziell beendet oder nicht, ob ganze Minute oder nicht, ob Organisations- und Kommunikationsschwierigkeiten beim Stadionsprecher oder nicht usw...) den Mund zu halten? Warum müssen Grundsatzdiskussionen entstehen, einzelne Fangruppierungen angegriffen werden oder darüber diskutiert werden, ob bei anderen Verbrechen auch geschwiegen werden müsste? Es geht darum, teilzunehmen am öffentlichen Geschehen - um sich herum und über den eigenen Horizont hinaus - und vielleicht auch bewusst zu machen, dass es auch noch wichtigere Dinge gibt als ein Fußballspiel oder ähnliches.

    Und bevor die ersten Posts hier eintrudeln: Ich bin seit über fünfzehn Jahren Dauerkartenbesitzerin, wohne nicht in Bremen, fahre dennoch zu ca. 90% aller Werder-Spiele und bin daher - euren Aussagen nachzufolge - durchaus berechtigt, meinen Kommentar hier abzugeben. Auch wenn ich auch mal ein Spiel am TV verfolge. :wall:

    Eve
     
  8. Dann ist es ziemlich merkwürdig, dass man nur nach einem Amoklauf darauf mit einer Schweigeminute reagieren darf. Vorher wär's dir vermutlich am Arsch vorbeigegangen, ob jemand eine Schweigeminute für leidende und sterbende Menschen in der dritten Welt abhält. Diese Doppelmoral ist wirklich beschämend, kaum passiert etwas in Deutschland, sind sie alle da und wer nicht mitmacht, ist unmenschlich, aber sonst tun diese Leute leider absolut gar nichts dafür, dass es anderen, viel hilfsbedürftigeren Menschen besser geht.
     
  9. Raynor

    Raynor

    Ort:
    Berlin
    Herzlich Willkommen.

    Nichts stört daran, man kann aber doch trotzdem über den Sinn sprechen.

    Wie schon vorher gesagt, kommt eine Schweigeminute im Fussballstadion ziemlich heuchlerisch rüber. Vorher wird gefeiert und getrunken, danach auch wieder. Wer hat was davon? Ich finde beispielsweise Schweigeminuten mit Bezug angebracht, bin ich deshalb ein schlechterer Mensch? Ansonsten müssten wir jeden Tag schweigen, morgens nach dem aufstehen, bevor wir ins Büro gehen etc.

    Das hier finde ich angebracht: Dormagen gedenkt Faißt
    Verstehst du was ich meine?

    Genau, du stehst dann da und zählst Sekunden auf deiner Uhr. Sorry aber gerade aus diesem Grund finde ich Schweigeminuten in Fussballstadien unsinnig, weil ein wirkliches Schweigen schwer gewährleistet werden kann bei der Masse an (betrunkenen) Fans. Dann lieber gar nicht als so.

    Gegenfrage: Warum sollte man das Thema nicht ansprechen dürfen? Sobald irgendwas passiert ist, müssen alle konform auf einer Linie laufen? Das das in unserer Gesellschaft nicht möglich ist, merkst du ja allein an den paar Leuten hier im Forum.

    Also doch Schweigeminuten vor jedem Spiel? Ansonsten mache ich eine Schweigeminute zuhause, da habe ich mehr von und die Opfer/Angehörigen auch.

    Ich bin seit 19 Jahren Werderfan, meinst du ich darf dir antworten? Was das mit dem Thema zu tun hat, ist mir jedoch schleierhaft.
     
