Werder scheitert knapp an Düsseldorf

Verabschiedung von Lambiet, Tsuboi und Steger
Vor dem Spiel wurden drei Spieler des SV Werder von Präsident Dr. Hubertus Hess-Grunewald (links) verabschiedet. Gustavo Tsuboi (Zweiter von links), Florent Lambiet (Dritter von links) und Bastian Steger (Zweiter von rechts). Abteilungsleiter Werner Meyer (Dritter von rechts) und Teammanager Sascha Greber (rechts) nahmen an der gebührenden Verabschiedung teil.
Tischtennis
Sonntag, 10.03.2019 / 18:18 Uhr

Der SV Werder Bremen hat das letzte Heimspiel der Saison 2018/2019 mit 3:2 knapp gegen das hoch favorisierte Team von Borussia Düsseldorf verloren. Punktegarant war wieder einmal Bastian Steger, der sowohl gegen seinen ehemaligen Mitspieler Omar Assar als auch gegen Kristian Karlsson siegen konnte. Vor dem Spiel wurden Florent Lambiet, Gustavo Tsuboi und Bastian Steger vor toller Kulisse in der ausverkauften Klaus-Dieter-Fischer-Halle verabschiedet - alle drei verlassen den SV Werder zum Saisonende.

Florent Lambiet war der erste Spieler, der von Präsident Dr. Hubertus Hess-Grunewald verabschiedet wurde. In den zwei Jahren beim SV Werder habe sich Lambiet sehr gut entwickelt und sich kontinuierlich in der Weltrangliste nach oben arbeiten können. Er belegt dort zur Zeit Rang 90. Er wünschte dem Belgier, dass er diesen erfolgreichen Weg bei seinem neuen Verein Chartres ASTT in der französischen ersten Liga fortsetzen wird. Er bedankte sich für die Teamfähigkeit bei Lambiet, der sich trotz weniger Einsätze stets voll für die Mannschaft eingesetzt habe.

Gustavo Tsuboi wurde als nächster Spieler verabschiedet. In Erinnerung werden vor allen Dingen die starken Leistungen von Tsuboi im Halbfinale und Finale der deutschen Pokalmeisterschaften bleiben. Dr. Hess-Grunewald wünschte auch Tsuboi für die Fortsetzung seiner sportlichen Karriere alles Gute.

In einer längeren Laudatio ging Dr. Hess-Grunewald auf die Verdienste von Bastian Steger für den SV Werder Bremen ein. Steger verlässt die Werderaner nach fünf Spielzeiten, in denen er als Nummer eins kontinuierlich herausragende Leistungen und positive Bilanzen erzielen konnte. Die spektakuläre und attraktive Spielweise mit der Steger die Bremer in den letzten Jahren begeistern konnte, werden sicherlich zukünftig schmerzlich vermisst werden. Dr. Hess-Grunewald und der SV Werder werden aber auch den symphatischen Menschen Bastian Steger vermissen, für den auch in der Zukunft immer ein Stuhl in der Werderhalle frei sein werde. Dr. Hess-Grunewald wünschte Bastian Steger für die nächste Saison bei seinem neuen Verein TSV Bad Königshofen viel Erfolg. Die Zuschauer bedankten sich bei allen drei Spielern mit lang anhaltendem Applaus.

Nachdem die Verabschiedung beendet war ging es mit der Partie von Bastian Steger gegen Omar Assar los. Steger legte gleich mächtig Tempo vor und führte schnell mit 6:0. Doch Assar hatte den hohen Rückstand schnell verdaut, glich zum 6:6 aus und ging dann sogar mit 9:7 in Führung. Doch Steger machte dann in der Verlängerung des ersten Satzes den Punkt zum 13:11 und damit zum Satzgewinn. Der zweite Satz war von Beginn an sehr ausgeglichen und Steger konnte auch diesen Satz knapp mit 11:9 für sich entscheiden.. Der dritte Satz verlief ähnlich knapp - diesmal behielt jedoch der Ägypter mit 11:9 die Oberhand. Im vierten Satz gelang Steger dann ein ähnlich starker Beginn wie im ersten Satz - er ließ jedoch nach der 7:0 Führung nichts mehr anbrennen und siegte souverän mit 11:2.

