In Überzahl: Werders U 19 siegt 1:0 gegen den FC St. Pauli

U19
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Werders U 19 hat ihr erstes Heimspiel im Rahmen der Junioren-Bundesliga 2008/2009 erfolgreich bestritten. Die Mannschaft von Trainer Mirko Votava setzte sich mit 1:0 (1:0) gegen den FC St. Pauli durch. Die Grün-Weißen waren über 90 Minuten das überlegene Team, hätten aber gegen arg dezimierte Paulianer (drei Platzverweise) ihre zahlreichen Chancen besser nutzen müssen.

 

Im Dauerregen auf „Platz 11“ setzten die Kiez-Kicker das erste Ausrufezeichen der Partie. Stefan Winkel setzte sich mit einem beeindruckenden Solo über die linke Angriffseite durch, scheiterte aber an Werders Schlussmann Felix Wiedwald (7.). Auf der Gegenseite eine ähnliche Szene: Onur Ayik drang von rechts in den gegnerischen Strafraum ein und suchte den Abschluss. Sein Schuss war aber zu unplatziert, der Ball ging rechts am Tor vorbei (10.).

 

Werder hatte nun deutlich mehr Spielanteile und drängte auf die Führung. Zunächst vergab Ex-Paulianer Madjid Albry aus guter Position (14.), bevor Ayik im Sechzehner der Gäste nur durch ein Foul gestoppt werden konnte (17.). Schiedsrichter Tim-Julian Skorczyk bewertete die Situation allerdings nach ganz eigenen Maßstäben und zeigte Werders Angreifer die gelbe Karte – „Schwalbe“. Die Bremer ließen in der Folgezeit nicht locker: Ein „Zuckerpass“ von Kevin Krisch landete in den Füßen von Albry. Der umkurvte Paulis Keeper Christian Schau, musste sich aber gegen Verteidiger Wittwer geschlagen geben, der den Schuss mit dem Rücken abwerte und somit den Rückstand verhinderte (37.).

 

Serhan Zengin trifft zur Führung

 

In der 41. Spielminute „klingelte“ es dann aber doch im Netz der Hamburger: Serhan Zengins Kopfball lenkte Torhüter Schau noch so eben an die Latte, bevor Zengin selbst im Nachschuss zur 1:0-Führung einschob. Nur drei Minuten später prüfte Florian Trinks ein letztes Mal vor der Halbzeitpause die Reaktionsfähigkeit des Pauli-Keepers (44.).

 

Zu Beginn der zweiten Spielhälfte sorgte Hamburgs Jan Lüneburg für Aufregung. Sein Einsteigen von Hinten gegen Bremens Zengin ahndete der Referee zu Recht mit einer roten Karte (52.). Zengin antwortete auf diese Unsportlichkeit mit einem feinen Pass in den Lauf von Albry. Im Eins gegen Eins mit Torhüter Schau zog dieser aber den Kürzeren (56.). Kurz darauf die nächste gute Möglichkeit für die Grün-Weißen: Diesmal wurde Zengin mustergültig von Albry bedient, das Leder segelte aber über den Querbalken (58.) – Werder machte zu wenig aus den vielen aussichtsreichen Torraumszenen.

 

Drei Platzverweise für den FC St. Pauli

 

Exemplarisch die folgende Szene: Nach einem weiten Pass vom eingewechselten Alberto Queirolo stürmte Hamburgs Torwart Schau aus seinem Kasten, um vor den einschussbereiten Albry zu retten. Schau wehrte den Ball rechtzeitig mit der Hand ab, nur blöd, dass er sich bei der Aktion außerhalb des Strafraums befand. Dem Schiedsrichter blieb bei enger Regelauslegung keine andere Wahl: Rote Karte für den Hamburger Schlussmann (64.).

 

Gegen nunmehr neun Kiez-Kicker ergaben sich viele Freiräume für die Bremer, nur mit dem vorentscheidenden 2:0 wollte es nicht so recht klappen. Albry vergab nach Zuspiel von Zengin (68.), ehe der Passgeber selbst aus bester Position das Leder über die Latte drosch (69.). Auf der Gegenseite hatten die Werderaner Glück, dass sich Sascha Kuzmanov aus kurzer Distanz gegen Bremens Keeper Wiedwald geschlagen geben musste (77.).

 

Den Schlusspunkt der Partie setzte dennoch ein Hamburger: Petar Filipovic wurde nach einem Foulspiel mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen (88.) – der dritte Platzverweis auf Seiten der Paulianer.

 

„Wir hatten das Spiel lange Zeit im Griff, aber wir müssen unsere Chancen besser nutzen. So hätten wir uns über den Ausgleich nicht beschweren dürfen“, monierte Werders Coach Votava, der sogleich unterstrich: „Aber wir haben gewonnen, nur das zählt letztendlich.“

 

Von Timo Strömer