  10. eve

    eve

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    Hättest Du meinen Beitrag aufmerksam gelesen, wäre Dir sicherlich nicht entgangen, dass ich nicht davon geschrieben habe, nicht auch bei anderen Gelegenheiten zu schweigen. Niemand hält Dich auf, dafür in Zukunft zu plädieren. Und was mir - ich zitiere Deine Formulierung - persönlich "am Arsch vorbeigeht" oder nicht, kannst Du nicht beurteilen und solltest Du vielleicht auch nicht. Selbstverständlich gibt es leidende und sterbende Menschen auf der ganzen Welt, das wird ja auch weder durch meinen Kommentar noch durch eine Schweigeminute für die Opfer eines Amoklaufs bestritten. Es ist nun einmal so, dass die Menschen durch Schicksale in ihrer unmittelbarer Umgebung betroffener sind. Das ist weder unmenschlich, noch hat es etwas mit Doppelmoral zu tun. Wir leben nun einmal in einem Land, in dem solche Dinge nicht täglich geschehen. Und niemand leugnet andere Verbrechen auf der Welt, wenn er unmittelbar nach so einem Ereignis vor einem Fußballspiel für ein paar Momente schweigt. Man muss nicht immer alles kritisieren, was um einem herum geschieht. Bewerte die Aktion einfach als das, was sie versucht hat zu vermitteln: Respekt und Mitgefühl für die Angehörigen.
     
  11. ich war auch im stadion und das stimmt
     
  12. eve

    eve

    Ort:
    Bremen
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    Ich habe nicht gesagt, dass das Thema nicht angesprochen werden soll und ich bin sicherlich auch nicht der Meinung, dass "alle auf einer Linie laufen" sollten. Ich habe nur versucht, meinen Standpunkt deutlich zu machen: Oftmals sind solche Diskussionen einfach fehl am Platz und überzogen. Ich störe mich einfach daran, immer alle kritisierend zu sehen. Wie ich in meiner Antwort oben schon geschrieben habe, es geht ja lediglich um die Bewertung einer solchen Aktion. Was ist die Intention? Warum organisiert der Verein oder die Liga eine solche Schweigeminute? Ist das nicht - isoliert von anderen Aspekten - dann grundsätzlich positiv zu bewerten? Ob Du dann zu Hause - nüchtern und nicht feiernd - oder gar nicht schweigst, bleibt ja Dir überlassen. Viele Grüße,
    Eve
     

  13. Nein, so ist es eben nicht - einige wie dich mag es mehr interessieren, die sind dann in der Hinsicht aber auch sehr beschränkt, schließlich besitzt jeder Mensch die gleiche Wertigkeit, ob er aus Sambia oder Deutschland kommt, und da entschuldigt auch die Herkunft eines Menschen nicht. Wenn jemand stirbt, ist das schlimm, aber nicht so schlimm, dass in einem Fußballstadion eine Gedenkminute abgehalten werden muss (außer natürlich, er steht mit dem Verein in direkter Verbindung). Oder aber bei jedem tragischen Tod muss eine Schweigeminute abgehalten werden, wobei ich das schwachsinnig fände. Aber mit zweierlei Maß messen ist unangebracht und macht mich sehr bestürzt.

    Doch, ganz genau das.

    Das ist doch ganz egal, immer dieses Nationendenken, du könntest glatt des Mittelalters entsprungen sein. Eine Schweigeminute für diese Amoklaufopfer muss auch weitere Schweigeminuten nach sich ziehen, mit denen Werder und vermutlich kein Bremer etwas zu tun hat, und das ist eben nicht der Sinn einer Schweigeminute, dass man zwanghaft leise sein muss. Eine Schweigeminute ist zum Gedenken da, wie soll das gehen, wenn man nicht mal die Gesichter der Opfer und schon gar nicht ihre Persönlichkeit kennt?

    Zumindest ignoriert man das endlose Leid und Elend auf dieser Welt, solange die Opfer nicht aus Deutschland kommen. Das ist schon sehr heuchlerisch, und von solchen Leuten darf man sich dann als Zyniker, Unmensch oder sonst was beschimpfen lassen.

    Schön und gut, aber würdest du als ein solcher Angehöriger wirklich eine Schweigeminute in einem Fußballstadion wollen, wenn du diese Leute vorher und nachher feiern siehst und die Schweigeminute nur ein störender Nebeneffekt ist? Sie macht wie gesagt nur dann Sinn, wenn viele Leute in einer Verbindung zu der verstorbenen Person standen, und das ist hier nicht der Fall, also kann auch keiner trauern. Die Angehörigen lassen sich übrigens am ehesten durch Freunde und Verwandte trösten, nicht aber durch fremde Leute.
     
