Bei Holstein Kiel in der Spur bleiben

Torsten Oehrl musste mit Werders U 23 eine bittere Niederlage in Kiel hinnehmen.
U23
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Auf einen "heißen Tanz" dürfen sich Werders U 23-Talente am kommenden Samstag, 15.08.2009, einstellen, wenn sie ab 14 Uhr bei Holstein Kiel antreten werden. Denn nach drei Spieltagen sind die gastgebenden "Störche" das einzige Team in der 3. Liga, das noch ohne einen einzigen Punktgewinn ist. "Das darf für uns überhaupt nicht relevant sein, auch wenn Kiel natürlich alles in die Waagschale werfen wird, um am Samstag zu gewinnen", möchte Werder-Coach Thomas Wolter den Blick mehr auf sein Team richten.

 

Und der fällt nach dem ersten Saisonsieg am vergangenen Freitagabend im Heimspiel gegen Borussia Dortmund II positiv aus. "Den guten Weg, den wir eingeschlagen haben, wollen wir nun auch weiter verfolgen", so der Bremer Trainer, der noch reichlich Entwicklungspotenzial bei seiner Mannschaft ausgemacht hat. "Ich denke, dass bei allen Spielern noch 30 bis 40 Prozent mehr drin sind. Das hat man gegen Dortmund besonders gut bei Torsten Oehrl gesehen. Je länger das Spiel dauerte, desto besser war er in der Partie und hat schließlich auch das Tor gemacht. Dieser Anstieg ist bei vielen Spielern zu verzeichnen."

 

Alles weitere Wissenswerte zu Werders kommendem Auswärtsspiel und den Kieler "Störchen" präsentiert WERDER.de im Überblick:

 

Der Club: Die Kieler Sportvereinigung Holstein von 1900 oder auch kurz Holstein Kiel erlebte vor allem in der ersten Hälfte des 19. Jahrunderts seine sportlichen Höhepunkte. 1912 holten sich die "Störche", wie Holstein Kiel auch häufig bezeichnet wird, den Deutschen Meistertitel und errangen 1910 sowie 1930 die Vize-Meisterschaft. In der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts werden sich die Fans vor allem an die Zweitliga-Zeit von 1979 bis 1981 erinnern. Ansonsten waren die Kieler vornehmlich in der Oberliga und Regionalliga am Ball. 2007 stieg man zuletzt aus der damaligen zweigeteilten Regionalliga ab, qualifizierte sich als Oberliga-Meister für die neue dreigeteilte Regionalliga und kehrte ein Jahr später nun in die dritthöchste deutsche Spielklasse zurück.

 

Die aktuelle Situation: Aller Anfang ist schwer, das gilt auch für den Aufsteiger aus Kiel. Die ersten drei Spiele gegen Regensburg (0:2), Burghausen (0:1) und Braunschweig (1:2) gingen allesamt verloren, so dass man sich derzeit am Tabellenende wiederfindet. "Ich habe mir das Spiel gegen Burghausen vor Ort angeschaut. Das hätte auch anders herum ausgehen können. Ich bin mir sicher, dass Kiel seine Punkte schon bald sammeln wird und am Ende der Saison nicht da unten stehen wird. Mir wäre es jedoch ganz recht, wenn sie mit dem Punkten noch eine Woche warten würden", so Werder-Coach Thomas Wolter über den Gegner.

 

Der Kader: Nach dem Aufstieg in die 3. Liga hat sich Kiel mit sieben Neuzugängen punktuell verstärkt. Unter anderem mit dem Wuppertaler Leistungsträger Tim Jerat und Fiete Sykora vom VfL Osnabrück. Auch einen Bremer zog es an die Ostsee. Marc Heider ist zusammen mit Marco Stier und Alexander Nouri einer von drei ehemaligen Werderanern im Team der "Störche".

 

Sein Einsatz ist noch fraglich. Timo Perthel machen Rückenprobleme zu schaffen.

Das Trainerteam: Der Star ist der Trainer oder bei Kiel wohl eher fast das gesamte Trainerteam, denn mit Torwarttrainer und St. Pauli-Legende Klaus Thomforde, Co-Trainer und Ex-Nationalspieler Andreas Thom und Cheftrainer Falko Götz, der lange Jahre bei Hertha BSC auf der Trainer-Bank saß, führen drei bekannte Fußball-Größen die Mannschaft durch ihre erste Saison in der 3. Liga.

 

Die Bilanz: Insgesamt standen sich beide Teams 20 Mal in der ehemaligen Regionalliga Nord gegenüber. Acht Partien gingen dabei an Kiel, sieben an Werder und fünf Mal trennte man sich mit einem Unentschieden. Zuletzt traf man im März 2007 in Bremen aufeinander. Kiel gewann mit 3:2. In Kiel endete die Partie zuletzt 2:2.

 

Die personelle Situation: Werder-Coach Thomas Wolter muss weiterhin auf die Langzeitverletzten Kevin Artmann, Julian Grundt und José Alex Ikeng (alle Kreuzbandriss) verzichten. Madjid Albry (Bänderdehnung) und Alexander Hessel (Oberschenkelprobleme) stehen ebenfalls nicht zur Verfügung. Erst morgen entscheidet sich ein möglicher Einsatz von Timo Perthel (Rückenprobleme), und Philipp Bargfrede wird voraussichtlich mit den Profis unterwegs sein. Kiel muss definitiv auf Peter Schybra verzichten, der gegen Braunschweig die Rote Karte gesehen hatte.

 

Das Stadion: Das Holstein-Stadion ist eines der ältesten und somit traditionsreichsten Stadien in Deutschland. Bereits am 15. Oktober 1911 wurde es vom damaligen FV Holstein, der sich gerade auf dem Höhepunkt seines sportlichen Erfolges befand, nach nur fünf Monaten Bauzeit mit einem Freundschaftsspiel gegen Preußen Berlin eingeweiht. Aktuell bietet die Kieler Fußball-Arena 11.386 Zuschauern Platz. Eintrittskarten sind für 4 bis 20 Euro erhältlich.

 

Norman Ibenthal