Florent Lambiet spielte in seinem letzten Heimspiel vor Bremer Publikum an Position zwei. Man merkte ihm an, dass er den Zuschauern noch einmal zeigen wollte was in ihm steckt. Er verlangte seinem Kontrahenten Kristian Karlsson in dem Duell, das letztlich über fünf Sätze ging, alles ab. Karlsson rangiert momentan immerhin auf Rang 30 der aktuellen ITTF Weltrangliste und er musste alle Kräfte mobilisieren, um im letzten Satz knapp mit 11:8 zu gewinnen. Lambiet zeigte eine insgesamt sehr starke Vorstellung und konnte die Box trotz Niederlage mit erhobenem Haupt verlassen.

Gustavo Tsuboi war es verletzungsbedingt nicht vergönnt, ein letztes Mal in Bremen zu spielen. Aus diesem Grund kam Hunor Szöcs zum Einsatz. Er traf auf Anton Källberg. Hunor Szöcs erwischte einen hervorragenden Start und konnte die hohe 6:0 Führung trotz zwischenzeitlichen Ausgleichs mit 11:8 nach Hause bringen. Der zweite Satz ging danach deutlich mit 11:5 an Källberg. In der Folge entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, in dem Szöcs leider sowohl in der Verlängerung des dritten als auch des vierten Satzes das Nachsehen hatte. Trotz starker Leistung verlor Szöcs das Spiel mit 3:1 und die Werderaner lagen mit 2:1 zurück.

Diese Situation kennt Bastian Steger in dieser Saison sehr gut. Wie so oft ruhte die Verantwortung wieder einmal auf seinen Schultern. Und er konnte auch heute dieser Verantwortung wieder voll gerecht werden. In beeindruckender Art und Weise dominierte Steger das Spiel gegen Kristian Karlsson. Lediglich im ersten Satz ging es bis zum Stand von 6:5 etwas eng zu - danach beherrschte Steger den Schweden. Im zweiten Satz ließ er sich auch von einem 4:1 Rückstand nicht aus der Ruhe bringen. Der dritte Satz war dann von Anfang an eine Demonstration der spielerischen Stärke von Steger. Der souveräne 3:0 Sieg war somit der letzte Auftritt von Steger vor Bremer Publikum und die Zuschauer feierten ihn nach seinem Sieg mit stehenden Ovationen.

Im Abschlussdoppel machte sich dann das verletztungsbedingte Fehlen von Gustavo Tsuboi schmerzhaft bemerkbar. Florent Lambiet und Hunor Szöcs hatten bisher noch nicht zusammen Doppel gespielt und dies ließ sich von Anfang an spüren. Sie hatten gegen Omar Assar und Anton Källberg nicht den Hauch einer Chance. Die Höchststrafe von 11:0 konnte im zweiten Satz gerade noch so abgewendet werden. Im dritten Satz hielten die Werderaner dann wenigstens ein wenig mit. Insgesamt standen Lambiet/Szöcs jedoch auf verlorenem Posten und mussten ihren Gegnern sowohl zum Doppelsieg als auch zum Gesamterfolg gratulieren.

Trainer Cristian Tamas: "Die Zuschauer haben zum Abschluss ein sehr schönes Spiel erleben können. Bastian Steger hat mit seinen beiden Siegen einmal mehr gezeigt, dass er eine echte Nummer eins ist und hat sich mehr als würdig von uns verabschiedet. Florent Lambiet und Hunor Szöcs konnten in ihren Einzeln ebenfalls überzeugen - leider hat es bei beiden nicht zum Sieg gereicht. Die Verletzung von Gustavo Tsuboi war sehr ärgerlich, da eine Rechts-Links-Kombination im Doppel sehr viel erfolgversprechender ist als eine Rechts-Rechts-Kombination. Ich möchte mich bei Gustavo Tsuboi und Florent Lambiet für ihr vorbildliches mannschaftsdienliches Verhalten im Bremer Team bedanken. Bastian Steger treffen wir im nächsten Jahr in der TTBL in unseren Duellen gegen TSV Bad Königshofen wieder und wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit ihm."

Die Einzelergebnisse des Spiels SV Werder Bremen - Borussia Düsseldorf 2:3:

Bastian Steger - Omar Assar 3:1 (13:11; 11:9; 9:11; 11:2)

Florent Lambiet - Kristian Karlsson 2:3 (3:11; 11:6; 6:11; 11:5; 8:11)

Hunor Szöcs - Anton Källberg 1:3 (11:8; 5:11; 10:12; 13:15)

Bastian Steger - Kristian Karlsson 3:0 (11:6; 11:7; 11:6)

Lambiet/Szöcs - Källberg/Assar 0:3 (6:11; 1:11; 6:11)

 von Stefan Dörr-Kling