Politik und Fußball in Bremen

Dieses Thema im Forum "Allgemeines" wurde erstellt von Timbo, 5. Dezember 2010.

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  1. Timbo

    Timbo

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    Habe mal wieder mal einen Bericht von einem polternden Innenpolitiker gefunden. Bremens Innensenator möchte ein Zuschauerverbot zum 1.Mai in der Bundesliga anordnen lassen.

    http://www.11freunde.de/newsticker/134648/1_mai_bundesliga_ohne_fans


    Es ist doch immer das selbe Thema. Man stigmatisiert mal eben alle Fans im deutschen Fußball als Unruhestifter. Die Polizei sei durch den 1.Mai ja so überfordert. Und die bösen Bundesligaclubs, die ja bekanntlich Steuern zahlen, wollen sich partout nicht an den Kosten beteiligen.

    Anstatt rumzujammern sollten die Innenminister mal dafür sorgen, dass sie ihre Bereitschaftspolizei nicht kaputtkürzen. Denn dann hätte man auch genug Personal, das Fußballspiele und Castortransporte begleitet.

    Ich kann verstehen, wenn ein Polizeigewerkschaftler sich über die Situation beschwert. Aber gerade Innenpolitiker sollten mal darüber nachdenken, ob sie nicht selbst schuld sind in ihrem Kürzungswahn.
    Der Fußballfan kann nichts dafür, dass das Schanzenviertel in Hamburg oder halb Kreuzberg in Berlin auseinander genommen wird.
    Ich würde mal ganz provokant sagen, dass man auch einfach den 1.Mai als Feiertag abschaffen könnte.
     
  2. Felissilvestris

    Felissilvestris

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    Auf Focus Online berichten sie auch darüber.

    Passt ins Bremer Bild. Missglückte Polizeireform (die Mindeststärke von 2600 Polizisten wurde nie erreich) und jetzt muss die Bevölkerung eben leiden, weil sich Bremen eben andere Luxusaufgaben leistet als einfach die Kernaufgaben des Staates zu erledigen. Lustig wirds ja jetzt, dass sie Linnert noch mal 120 neue Polizisten aus den Rippen leihern konnten. Die Mindeststärke von 2600 wird dennoch nicht erreicht. Im übrigen Innenexperten meinen, dass Bremen mindestens 3200 Polizisten bräuchte.
     
  3. mabo

    mabo

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    Der Herr Mäurer gehört offensichtlich zu den Politikern, die das Thema Fußball nutzen, um mit populistischen Forderungen in die Medien zu kommen. Ist glaube ich nicht das erste Mal, dass er sich damit profilieren will.

    Wegen des ersten Maiwochenendes gibt es für diese Saison eine Einigung zwischen Innenministerkonferenz und DFL. Diesen schon im April dieses Jahres gefundenen Konsens wieder aufkündigen zu wollen, ist entweder ein Zeichen von Wankelmütigkeit oder von Profilierungssucht.
     
  4. Felissilvestris

    Felissilvestris

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    Für mich ist das eher ein Zeichen dafür, dass man von den eigenen Versäumnissen ablenken will.
    Kosequenterweise müssten der Herr Innensenator auch fordern, dass das gesamte Fussballgeschäft steuer- und abgabenfrei gestellt werden müsste, wenn der "Fussball" öffentliche Aufgaben übernehmen soll.
    Bei allem Respekt, aber das Gewaltmonopol liegt - glücklicherweise - beim Staat. Mich würde es davor grauen, wenn wir in der Stadt plötzlich private Sicherheitdienste hätten, die die gesamten polizeilichen Aufgaben übernehmen.
    Wenn es an Polizisten mangelt, dann ist es Aufgabe der Innenministerien dafür zu sorgen, dass man genügend einstellt und ausbildet.
     
