Politik und Fußball in Bremen

Dieses Thema im Forum "Allgemeines" wurde erstellt von Timbo, 5. Dezember 2010.

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  1. Klarer Fall von Risikospiel.
     
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  2. Bremen

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    Für die Gesundheit der Konsumenten der Plörre sicherlich, aber nicht für die Allgemeinheit
     
  3. Eines der größten Risikospiele überhaupt war H96 gegen Braunschweig mit 2.500 Polizisten im Einsatz bei einem Drittligaspiel. Wenn man sich mal vor Augen hält, daß es Probleme mit bandenmäßiger Kriminalität und Einbrüchen gibt, stellt sich die Frage ob diese 2.500 Polizisten nicht was besseres hätten machen können, und sei es, am Wochenende auszuruhen. Es geht hier nicht um popelige 400k für unser Spiel gegen den HSV sondern um die Summe (an Polizisten) die da Woche für Woche für Woche anfällt. Und vor diesem Hintergrund ist Mäurers Initiative mMn. zu betrachten. Wir können nicht auf der einen Seite mangelnde öffentliche Sicherheit beklagen, aber dann hinnehmen, daß jedes Wochenende die Polizei bei Gladiatorenkämpfen gebunden ist statt vernüftigen Sachen nachzugehen. Ich bin da mittlerweile ein wenig "radikal" eingestellt. Wenn es heißt "Risikospiel" und es eine Art Kommission gibt, die das beurteilen kann, dann gibt es eben einfach keine Auswärtsfans. Fertig aus!
     
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  4. Genau und wenn das nicht reicht, nur noch Südtribüne.
     
  5. Bremen

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    Grundsätzlich richtig, nur wie hätte Werder die Karten "Tradtionsvereine" und "BL-Schwergewicht" ausspielen sollen? DFB und DFL sind primär so monetär orientiert, daß die Tradition nur noch bestenfalls die 2. Geige spielt. Das ist ganz besonders an den Sonderausnahmen für die sog. Plastikclubs zu erkennnen, so daß die 50+1 derart verwässert wurde, daß diese in Bezug auf die Chancengleichheit so sinnvoll ist ist wie ein leck geschlagenes Rettungsboot bei einem Sturm vor Kap Horn. Ganz abgesehen davon, hatte Werder bzw. der Fußballstandort Bremen gemessen am dem traditionsreichen BL-Schwergewicht schon vor dem Streit um die Mehrkosten für die Risikospiele keine besonders gute Lobby bei den Verbandsoberen.
     
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  6. rudi1980

    rudi1980

    Ort:
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    Nun Ja, das Urteil aus Leipzig macht eigentlich alle zu Verlierern. Zu einen das Land Bremen, weil die Frage immer noch nicht geklärt ist ob diese erste Forderung von über 400.000€ nun Rechtens ist oder nicht. Und wer diese Forderung eigentlich zu Zahlen hat, Werder der DFL oder beide zusammen?
    Des weiteren, es wird Künftig weitere Gebührenbescheide wegen der mehr kosten der Hochrisikospiele geben, aber wohl dann direkt an die Vereine.
    Dann aber wäre die DFL hier der große Gewinner, den die wären dann Fein raus und müssten nicht bezahlen.

    Das heißt hier muss eine Lösung her, bei der Gemeine Fan so oder so der Verlierer sein wird, den letzendes werden die Stadionbesucher die Zeche für ein paar Bekloppte mehr als sonnst mit tragen müssen.
    Mein Vorschlag wäre eines entweder man vermeidet den mehr Aufwand der Polizei dadurch das man die Gästefans künftig bei Hochrisikospielen Ausschließt und diese dann auch schon im Vorfeld nicht erst anreisen lässt. Das aber verstößt gegen Menschenrechte.
    Das andere wäre, wenn künftig die beiden Vereine die Mehrkosten untereinander aufteilen, das würde bedeuten das die Eintritskarten für diese Spiele Anteilig teurer werden müssten.
    Das die DFL die Zeche übernehmen wird, das hängt davon an welche Länder Bremen folgen werden und Gebührenbescheide verschicken werden.
     