  14. WOMLSascha

    WOMLSascha

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    Und dich dann? Für tot erklären? Sowas regt mich dermaßen auf....
     
  15. Raynor

    Raynor

    Ort:
    Berlin
    Du gibst dir die Antwort doch schon selbst. Es ist sicherlich grundsätzlich positiv zu bewerten, doch wie du an dem Beispiel gestern gesehen hast, verfehlt es seinen Zweck.

    Dein letzter Satz ist leider so nicht möglich, denn wenn ich im Stadion bin, werde ich ja zu der Schweigeminute gezwungen, was sicherlich nicht verkehrt ist.

    Ich will damit sagen, ich habe mich natürlich auch über den Amoklauf informiert, war auch geschockt, habe darüber nachgedacht, finde eine Schweigeminute im Stadion zu dem Thema trotzdem relativ unpassend und werde das doch auch sagen dürfen.
     
  16. Yps-Gimmick

    Yps-Gimmick Wetten, dass? - Moderator

    Ich habe den Threadtitel mal etwas neutralisiert, um dem Verlauf der Diskussion Rechnung zu tragen.
     
  17. @eve

    Danke!
    Du sprichst mir aus der Seele.

    Entscheidend ist doch in diesem Zusammenhang nicht WO die Schweigeminute angebracht wäre...
    Entscheidend ist vielmehr, ob ihre Intention authentisch ist oder ob sie zum Betroffenheitsritual zur Selbstabfeierung verkommt.
    Im ersten Fall gibt es keinen falschen Ort. Im zweiten Fall gibt es keinen richtigen Ort.

    Gestern war das alles noch so frisch und die Berichte über die Schicksale haben mich persönlich so erschüttert, dass mir persönlich kaum nach Fußball war und ich im Stadion die Schweigeminute sehr angebracht fand.

    Es geht doch darum, den Hinterbliebenen über das Fernsehen die Anteilnahme von 30000 Menschen zu übermitteln.
    DAS hat einen unmittelbaren Wert, indem es ein - wenn auch kleiner - Trost für die Hinterbliebenen ist, zu sehen, dass Ihr Schmerz wahrgenommen und verstanden wird.

    Schweigeminuten gegen den Hunger in der dritten Welt haben keinen Wert außer Selbstgefälligkeit. Für diese tagtägliche Katastrophe wäre es angemessener, direkt etwas zu tun - und sei es, dass man spendet.
    Insofern passte dieser Vergleich nicht.
     
  18. mcburn

    mcburn

    Ort:
    Oldenburg
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    ich hatte grad so schön die diskussion im keim erstickt und denn muss man die flammen wieder neu entzünden :(
     
  19. Legolas

    Legolas

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    Die Schwweigeminute war von vorne bis hinten schlecht koordiniert. Die Ansage kam, als auf dem Feld noch alles den gewohnten Gang lief. Hat die Schweigeminute dann schon begonnen? Als dann die Seitanwahl beendet war und Baumi gerad noch den obligatorischen Wimpel zur Bank brachte soll die Schweigeminute für das Publikum also dann schon vorbei gewesen sein?
    Dann erst stellten sich die Spieler zur Schweigeminute auf, während alle Fans wieder aus voller Kehle sangen. Was soll das denn? Ich habe direkt nach der Ansage nicht geschwiegen, weil ich erwartet habe, dass das alles wenigstens synchron mit den Beteiligten auf dem Platz passiert. Es gehört sich so, dass alle im Stadion kurz vor Anstoß gemeinsam einen Moment schweigend innehalten.
    Und nicht die eine Gruppe jetzt, die andere Gruppe gleich und wiederum eine Gruppe noch später. So kann man sich das Prozedere auch schenken.
     

  20. Gibt nix schlimmeres als Leute die Postings von anderen Usern aber wirklich so dermaßen auseinander nehmen und zu jedem Satz ein Kommentar abgeben und sich so alles zusammenreimen wie man es will. Wie ich so was hasse
     
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