  5. Bremen

    Bremen Moderator

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    Aus der Sicht eines Fußballfans ist die Aufregung über dieses Thema nachvollziehbar, zumal Mäurer „innenministerlike“ zum Populismus neigt, was zur Problemlösung alles andere als dienlich ist. Dennoch ist es nicht angebracht zu behaupten, daß von einer oder mehreren Innenbehörden alle Fußballfans als potentielle Krawallmacher stigmatisiert werden, denn wenn so wäre, dann würden Fußballspiele schon längst nur noch unter Ausschluß der Öffentlichkeit stattfinden. Schließlich dienen Polizeieinsätze dazu, um Unruhestifter dingfest zu machen, damit Eigentum und das gros der friedlichen Zuschauer geschützt werden - die friedlichen Zuschauer, unter deren große Masse der kleine Anteil an Krawallmacher sich feige versteckt, so daß dadurch alle Zuschauer im Fokus der Polizei stehen.

    Eine Kostenbeteiligeung der Proficlubs an den Polizeieinsätzen halte ich übrigens durchaus für legitim, weil auch wir Bürger für besondere polizeiliche Dienste extra zur Kasse gebeten werden (z.B. für den Polizeieinsatz und das ggf. daraus resultierende Straßenfegen der Beamten nach einem Verkehrsunfall) und wir können uns auch nicht damit rausreden, daß wir bereits Steuern zahlen. Voraussetzung für eine "Sicherheitsabgabe" der Proficlubs ist aber, daß auch andere Verursacher von Sonderdiensten zur Kasse gebeten werden, z.B. auch die Betreiber der Atomkraftwerke für die Castor-Transporte, aber wie stark deren Lobby in gewissen politischen Kreisen ist, hat man ja in den energiepolitischen Entscheidungen der Bundesregierung in diesem Jahr gesehen.


    @Felissilvestris

    vor allem Dein 2. Post ist etwas irrtierend, denn im Thread Stuttgart 21 hast Du noch geschrieben, daß Du volles Vertrauen in den Staat und seinen Organen hast – oder schränkst Du diese Äußerung auf (ein) bestimmte(s) Parteibuch/-bücher der Regierenden ein?
     
  6. Felissilvestris

    Felissilvestris

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    Bremen
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    @Bremen

    Ich weiss nich, wo ich mir widerspreche. Ich habe doch deutlich gesagt, dass ich es für richtig halte, dass das Gewaltmonopol beim Staat liegen muss. Dies ist Kernaufgabe des Staates. Hier muss er seinen Verpflichtungen nachkommen. In Bremen gibt es da massive Defizite. Innensenator a.D. Röwekamp sagte damals bei der Entscheidung zur Polizeireform, dass diese nur funktionieren könne, wenn eine Mindeststellenzahl von 2600 Polizisten funktionieren könne. Diese Zahl wurde damals schon als sehr gering eingeschätzt. Allerdings ist es tatsächlich sogar so, dass die Zahl von 2600 in den letzten Jahren nicht einmal ansatzweise erreicht werden konnte. Das ist eben die Folge aus einer Politik, die sich auf allen Spielfeldern des wirtschaftlichen Lebens tummeln will und dabei seine Hauptaufgaben vernachlässigt. Ein Problem der übertriebenen Staatsgläubigkeit. Es ist beispielsweise nicht Aufgabe des Staates Parkhäuser zu betreiben, Wohnungen zu vermieten (wennn keine Wohnungsnot herrscht) oder für einen großen Kaffeeröster ein Hochregallager zu betreiben.

    Was das Verursacherprinzip angeht, so bin ich bei dir. Nur Verursacher der Krwalle bzw. für den Polizeieinsatz bei Catsortransporten sind nicht die Energiekonzerne, sondern die Demonstranten. Genauso bei Fussballspielen. Verursacher ist nicht der Fussballverein sondern der einzelne Chaot.
    Wenn du einen Autounfall verursachst, dann ist ja auch nicht Herrsteller deines Automobils verursacher sondern allein du.
     
  7. Timbo

    Timbo

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    Es ist ja auch alles vollkommen richtig, dass man sich kritisch mit der ganzen Maschinerie um die Fußballspieltage auseinandersetzt.
    Es ist aber in meinen Augen absoluter Populismus zu verlangen, dass man Reiseströme von Fans derart kontrollieren muss oder gleich ganz per Ordnungsanweisung die Fans aus den Stadien aussperrt.

