Schachbundesliga: Werder unterliegt Dresden und besiegt Mülheim und Berlin

Werder beendet Saison auf einem guten vierten Platz

Steuerte am Wochenende 2 Punkte aus 3 Partien bei: Laurent Fressinet
Schach
Dienstag, 01.05.2018 // 20:05 Uhr

Matthias Krallmann

Am Sonntag begann der Wettkampf gegen den USV TU Dresden mit einem frühen Remis zwischen  der deutschen Nummer 1 Liviu-Dieter Nisipeanu und der französischen Nr.3 Laurent Fressinet am Spitzenbrett.

Martin Zumsande steuerte an Brett 7 ein weiteres sicheres Schwarzremis bei. Mannschaftsführer Gennadij Fish hätte mit dem Auftakt zufrieden sein können, wenn da nicht die Partie an Brett 3 gewesen wäre. Zbynek Hracek war in einem Londoner System ein böser Eröffnungsfehler unterlaufen, der ihn nicht nur einen Bauern kostete sondern auch das Rochaderecht. Im höheren Sinne war diese Partie gegen den sehr starken Jugendspieler Roven Vogel hier bereits verloren. An Brett 2 stand Romain Edouard in einem Sizilianer mit entgegengesetzten Rochaden deutlich besser, aber ansonsten waren die Partien ausgeglichen oder unklar. Kurz vor der Zeitkontrolle remisierte dann Spartak Grigorian an Brett 8, nachdem sein Gegner zwei Springer gegen Turm und zwei Bauern eintauschte und Spartak nicht klar war, ob er damit seinen Vorteil eingebüßt hatte. Zbynek Hracek konnte seine Partie nicht halten, doch Romain Edouard verwertete seinen Vorteil im Endspiel überzeugend.  Nachdem Vlastimil Babula in unklarer Lage remisiert hatte, stand es nach der Zeitkontrolle 3-3 unentschieden. Nach überstandener Zeitnot stellte sich heraus, dass Tomi Nyback einen Bauern weniger und Jan Werle ein leicht besseres Endspiel auf dem Brett hatte. Nach einer weiteren  Stunde Spielzeit hatte Tomi verloren. Nun musste Jan gewinnen. In einem komplizierten Damenendspiel versuchte der Holländer alles, aber er konnte den zähen Widerstand seines Gegners nicht überwinden. So kam Dresden zu einem etwas glücklichen, aber nicht unverdienten 4,5-3,5 Erfolg. Der SV Hockenheim, Werders Konkurrent um Platz 3 verlor gegen Baden-Baden mit 3-5 und so gab es weiterhin ein Kopf-an-Kopf Rennen um die Bronzemedaille.

Am Montag erwartete Werder eine angenehme Überraschung, als der SV Mülheim ohne seine vier Profis Tregubov, Fridman, Landa und Feigin antrat, die noch am Vortag am Brett saßen. Der Bremer waren so deutlich favorisiert und nahmen den Kampf um den dritten Platz an. Hockenheim hatte zu diesem Zeitpunkt einen halben Brettpunkt mehr als Werder und spielte gegen den SV Hofheim, der sich am Vortag mit einem Sieg gegen Speyer/Schwegenheim gerettet hatte. Laurent Fressinet hatte eine vorteilhafte Stellung, doch er fand eine mögliche Kombination nicht und die Partie endete unentschieden. Kurz vor der Zeitkontrolle fiel plötzlich sehr schnell die Entscheidung, als Jan Werle und Romain Edouard ihre Gegner im Königsangriff besiegten. Tomi Nyback gewann einen Bauern und verwertete diesen sicher. Den schönsten Partieschluss zeigte Vlastimil Babula, der unter Damenopfer seinen Gegner mit einem Bauern matt setzte. Der Gegner von Zbynek Hracek konnte mit einem positionellen Qualitätsopfer eine Blockadestellung einnehmen und sich so ins Remis retten. Spartak Grigorian spielte eine mutige Angriffspartie samt Figurenopfer und besiegte seinen Gegner im Mattangriff. Der Mannschaftskampf war längst entschieden, als Martin Zumsande die letzte laufende Partie zum 6-2 Endstand verlor. Auch Hockenheim siegte mit 6-2 und rettete so einen halben Brettpunkt Vorsprung auf Werder in die Schlussrunde.

Am 1. Mai traf Werder auf die Schachfreunde Berlin, der SV Hockenheim spielte gegen Speyer/Schwegenheim. Nach einem frühen Schwarzremis von Romain Edouard brachte Laurent Fressinet Werder mit einem überzeugend herausgespielten Sieg gegen den starken Polen Piorun in Führung. Die beiden Tschechen Zbynek Hracek und Vlastimil Babula remisierten, doch Tomi Nyback erhöhte mit seinem Sieg als Nachziehender in einer stark geführten spanischen Partie zum 3,5-1,5 . Nach der Zeitkontrolle endeten auch die Partien von Martin Zumsande, Spartak Grigorian und Jan Werle leistungsgerecht unentschieden. Am Ende stand ein nie gefährdeter 5-3 Erfolg. Leider reichte dieser nicht zur Eroberung des dritten Platzes, da der SV Hockenheim gegen Speyer/Schwegenheim mit 6-2 siegte.

Werder beendete die Saison mit sehr guten 22-8 Punkten auf dem vierten Platz, nur 1,5 Brettpunkte hinter dem Dritten SV Hockenheim.

Werders Topscorer in dieser Saison war Daniil Dubov mit vier Punkten aus vier Partien. Luke McShane schaffte mit 6,5 aus 8 plus fünf. Romain Edouard (6,5 aus 9), Zahar Efimenko (7 aus 10) und Tomi Nyback (5,5 aus 7) machten jeweils plus vier. Der Meistertitel wird in einem Stichkampf zwischen der OSG Baden-Baden und der SG Solingen ausgespielt.

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21.10.2018 Werder 2 - Delmenhorster SK 7,5:0,5
21.10.2018 SG Osnabrück - Werder 3 4,0:4,0
21.10.2018 PSV Uelzen 2 - Werder 4 4,5:3,5
21.10.2018 Werder 5 - SF LHW 2 4,0:4,0
21.10.2018 TuS Varrel 2 - Werder 6 4,0:4,0