Zu Gast beim BVB: Ein Wegweiser, keine Vorentscheidung

Im Rückspiel am Samstag wartet auf Borowski, Bargfrede und Mertesacker ein heißer Tanz um Platz vier.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

In einem Punkt besteht vor Werder Bremens Gastspiel am Samstag, 03.04.2010, um 15.30 Uhr bei Borussia Dortmund keinerlei Zweideutigkeit: Auch nach Abpfiff, ganz gleich wie das Endergebnis lautet, sind noch lange keine endgültigen Tabellenplätze vergeben. Aber ein Wegweiser im Schlussspurt wird die Partie vor mehr als 80.000 Zuschauern auf alle Fälle. „Dortmund spielt in der gleichen Situation wie wir“, fasst Werders Cheftrainer Thomas Schaaf zusammen – mit dem derzeit minimalen Vorsprung von einem Punkt.

 

Aktuell im Vordergrund für Werder: Auf den vierten Platz kommen

 

Mesut Özil brachte Werder im Hinspiel gegen den BVB in Führung.

Der Vierte empfängt den Fünften. Das ominöse Wort „Vorentscheidung“ landete auch bei BVB-Trainer Jürgen Klopp deswegen bewusst ganz schnell auf dem Index, denn „am Ende stellt man fest, es ist doch noch alles möglich.“ „Wir streben immer das Optimale an“, unterstrich derweil Werders Geschäftsführer Klaus Allofs, „vorausgesetzt, wir spielen gut und holen die Punkte.“ Ergo geht es für die Grün-Weißen zunächst vordergründig darum, „auf den vierten Platz zu kommen“, fokussierte Allofs: „Es nützt nichts, sich irgendwelche Dinge vorzunehmen, aber die unmittelbaren Aufgaben nicht lösen zu können.“ Dabei passe es wunderbar, auf den „vor uns platzierten“ Klub zu treffen. Und der ist selbstverständlich nicht einfach im Vorbeischlendern davon zu verdrängen. Zehn Punkte sammelten die Dortmunder in den vergangenen vier Bundesliga-Spielen, kassierten dabei nur ein Gegentor.

 

„Wir müssen der unangenehmste Gegner der ganzen Liga sein“, fordert Jürgen Klopp von seiner Mannschaft, deren Spiel an guten Tagen von einer rastlos-aufsässigen Intensität und Balleroberungs-Mentalität geprägt ist, die schon so manches Team entnervt und ausgelaugt zurückgelassen hat. Vorliebend wie nimmermüde Windhunde hetzen und pressen die Dortmunder dabei aus einem zumeist 4-2-3-1-System heraus den Ball führenden Spieler der anderen Mannschaft umher – wenn nötig, bis schier in die entlegensten Winkel der gegnerischen Hälfte. Klopp nennt das ganz nüchtern „konzentriert und diszipliniert gegen den Ball arbeiten.“

 

An guten Tagen wie nimmermüde Windhunde, an schlechten fehlen Gier und Zielstrebigkeit

 

Patrick Owomoyela stand an allen 28 Spieltagen in Jürgen Klopps Startelf.

Schlechte Tage jedoch enden wie jener gerade noch glimpflich überstandene Warnschuss am vergangenen Wochenende bei Hertha BSC. Ein streckenweise schmeichelhafter Punkt blieb beim 0:0 über, mehrere große Möglichkeiten vergaben die Gastgeber, dazu wurde Gekas‘ berechtigtem Tor die Anerkennung verwehrt. „Die Gier, die Zielstrebigkeit, dieses unbedingt zupacken wollen – all das hat gefehlt. Ich verstehe das nicht“, mokierte Torwart Roman Weidenfeller nach Abpfiff genervt über die Darbietung seiner Vorderleute. Nur ein Beispiel dafür, dass diese im Durchschnitt so junge Mannschaft noch lange nicht am eigenen Zenit angelangt ist. Allein der 30-jährige ehemalige Bremer Patrick Owomoyela wird sich rein alterstechnisch in der gemeinsamen Viererkette mit Mats Hummels (21), Neven Subotic (21) und Marcel Schmelzer (22) oft vorkommen wie ein erfahrener Erziehungsberechtigter.

 

Hummels steht mit extra angefertigtem Mundschutz nach einem überstandenen Kieferbruch vor seinem Comeback. Ende Februar hatte Kapitän Sebastian Kehl selbiges nach monatelanger Schambein-Verletzung gefeiert.

Auf Dortmunds besten Torschützen Lucas Barrios werden die wachsamen Augen von Per Mertesacker und Co. gerichtet sein.

Dessen mit glänzender Spielübersicht gesegneter Nebenmann auf der gemeinsamen Doppel-Sechs Nuri Sahin hat in dieser Zeit einen großen Entwicklungssprung vollzogen. Davor wirbeln, rackern und bereiten meist Blaszczykowski, Großkreutz und Zidan für den abschlusssicheren Knipser Lucas Barrios vor. 15 Saisontreffer erzielte der argentinische Welttorjäger bisher. Unter anderem war er auch der Schütze des BVB-Tores beim 1:1 zwischen Grün-Weiß und Schwarz-Gelb im Hinspiel.