    Es ist ja schon geschrieben worden, dass man nach der Polizeireform in Bremen es versäumt hat die Polizeitruppe auf 2600 Einsatzkräfte zu bekommen. In anderen Bundesländern sieht es nicht besser aus.
    Vielleicht ist es auch ein Weckruf seitens des Senators, dass sich noch etwas tun müsse. Denn 3 Wochen noch diesen uminösen Spieltag finden in Bremen die Bürgerschaftswahlen statt.
    Vielleicht versucht er ja auch mit seiner "Law and Order-Politik" im "rechten" Lager damit Stimmen zu bekommen. Andererseits wird er mit seiner Polterei gerade bei den Bremer Fußballfans abbauen.
    Es ist ein großes Problem mit dem 1.Mai, das regelmäßig wiederkommt. Man kann aber auch nicht das öffentliche Leben ausschalten, und dazu gehört meiner Meinung auch die Reisewelle zu Fußballspielen, nur weil der 1.Mai, ein G8-Gipfel, ein Castortransport oder meinetwegen der Papstbesuch in Deutschland ansteht.
    Wenn die Ordnung nicht mehr so aufrecht erhalten werden kann, dann sage ich nicht nur gute Nacht zum Fußball. Dann stehen noch ganz andere Dinge auf dem Spiel.
    Polizeigewerkschaften mahnen seit Jahren das Problem an. Wenn man durch eine gewisse Abgabe der Bundesligavereine für eine Abhilfe des Problems sorgen kann, muss man sich vielleicht drüber auseinandersetzen. Nur sollte sie dementsprechend Zweckgebunden sein. In der ganzen Bundesliga werden schon sehr viel Steuern generiert. Mit jedem Ticket und jeder Bratwurst wird Mehrwertsteuer gezahlt. Und die Vereine zahlen auch brav ihre Steuern.

    Man muss sich im Klaren sein, dass man für diese Forderungen an Beteiligung eine Gesetzesänderung bedarf. Diese muss aber rechtlich so eindeutig sein, dass nicht gleich das Verfassungsgericht wieder alles kippt. Da glaube ich nämlich eher dran.

    Ein bisschen erstaunlich ist diese "Aufkündigung" des Konsens schon. Angeblich haben sich DFL und Innenminister geeinigt. Dass jetzt der Wortbruch kommen soll, halte ich für bedenklich.
    Vielleicht muss man in Zukunft andere Kompromisse schließen. Vielleicht sollte man das Pokalfinale auf dieses Datum setzen. Oder man plant im Januar eine englische Woche ein. Oder man spielt, wie in England einfach über Weihnachten durch.
    Das sollte aber wohl auch auf wenig Gegenliebe bei der Polizei stoßen, was auch völlig zurecht ist.

    Mein Fazit ist jedoch, dass wiedermal die Polizisten zum Spielball der Politik weren, weil diese ihre Arbeit in den letzten Jahren nicht getan hat.
     
  8. Erster Mai 2004: Werder - Hamburg. Ein friedliches Derby bei strahlendem Sonnenschein...
     
  9. hoernum

    hoernum

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    Der bremer Innensenator hat Recht - und auch wieder nicht. Polizeieinsätze bei Demonstrationen, Großereignissen u. ä. sollten weiterhin gebührenfrei bleiben. Zum einen da dies aus dem Gewaltmonopol-Anspruch des Staates heraus zu begründen ist. Zum anderen weil dies entweder zum demokratischen Grundrecht (Demo) oder im Eigeninteresse des Staates, Landes, Stadt sein sollte, wenn bestimmte Ereignisse stattfinden. Im Falle des Fussballes sollte man die ökonomische Bedeutung eines Bundesliga-Clubs für eine Stadt nicht unterstützen. Abgesehen von den direkten Steuereinnahmen des Clubs kommen viele Gäste in die Stadt, die ihr Geld da lassen (bei Gefallen ggf. sogar als "einfache" Touristen).
    Wie schaut es aber nun konkret mit dem 1.Mai-Wochenende kommenden Jahres aus? Soweit ich weiss haben die Innenminister die DFL darum gebeten das 1.Mai-WE spielfrei zu halten, da hier die Polizei schon genug zu tun habe. Die DFL hat stattdessen nur den 1.Mai ohne Spiele angesetzt, der Spieltag an sich bleibt also erhalten. Hier nun von Seiten der Polizei zu verdeutlichen, dass eine Kooperation auf gegenseitige Rücksichtnahme beruht, halte ich für richtig. Wenn also die Innenbehörden der Meinung sind, dass sie wegen der Mai-Randale nicht genügend Polizisten für den Spieltag zur Verfügung stellen können, muss halt die Konsequenz gezogen werden und auf ordnungsrechtlichen Weg die Versmmlung großer Menschenmassen untersagt werden.
    Oder mit anderen Worten: Die DFL hätte auf die Polizei hören sollen und das WE spielfrei halten sollen, so dass Politiker nicht zu dummen Aussagen provoziert werden.
     
