Werder Drei verliert zu Hause gegen Uelzen

Oberliga Nord West

Matthias Bach mit einem souveränen Sieg
Schach
Montag, 16.01.2023 / 14:11 Uhr

Stephan Buchal

Mit einer knappen und etwas unglücklichen 3,5;4,5-Niederliga gegen den Post SV Uelzen ist Werder Drei ins Neue Jahr gestartet - und dadurch ins Mittelfeld der Oberliga Nord West abgerutscht.

Diesmal konnte euer Berichterstatter bei der Mannschaftsaufstellung aus dem Vollen schöpfen, das beste Team aufbieten und sich selbst als "non-playing Captain" eine kleine Pause gönnen. Aber auch unsere Gäste aus Uelzen zeigten keine Schwäche und schickten mit den Nummern 1-8 die bestmögliche Mannschaft ins Rennen ... und traditionell gibt es bei dieser Paarung immer knappe Ergebnisse!

So sollte auch an diesem Sonntag keine Langeweile aufkommen. Dabei wähnte ich anfangs unser Team leicht im Vorteil, denn an einigen Brettern zeichneten sich durchaus angenehme Stellungen ab. Vor allem David Kardoeus beeindruckte gegen den starken Torben Knüdel mit einer glänzenden Eröffnungsvorbereitung! Er folgte 15 Züge lang einer Partie Carlsen-Duda und nach dem Fehler 16... h7-h6? ging schon das kräftige 17.Lc1xh6 (siehe Diagramm). Nach der besten Fortsetzung 17... g7xh6 18.Dc2-d2 Sf6-g4 19.Th4xg4 Kg8-h7 hätte Weiß deutlichen Vorteil. Nach der Partiefortsetzung 17... Ld6-e7 19.Lh6-g5 g7-g6 19.Ta1-d1 ist die Stellung schon (fast) gewonnen. Aber der Uelzener verteidigte sich zäh und die schnelle Führung für Werder blieb erst einmal aus ...

Derweil hatte Reiner Franke mit den schwarzen Steinen nach geglückter Eröffnungsüberraschung locker ausgleichen können ... aber einige Ungenauigkeiten im Mittelspiel führten zu einer schnellen Niederlage und damit zur Uelzener Führung. Nicht viel besser erging es diesmal Nils-Lennart Heldt, der schon im frühen Mittelspiel eine strategisch schwierige Stellung bekam. Sein Gegner rochierte lang, griff den weißen Königsflügel an, öffnete die h-Linie und erlegte den weißen König - 0:2. Trotzdem war der Wettkampf längst noch nicht entschieden, denn wir hatten in 4 Partien die bessere Stellung, 2 weitere waren durchaus unklar. Und tatsächlich gelang es Detlev Diederichsen noch vor der Zeitkontrolle zu verkürzen. Er hatte in einer ruhigen italienischen Partie mit den weißen Steinen zunächst nicht viel herausgeholt, aber allmählich entwickelte er eine schöne Initiative und einen gefährlichen Königsangriff. Sein Gegner opferte die Dame gegen Turm und Springer, aber musste sich bald darauf geschlagen geben. Nur noch 1:2.

Aber leider wurde die Zeitnotphase Maria Efimenko zum Verhängnis. Ihr Gegner Sascha Wiegmann hatte sehr früh in der Eröffnung ein - auf den ersten Blick etwas merkwürdiges - Bauernopfer gebracht. Übrigens keine Neuerung, sondern auch schon von dem bekannten Theoretiker GM Jan Gustafsson gespielt. Das Bauernopfer brachte ihm etwas Initiative - und vor allem einen Zeitvorteil auf der Uhr. Maria reagierte logisch, hielt den Mehrbauern, neutralisierte langsam die weiße Initiative und kam klar in Vorteil. Leider fehlten ihr in der entscheidenden Zeitnotphase ein paar Minuten, um den Vorteil festzuhalten. Stattdessen wurde es wieder sehr kompliziert, Maria griff in Zeitnot daneben und musste eine bittere Niederlage einstecken. 1:3. Und es kam noch schlimmer. Peter Lichman hatte es am Spitzenbrett mit Bernd Laubsch zu tun. Nach einem riskanten Eröffnungsexperiment stand er zunächst deutlich schechter, aber kam nach und nach besser ins Spiel, so dass seine Fans wieder große Hoffnung schöpfen konnten. Allerdings unterlief ihm - ebenfalls in der Zeitnotphase - ein Fehler, der eine Qualität kostete. Sein Gegenspiel erwies sich als unzureichend und Laubsch konnte nach der Zeitkontrolle sicher vollstrecken: 4:1. Aber immer noch 3 gute Stellungen für Werder!

Eine ganz souveräne Vorstellung lieferte Matthias Bach ab. Gegen die grünfeldindische Verteidigung seines Gegners vermied er jedwede Vereinfachung, behauptete seinen Raumvorteil im Zentrum und setzte Jacob von Estorff stark unter Druck. Noch vor der Zeitkontrolle konnte er eine Figur gegen 2 Bauern gewinnen, vereinfachte die Stellung, aber spielte weiter auf Angriff gegen die geschwächte schwarze Königsstellung. Geduldig manövrierte er den Gegner aus und holte den vollen Punkt. Etwas turbulenter, aber letztlich ebenfalls sehr sicher, konnte Olaf Steffens gewinnen. Im frühen Mittelspiel gewann er einen wichtigen Bauern und kam dadurch deutlich in Vorteil. Allerdings musste er noch zahlreiche Klippen und vor allem eine nervenaufreibende Zeitnotphase überstehen bis er in ein gewonnenes Endspiel übergehen konnte. Auch das war leider nicht trivial, aber nach einer weiteren Zeitnotphase hatte er endlich den vollen Zähler gesichert! 3:4.

Das Finale - wie schon der furiose Auftakt - blieb dem Kampf zwischen David Kardoeus und Torben Knüdel vorbehalten. Der junge Uelzener konnte seine schlechte Stellung stundenlang zäh verteidigen und alle Gewinnversuche von David abwehren. Das einzige Remis des Tages bescherte Uelzen den etwas glücklichen Sieg und uns die erste Saisonniederlage. Kein Beinbruch im Kampf um den Klassenerhalt, aber jetzt liegen zwei schwere Auswärtsspiele in Oldenburg und Nordhorn vor uns. Es müssen noch ein paar Punkte zum Klassenerhalt her!

 

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