Starker Auftakt im Europacup

Vlastimil Babula, Matthias Blübaum, Stephan Buchal, Sven Charmeteau, Spartak Grigorian, Jan Werle, Thorben Koop
Schach
Dienstag, 08.11.2016 // 10:33 Uhr

Stephan Buchal

Mit zwei Siegen feierte Werder einen hervorragenden Einstand im diesjährigen „European Club Cup“, der  „Championsleague“ für Schachmannschaften, im serbischen Novi Sad. Einem 5:1-Kantersieg gegen das dänische Team von  Bronshoj Skakforening folgte ein hart umkämpftes, aber verdientes 3,5:2,5 gegen KGSRL Gent.

Kopenhagen - Werder (grün)

An Nr. 19 unter den 62 teilnehmenden Mannschaften gesetzt, war Werder in der 1. Runde gegen das an Nr. 50 gesetzte Team aus Kopenhagen nominell klar favorisiert, obwohl die Dänen immerhin zwei Internationale Meister an den Spitzenbrettern aufweisen konnten. Und tatsächlich nahm der Wettkampf einen sehr einseitigen Verlauf. Dabei profitierte Spartak Grigorian von einem groben Fehler seines Gegners schon in der Eröffnung und konnte die Grün-Weißen schnell in Führung bringen. Auch Sven Charmeteau zeigte sich bestens vorbereitet und erhöhte auf 2:0. Am Spitzenbrett gewann Matthias Blübaum souverän, während Vlastimil Babula und Thorben Koop hart kämpfen mussten, um ihre Gegner zu besiegen. Nach der Zeitkontrolle und beim Zwischenstand von 5:0 konnten die tapferen Dänen ein komplettes Desaster vermeiden, weil unser holländischer Großmeister Jan Werle am 2. Brett sein schwieriges Endspiel nicht halten konnte und unsere einzige Niederlage quittieren musste. Unterm Strich natürlich ein sehr klarer und verdienter Sieg für unser Team!

Matthias Blübaum - Romain Edouard

In der zweiten Runde hatten wir mit dem KGRSL Gent (der "Koninklijke Gentse Schaakkring Ruy Lopez") schon einen deutlich stärkeren Gegner – ein knappes Match gegen den 28. der Setzliste war zu erwarten. Pikanterweise kam es am Spitzenbrett zu der Begegnung zweier Klubkameraden: Matthias Blübaum traf auf den französischen GM Romain Edouard, der in der Bundesliga für Werder antritt. Wie das? Da viele Profis in mehreren europäischen Ligen tätig sind, startet Romain im Europacup für seinen belgischen Verein und spielte daher nicht für, sondern gegen Werder. Es nutzte ihm nichts: obwohl er hervorragend vorbereitet war und Matthias in der Eröffnung mit einer Neuerung vor Probleme stellen konnte, war es schließlich genau diese Partie, die den Wettkampf zu unseren Gunsten entschied. Matthias verbrauchte zwar viel Zeit, aber reagierte sehr energisch auf die Neuerung des Franzosen und stellte ihn im weiteren Verlauf der Partie mit einem starken doppelten Bauernopfer vor große praktische Probleme. Er erhielt starken Angriff, behielt in einer dramatischen Zeitnotphase den Überblick und gewann eine großartige Partie!

Alle anderen Partien endeten remis – aber keineswegs friedlich. Bei Spartak Grigorian ging es drunter und drüber, erst stand er klar besser, dann sogar deutlich schlechter und als schließlich heftige Zeitnot aufkam, einigten sich die Kontrahenten auf eine Punkteteilung. An den Brettern 2-4 hatten Jan Werle, Vlastimil Babula und Thorben Koop aussichtsreiche Stellungen, aber es wollte gegen die starken Belgier einfach kein weiterer Sieg gelingen, so dass wir bis zum Schluss zittern mussten. Lange Zeit musste Sven Charmeteau eine etwas schlechtere Stellung verteidigen, aber auch er konnte durch aktives Gegenspiel das Gleichgewicht wahren, so dass nach 5 Stunden Spielzeit unser knapper, aber völlig verdienter Sieg feststand.

Durch den starken Start hat sich Werder zunächst in der Spitzengruppe etabliert und bekommt zur „Belohnung“ heute einen ganz dicken Brocken vorgesetzt: Am Nachmittag steht die Begegnung gegen „Mednyi Vsadnik“ auf dem Programm. Das russische Top-Team ist mit 6 Weltklasse-Großmeistern gespickt und einer der großen Favoriten auf die Europameisterschaft! Wie sich die Grün-Weißen gegen diese Übermannschaft schlagen, können alle Schachfans ab 15 Uhr live im Internet auf der Turnierseite verfolgen.

Schach-Abteilung

Chess Open 2017