  10. Timbo

    Timbo

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    Mag sein, dass die DFL auf die Innenminister hätte hören sollen. Aber hätte man auch von Seiten der Minister nicht bereits im Juli ein Veto einlegen können?

    Ach Nein - da waren unsere Politiker ja alle im Sommerurlaub. Und erst nach dem Castortransport und dem S21-Desaster kommt die Politik darauf, dass es zu Problemen kommen kann.

    Sicherlich hätte sich die DFL etwas einfallen lassen können. Platz genug ist ja im Kalender. Da muss man vielleicht eine englische Woche mehr einbauen. Dann wäre das Problem nicht gewesen.

    Eine Ordnungsanweisung würde im übrigen unser Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg betreffen. Ich glaube kaum, dass es hier in Bremen gut ankommt, wenn Senator Mäurer uns 3 Wochen vor der Wahl Bort und Spiele wegnehmen will.
     
  11. Felissilvestris

    Felissilvestris

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    Man kann das Pferd doch auch andersherum aufzäumen:

    Warum müssen nicht Gewerkschaften, Parteien und Verbände, die zu 1. Mai-Demos aufrufen und einladen die Kosten für die benötigten Polizeieinsätze bezahlen?
    Nochmal das ist alles Käse. Es ist staatliche Aufgabe für Sicherheit und Ordnung zu sorgen. Dies ist eine Kernaufgabe und hierauf hat sich ein Staat dementsprechen zu konzentrieren.
    Und Herr Mäurer soll sich mal lieber um die organisierte Kriminalität kümmern als öffentliche Kapitualtionserklärungen gegenüber selbiger abzugeben. Würde dem Teilzeitjustizsenator auch mal ganz gut tun sich auch um diesen Bereich zu kümmern.
     
  12. DanielWTM

    DanielWTM

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    ""Wenn Werder Bremen in Dortmund und Hannover 96 in Köln spielt, treffen sich die beiden Fan-Gruppen auf einem Bahnhof und nehmen ihn auseinander""

    Wusste gar nicht, dass wir diese Saison 2x nach Dortmund müssen...:rolleyes:

    Edit: Oder meint er nicht den 1.Mai.. sehe nämlich gerade, dass wir da gegen Wolfsburg spielen.
     
  13. Timbo

    Timbo

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    Ja, man kann es drehen und wenden wie man will. Man kommt darauf, dass man in Sachen Sparpolitik alles gekürzt hat, was geht.
    Jetzt spricht man von mehr Gewaltbereitschaft in und um den Stadien. Allgemein sind die Agressionen auch gestiegen. Man versucht mit billigen Lösungen Herr der Lage zu werden. Unter anderem mit strengen Alkoholverboten, Flaschenverboten allgemein, Bustransfers und Blocksperren beim Fußball.