 

„Wer gegen Bremen versucht, einfach mitzuspielen, bekommt Probleme“

 

Damals setzten die Gäste genau jene Vorgaben präzise um, die ihr Trainer auch für Samstag am nötigsten hält, um Werders Offensivdrang bestmöglich einzudämmen. „Wer gegen Bremen versucht, einfach mal so mitzuspielen, bekommt Probleme. Wir sind uns alle einig, dass die ziemlich gut sind“, mahnte Klopp auf der heutigen Dortmunder Pressekonferenz und erntete keine Gegenstimme der Journalisten. Aber genau diese Aufgabe „gegen eine der - wenn nicht sogar die spielstärkste Mannschaft Deutschland“ ist auch ebenso „super reizvoll“, bekannte der 42-Jährige. „Uns mitnehmen und dann Leverkusen jagen“, vermutete er außerdem hinter den Hoffnungen von Werder Bremen. Dass die eigenen Vorgaben in die wohl ähnliche Richtung zielen dürften, ließ Jürgen Klopp am Donnerstagmittag unerwähnt.

 

von Maximilian Hendel

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1:2 - Werder verliert und verpasst Sprung auf Platz 4

Hugo Almeida und Co. verloren trotz aller Bemühungen mit 1:2 gegen Borussia Dortmund und verpassten den Sprung auf Platz 4.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Werder Bremen hat mit 1:2 (0:2) bei Borussia Dortmund verloren und damit den Sprung auf Platz 4 vorerst verpasst. In einem, vor allem in der zweiten Halbzeit, packenden Spiel brachte Kevin Großkreutz den BVB bereits in der 10. Minute mit 1:0 in Führung. Zwölf Minuten später erhöhte Neven Subotic auf 2:0. Nach dem Seitenwechsel war Werder druckvoller, kam aber nur zum 1:2-Anschlusstreffer durch Aaron Hunt (65. Minute).

 

Lucas Barrios war bei der Werder-Defensive um Mertesacker und Pasanen gut aufgehoben.

Cheftrainer Thomas Schaaf veränderte die Startaufstellung der Grün-Weißen im Vergleich zum 4:2-Erfolg gegen den 1.FC Nürnberg vor einer Woche auf drei Positionen. Philipp Bargfrede ersetzte den gesperrten Kapitän Torsten Frings, Aaron Hunt vertrat den erkrankten Tim Borowski und Petri Pasanen rückte für Sebastian Boenisch in die Mannschaft und übernahm die linke Verteidigerposition.

 

Großkreutz und Subotic köpfen Gastgeber in Führung

 

Über eben diese linke Abwehrseite fiel in der zehnten Minute mit dem ersten strukturierten Angriff des Spiels das 1:0 für Borussia Dortmund. Nach einem Doppelpass mit Blaszczykowski konnte Owomoyela unbedrängt auf Kevin Großkreuz flanken, der am zweiten Pfosten Clemens Fritz übersprang und per Kopf zum 1:0 für die Gastgeber traf. Und nur sieben Minuten später flankte Schmelzer von der anderen Seite auf Lucas Barrios, der aus elf Metern jedoch genau in die Arme von Tim Wiese köpfte. Werder hatte nach einer Viertelstunde die erste Gelegenheit, als Claudio Pizarro nach einer Ecke von Mesut Özil an den Ball kam, Mats Hummels jedoch noch klären konnte (15.).

 

Die Gastgeber setzten Werder auch in der Folge unter Druck. Nach einem langen Ball konnte Tim Wiese zwar im letzten Moment noch vor Blaszczykowski klären, doch in der 22. Minute war der Nationalkeeper machtlos. Nach einer Ecke von Mohamed Zidan nickte Neven Subotic aus kurzer Distanz zum 2:0 für Borussia Dortmund ein. Die Grün-Weißen legten anschließend aber ihre anfängliche Passivität ab und hätten in der 34. Minute durch Pizarro beinahe den Anschlusstreffer markiert. Nach gutem Pass von Aaron Hunt kam der Peruaner im Strafraum zum Schuss, scheiterte aber an Roman Weidenfeller, der im Stile eines Handballtorwarts reagierte. Pizarro erzielte in der 40. Minute dann zwar doch das 1:2, doch der Treffer wurde wegen angeblicher Arbeitsstellung aberkannt.

 

Werder druckvoller - Hunt erzielt Anschlusstreffer

 

Claudio Pizarro hatte einige gute Gelegenheiten und scheiterte zumeist nur sehr knapp.

Die erste Gelegenheit nach dem Seitenwechsel hatten ebenfalls die Grün-Weißen. Nur fünf Minuten nach Wiederanpfiff wurde Pizarro schön von Aaron Hunt freigespielt, doch der Schuss des Torjägers zischte knapp am langen Pfosten vorbei. Und nach einer knappen Stunde hatte der Peruaner dann Pech, als ein Schuss von der Strafraumgrenze genau am Lattenkreuz landete. