Das Spiel gedreht: Werder siegt in Frickenhausen

Der Wendepunkt: Jens Lundqvist holt gegen Torben Wosik den ersten Zähler.
Tischtennis
Sonntag, 08.01.2012 // 23:56 Uhr

Was für eine moralische Glanzleistung! Trotz der schweren Pokalfinalspiele am Freitag und Samstag hat das grün-weiße Tischtennis-Team den TTC Frickenhausen mit 3:2 bezwungen. Wie so oft fehlte es auch bei diesem Spiel nicht an Dramatik, denn die Bremer lagen zur Pause scheinbar aussichtslos mit 2:0 in Rückstand. Nach der Pause brachten die hart umkämpften Siege von Lundqvist, Crisan und Achanta doch noch den wichtigen Liga-Erfolg. Nächsten Sonntag kann das Werder-Quartett beim Auswärtsspiel in Grenzau weiter Boden gut machen.

Es geht einfach nicht ohne Dramatik bei Werders Tischtennis-Herren. Nur einen Tag nach der schmerzhaften Niederlage in fünf Spielen gegen den 1. FC Saarbrücken mussten die Norddeutschen beim Auswärtsspiel in Frickenhausen erneut über die volle Distanz gehen. Im Vergleich zum Vortag gab es dieses Mal jedoch ein glückliches Ende für Werder, obwohl der Start in die Partie alles andere als gut war.

Knapp 20 Stunden lagen zwischen den Begegnungen im Pokal und in der Liga, und auch am Freitag waren die Bremer schon beim Sieg gegen Ochsenhausen gefordert. Es galt also, die letzten physischen und psychischen Kräfte zu mobilisieren, um zwei wichtige Auswärtspunkte mit zurück in den Norden zu nehmen. Trainer Cristian Tamas schickte mit Kamal Achanta einen frischen Mann ins Rennen, der Inder war im „Final Eight" Ersatz und ging sichtlich motiviert in die Partie gegen Frickenhausens Top-Spieler Kenji Matsudeira. Belohnt wurde dies jedoch nicht, trotz mehrerer Möglichkeiten konnte Werders Inder nur einen Satz für sich entscheiden und seinem glänzend aufgelegtem Gegenüber zum Sieg gratulieren.

Es wurde auch im zweiten Spiel nicht besser für die Gäste, ganz im Gegenteil. Werders Nummer eins Adrian Crisan hatte die ärgerliche Niederlage vom Vortag sichtbar noch nicht verdaut, zumal er auf einen hervorragend spielenden Jacub Kosowski traf. Im ersten Durchgang bot sich "Crisi" dabei mit einem Satzball sogar noch die Möglichkeit zur Führung. Nachdem sein Kontrahent diesen aber abgewehrt und zu seiner Führung gedreht hatte, brach Werders Rumäne in den darauffolgenden beiden Sätzen ein und blieb ohne Chance auf einen möglichen Ausgleich. Zur Pause sah es dementsprechend finster aus für die Hanseaten, nun musste man für einen Erfolg die restlichen drei Spiele gewinnen.

Jens Lundqvist schaffte den Anfang der grün-weißen Wende. Gegen seinen langjährigen Teamgefährten Torben Wosik dominierte er die Partie deutlich und ließ mit Ausnahme des zweiten Satzes keine Zweifel an seinem Siegeswillen aufkommen. Diesem guten Beispiel folgte nun auch sein Teammitglied Adrian Crisan, der im Spitzenduell gegen Kenji Matsudaira wie verwandelt auftrat. Obwohl der Japaner weiterhin keinen Ball verloren gab, hatte Crisan die passenden Schläge im Repertoir um seinen Gegner mit 3:1 zu schlagen und den Spielstand zu egalisieren.

Nun lag es an Kamal Achanta, die Bemühungen seiner Kollegen im Spiel gegen Jacub Kosowski zu veredeln. Der Inder knüpfte an sein gutes Auftaktmatch an, und ließ sich auch von umstrittenen Schiedsrichterentscheidungen und einer aufgeheizten Atmosphäre nicht aus dem Konzept bringen. Der Lohn folgte dann im fünften Satz: Achanta brachte den letzten Akt dieser verrückten Begegnung mit 11:05 ins Ziel und konnte so mit seinem Team einen gelungenen Ausklang des Wochenendes feiern.

Aus Frickenhausen berichtet Florian Schwarz

TTC matec Frickenhausen - SV Werder Bremen 2:3

Kenji Matsudaira - Kamal Achanta 3:1 (12:10, 13:11, 08:11, 11:07)
Jacub Kosowski - Adrian Crisan 3:0 (12:10, 11:05, 12:10)
Torben Wosik - Jens Lundqvist 1:3 (05:11, 05:11, 11:07, 11:13)
Kenji Matsudaira - Adrian Crisan 1:3 (15:17, 12:14, 11:08, 06:11)
Jacub Kosowski - Kamal Achanta 2:3 (15:13, 06:11, 13:15, 11:06, 05:11)