    Als Bremer, der nun die Politik dieses Senators und der Regierung 4 Jahre mterlebt hat, kann ich nur sagen, dass dieser Senator in allen erdenklichen Situationen versagt hat.
    Er hat es nicht geschafft sich um die oganisierte Kriminalität zu kümmern. Er hat vor der Drogendealerszene am Sielwall praktisch kapituliert. Er behauptet sogar, dass es gar keine offene Drogenszene hier gibt. Dafür hat er schon gewaltig Kritik seitens Radio-Bremens und den Zuschauern erhalten.
    Er behauptet, dass Umlandsbremer zum Drogenkauf in die Stadt kommen, um sich fürs Wochenende mit Kokain und Canabis einzudecken. Er billigt es, dass am Sielwall alle drei Meter ein Verkäufer rumlungert und offen auf vermeidliche Interessenten zugehen kann.
    Er hat auch bei Fußballspielen versagt. So geschah es, dass es beim letzen Derby gegen den HSV Verletzte bei der Blocksperre gab. Man muss sagen, dass Herr Mäurer jetzt nicht direkt dafür verantwortlich ist. Aber als Minister ist man in diesen Planungen und Ausführungen mitgefangen.

    Die Bilanz ist für einen Innenpolitiker verheerend. Und vielleicht versucht er noch durch diesen "Law and Order" Schritt ein kleines innenpolitisches Vermächtnis zu erreichen, indem er den Schwarzen Peter mal schön dem DFB bzw. der DFL und den Fußballfans zuschiebt.
    Er hätte sich genauso gut auf Gewerkschaften und Chaoten zum 1.Mai einschießen können. Aber vielleicht sind das (Die Gewerkschaften) ja noch potenziell wichtigere Wähler für ihn.

    Ich fiinde es ein Armutszeugnis für ein so großes fortschrittliches Industrieland, dass es Engpässe in der Sicherheit gibt, weil zwei sicherheitstechnisch schwierige Termine auf ein Wochenende fallen.
     
  14. Timbo

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    @ DanielWTM:
    Der Mäurer Ulrich meint wohl den kommenden Spieltag.
    Bin mal gespannt, ob irgendein Bahnhof überhaupt auseinander genommen wird. Zumal wir nämlich am Samstag um 18:30 Uhr Spielen und H96 bereits am Freitag zu Hause ran muss.

    Kann mich übrigens nicht erinnern, dass überhaupt mal ein Bahnhof auseinander genommen wurde. Nur nach einer Spielabsage haben Rostock-Hools (so nenne ich sie jetzt mal) den Bahnhof von Stendal zerlegt.

    Übrigens, für die Sicherung von Bahnhöfen und Zügen ist die Bundespolizei zuständig. Da müsste sich doch eigentlich der Herr De Mezière beschweren.

    Aber es ist ja auch richtig, dass normale Bereitschaftspolizisten die Fans begleiten. Aber trotzdem ist es richtig, dass die Bahnhöfe dem Bund unterstellt sind.
     
  15. DanielWTM

    DanielWTM

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    H96 spielt aber wie du schon sagst zu Hause und auch nicht gegen Köln.
     
  16. Timbo

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    Tja, ist schon sehr erstaunlich wie wenig der Herr Mäurer über den Spielplan aufgeklärt ist.
     
  17. Timbo

    Timbo

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    Hier haben wir mal das Interview aus dem Weser-Kurier von heute:

    http://www.weser-kurier.de/Artikel/..."Die+Kosten+fuer+Sicherheit+explodieren".html

    Es wundert nur, dass er sich hier nicht zu einem Zuschauerverbot am 1. Mai äußert. Er hat in diesem Interview vielmehr unsere "brutalen" Ultras im Fokus:

    Ulrich Mäurer:
     
  18. Wenn man sich das im Weser-Kurier durchliest, bekommt man den Eindruck, dass der gute Mann selber wohl noch nicht so oft im Fußballstadion war geschweige denn in einem Zug zum Fußball gefahren ist. Ansonsten wäre es teilweise schon verwunderlich, so komischen Quatsch von sich zu geben.

    Hört sich ja so an, als gäbe es keine Hooligans mehr und stattdessen gibt es jetzt nur noch die durchweg gewaltbereiten Ultras :rolleyes: Sicherlich sind unter den Ultras auch gewaltbereite Fans dabei. Aber das dürfte auch von Verein zu Verein sehr unterschiedlich ausfallen. Außerdem könnte man als unbescholtener Leser fast schon den Eindruck bekommen, dass alle Fußball-Fans, die im Zug Bier trinken Ultras und somit potenziell gewaltbereit sind.