  7. Indem man sich von vornherein der gesellschaftlichen Verantwortung stellt. Also indem man nicht erwartet, daß bei Brot und Spielen die Polizei Gewehr bei Fuß zu stehen hat, sondern das es wichtigere Probleme im Land gibt und der Fußball mit all seinem Einfluss sich dessen bewusst ist. Und dann kann man sich nicht hinstellen und sagen "Tja, also wenn sich unsere Fans mit anderen prügeln, dann ist das ein Problem der öffentlichen Sicherheit und keines des Fußballs". Stell dir vor, das Derby Werder-HSV steht an und Bremen fordert keine Kräfte aus Nds, Nrw und Co an. Dann findet das Spiel schlicht und ergreifend nicht statt, dann wird das abgesagt. Und dann? Was ist eigentlich dann passiert, es ist doch nur Fußball? Aber diese Kräfte werden angefordert, die Polizei bewacht besoffene Asis und fehlt dann aber dummerweise an anderer Stelle. Und diesem Aspekt darf sich auch ein Verein mMn. ruhig mal widmen. Und sei es nur für die Diskussion. Und genau DIE wird es jetzt hoffentlich geben.
     
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  8. Bremen

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    1899% Zustimmung :tnx::tnx::tnx:


    So einfach ist das leider nicht, denn wer Bock auf Randale im Fokus der breiten Öffentlichkeit außerhalb des Stadions hat, der wird sich von einem Verbot für Auswärtsfans im Stadion auch nicht abhalten lassen.
     
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  9. Da hast du sicherlich recht. Aber diese Typen kannst du dann mit Sack und Pack wegsperren weil sie offensichtlich nur gekommen sind um Stress zu machen. Es ist ja dann ein Unterschied, ob 3000 Hamburger mit Eintrittskarten kommen, oder halt 300 Idioten. Unter den 3000 Hamburgern wären die meisten ja eigentlich friedlich und werden mitbestraft, aber die Vereine und Verbände müssen letztlich gezwungen werden aktiv zu werden. Nimm das aktuelle Urteil zu Frankfurt. Die spielen unter Bewährung, verstoßen gegen die Auflagen und erneut werden sie mit Samthandschuhen angefasst. Das geht so nicht.
     
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  10. Bremen

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    Vom Grundsatz her stimme ich Dir zu. Doch ob ein Erst- oder Zweitligist unabhängig von seinem Namen aus dem Hamsterrad heraus springt und die gesellschaftliche Verantwortung über die eigenen (wirtschaftlichen) Interessen stellt? Ich kann mir das ehrlich gesagt nicht vorstellen, daß auch nur einer 36 Hamster die Hand beißt, die sie füttert; selbst vom FC St. Pauli oder Union Berlin nicht.
     
  11. Und genau an dieser Stelle kommen Mäurer und das Bundesverwaltungsgericht ins Spiel :)
     
  12. Einerseits kann ich die Argumentation des Landes Bremen verstehen. Spiele wie gegen den HSV sind Ursache dafür, dass ein höherer Polizeieinsatz erforderlich ist.
    Andererseits ist die Frage, ob man den Veranstalter dafür verantwortlich machen kann, wenn Leute im Vorfeld eines Spiels bewusst auf Randale aus sind. Dann ist nämlich in erster Linie der Polizeieinsatz erforderlich. Ist das nicht Sache der öffentlichen Sicherheit und Ordnung?
    Von daher bin ich zwiespältig was das Urteil betrifft. Das Problem wird uns weiter befassen. Welche Höhe einer Gebühr ist angemessen?
    Die Frage ist auch, wie solche Auswüchse zukünftig verhindert werden können. Ein schwieriges Thema. Härteres Durchgreifen des Staates durch Strafen für die Randalierer? Stadionverbote?
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. März 2019
  13. Bremen

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    Auch hier grundsätzliche Zustimmung. Doch wer hat so viel A... in der Hose dieses konsequent umzusetzen?

    Innerhalb des deutschen Fußballs? Hier funktioniert das wohl kaum, weil hier keine Krähe der anderen die Augen aushacken will. ZB zahlen die Clubs Jahr für Jahr funf- teilweise sechsstellige Summen für das Abbrennen von Pyrotechnik durch einige Idioten in ihrem Fanblock, ohne daß sich signifikant etwas ändert. Warum? Weil für die Clubs diese von der DFB-Justiz verhängten Strafen immer noch billiger sind als präventiv in die Kontrollen zu investieren. Abgesehen davon ist das auch sehr unpopulär, denn viele Stadionbesucher verlangen einerseits zu Recht Sicherheit im Stadion, sind aber nicht bereit, deswegen strengere Kontrollen der eigenen Person und/oder höhere Ticketpreise in Kauf zu nehmen - ganz nach dem Motto "Wasch mich, aber mach mich dabei nicht nass."

