Dortmund 2018

Besuch des Sparkassen Chess Meeting

v.l.n.r.: Gerald Jung, Andreas Burblies, Claus Dieter Meyer, Dr. Till Schelz-Brandenburg, Dr. Oliver Höpfner
Schach
Montag, 23.07.2018 // 10:25 Uhr

Gerald Jung

Sommerzeit ist Dortmundzeit und Schachtourismus. Seit einem Vierteljahrhundert pflegen wir bei Werder dank Claus Dieter Meyer das Brauchtum, dem Dortmunder Großmeisterturnier alljährlich einen Tagesbesuch abzustatten. Auch in diesem Jahr nutzten fünf Werderaner die Dienste der Bahn und näherten sich bei bestem Sommerwetter dem dritten Spieltag im Orchesterzentrum, nicht ohne sich zuvor auch kulinarischen Genüssen auszusetzen.

WGM/IM Elisabeth Pähtz, GM Wladimir Kramnik

Erfahrungsgemäß nimmt der Turnierverlauf nach dem ersten Ruhetag richtig Fahrt auf, und die Runde drei bot den Teilnehmern, gewisse Vorentscheidungen für den Turnierausgang zu erreichen. Genau in diesem Sinne brachte Nepomniachtchi eine Glanzpartie gegen Nisipianu aufs Brett, die uns Zuschauer bereits außerordentlich beeindruckte. Allerdings gelang auch Duda im polnischen Dialog gegen Wojtacek ein voller Punkt (Partieanalyse s.u.), Duda blieb somit bei +2 Punkten Tabellenführer. Dem "Helden von Dortmund" Kramnik gelang hingegen nicht, die zähe Verteidigung des "Rubinsteinweltmeisters", so nannte ihn die Kommentatorin Elisabeth Pähtz, den deutschen Georg Meier zu überwinden und so läuft er seinem 11. Dortmundsieg wohl auch in diesem Jahr erfolglos hinterher. Die Begegnung des Weltklassespielers Giri gegen den Aeroflot-Qualifikanten Kovalev ging gar noch verloren, sodass der Rating-Zweite nach dieser Runde Vorletzter war.

GM Ian Nepomniachtchi

Der weitere Turnierverlauf wurde dann wirklich spannend und brachte gute weitere Partien: Kramnik stoppte zwar Duda, verlor danach unglücklich gegen Nepomniachtchi. Kovalev zog weiter solide seine Kreise. Das erfolgreichste Schach zeigte unbestritten Nepomniachtchi. Er wurde verdienter Sieger mit 5 Punkten aus 7 Partien gefolgt von der Gruppe mit 4 aus 7: Duda, Kovalev und Giri. Georg Meier erreichte 50 %. Nisipeanu enttäuschte und wurde ohne Sieg Letzter.