    Der Typ lässt da so viele Klischees los...geht ja gar nicht. Im Kern hat er ja vielleicht gar nicht so unrecht. Aber man kann doch nicht so verallgemeinern. Wann ist man überhaupt Ultra und wann noch normaler Fan? So wie er das von sich gibt, müsste man das ja ziemlich klar voneinander abgrenzen können :confused:

    Darüber hinaus müsste man eigentlich ein generelles Alkoholverbot bei der Bahn umsetzen. Sprich: alle Reisenden in Deutschland werden für ein paar Idioten beim Fußball bestraft. Ob das wirklich im Sinne des Erfinders ist...

    Dass sich die Vereine an den Polizeikosten im und ums Stadion beteiligen sollten, darüber kann man sich streiten. Tendenziell verstehe ich diese Forderung. Auf den anderen Seite: Was kann mancher Heimverein dafür, dass sich manche Gästefans wie die letzten Menschen verhalten? Inwiefern macht es Sinn, die Vereine an den Sicherheitskosten für die Anreisewege (die sie gar nicht beeinflussen können) zu beteiligen. Zudem kann ich auch die Einstellung von KA nachvollziehen, dass der Verein letztlich nur den Fußball anbietet und im Grunde nicht für das Drumherum verantwortlich ist.

    BTW:
    Müsste man dann nicht bspw. auch die Polizeikosten im Rahmen einer Demo auf die Demonstranten abwälzen? Warum musste eigentlich das Land die Castor-Kosten tragen? Letztlich wurde ja sogar noch damit geprahlt, die Kosten ordentlich in die Höhe getrieben zu haben. Oder hätten das nicht sogar die Versorger direkt bezahlen müssen? Der Vergleich ist natürlich übertrieben. Aber letztlich müsste man dann eigentlich auch in anderen Fällen als nur beim Fußball die Kostenbeteiligungen überprüfen.
     
  19. Timbo

    Timbo

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    Da steckt einiges an Wahrheit drin. Mir kam es genauso vor, dass der Innensenator sehr viel pauschalisiert. Ich kann mir kaum vorstellen, dass er das gesamte Treiben rund um ein Fußballspiel in Bremen überhaupt kennt. Ich sehe es als fatal an, dass man gewisse Fangruppen als gewaltbereit oder ständig unter Alkoholeinfluss darstellt. Er pauschalisier wo es nur geht, ohne die Probleme an sich überhaupt ins Auge zu führen.

    Problematisch sehe ich auch ein absolutes Alkoholverbot in Zügen. Vor allem, weil die Deutsche Bahn schließlich auch noch damit Geld verdient. Dann ist es nämlich vorbei mit dem Bier oder Wein im Bordbistro des Inter City. Auch würde es Menschen treffen, die vielleicht nie etwas mit Fußball zu tun haben. So mancher Kegelklub stimmt sich schon auf der Fahrt ein. All das muss dann kompromisslos verfolgt und geahndet werden.
    Allerdings scheinen ja einige Gesellschaften, wie Metronom, ganz gut mit dieser Sache zu fahren.
    Eine Patentlösung gibt es nicht. Nicht bei der Verteilung der Kosten für die Einsätze und auch nicht bei den Maßnahmen für Sicherheit und Ordnung.

    Schlimm ist es nur, dass gerade Politiker, die in dieser hohen Verantwortung stehen manchmal den Durchblick nicht haben.
    Ich bin mal gespannt wie sich diese Situation entwickelt. Meistens verlaufen solche politischen Poltereien auch im Sande.
     
  20. Felissilvestris

    Felissilvestris

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    Das Problem ist, dass Mäurer seine Job in keinem Bereich gewachsen ist. Gilt übrigens für so manchen Senator in dieser Regierung.
    Er hat vor der organisierten Kriminaltät öffentlich kapituliert. Angels, Familie M und Co haben ein ganz angenehmes Leben.
    Drogenszenen gibt es in Bremen nicht. Besonders nicht am Sielwall.
    Und Fussballfans sind alles gewaltbereite Alkoholiker.

    Der Mann ist ne absolute Fehlbesetzung. Aber das wusste vorher schon fast jeder.