    Politisch? Ebenfalls wohl kaum, denn Millionen von Fußballfans bedeuten auch Millionen von Wählerstimmen und daher ist es nur schwer vorstellbar, daß sich eine Mehrheit der Abgeordnetern im Bundestag oder einem der Landesparlamente findet, die ihre Abgeordnetendiäten und sonstige Privilegien - auch bei ihren jeweiligen Lieblingsclub - wegen eines für Millionen für Fußballfans unpopulären Beschlusses aufs Spiel zu setzen.
     
  14. Kein Politiker und mit Sicherheit kein Funktionär. Ein Gericht hingegen braucht keine Wählerstimmen...umso erstaunlicher, daß Mäurer die Nummer durchgezogen hat. Und was mich tatsächlich wundert ist das breite und positive Echo. Interessant aber auch, daß es diese positiven Stimmen VORHER kaum gab. Hose und so ;)
     
  15. Bremen

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    Korrekt, Mäurer hatte den A... in Hose und auch wenn er wegen auf mich so wirkende leicht arrogante Art keine Sympathiepunkte sammelt, so zolle ich ihm Respekt davor, daß er eine juristische Auseinandersetzungen gegen die ach so große DFL nicht scheute.

    Das breite positive (Medien-)Echo wundert mich auch. In der FAZ sind wesentliche Punkte der Begründung des BVerwG sehr gut zusammengefasst:

    https://www.faz.net/aktuell/sport/f...sball-liga-kuenftig-zahlen-muss-16115110.html
     
  16. Die Bescheide für die Mehrkosten müssten entweder von der DFL, dem DFB oder den jeweiligen Gastmannschaften beglichen werden. Wenn bei 15 von 17 Heimspielen kein Risikospiel anberaumt wird aber bei zweien schon und die Heimfans mehr oder weniger die gleichen sind, dann muss die Ursache wohl bei den Gastvereinen und ihren Fans zu suchen sein.
     
  17. Lübecker

    Lübecker

    Ort:
    53° 52´01´´N 10°40´08´´E
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    Auch kein schlechter Ansatz :top:
     
  18. HGW in der Hz dazu erneut nicht überzeugend. Er wirft dem Bremer Senat dieses Urteil vor, weil am Ende Werder wohl als Einzige bezahlen müssen? Völlig falscher Ansatz. Das die DFL sich nicht an einem Solidarfonds beteiligt, kann und darf keinen überraschen. Niedersachsen, Hessen, Bayern, BW scheren aus, RP wohl nicht. Außer Mainz haben die keinen mehr in der 1.Liga und Lautern scheint dauerhaft in der Versenkung zu verschwinden, was ich persönlich extrem schade finde.
    Dieses Urteil sollte eigentlich für die DFL Ansporn sein, ihren Beitrag leisten zu wollen, zumal die Bevölkerung in breiter Mehrheit dies ebenso sieht. Aber da bin ich wohl zu naiv.
     
  19. Gutes Urteil, nur sollte die DFL ein Fond zur Verfügung stellen von jährlich 80Mio! Geld ist bei der DFL genug da! Wenn Werder bezahlen sollte, müsste man vorher Mäurer fragen was ein Hochsicherheitsspiel ist, dann drauf reagieren und keine Gästefans zulassen.
     
  20. Bremen

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    Wo hat er das geäußert? Im Filmbeitrag beim ASS gestern erklärte HHG, daß darauf hinwirken möchte, daß die DFL bis zur Hälfte die Mehrkosten übernimmt. Dieser Ansatz ist grundsätzlich richtig, denn nicht nur die Vereine verdienen an den Bundesligaspielen, sondern auch die DFL, jedoch ist eher zu vermuten, daß die DFL-Führung wieder mit kruden Argumenten versucht, sich aus er Affäre zu ziehen; und anders als das Gericht besteht bei Werder eine Abhängigkeit von der DFL.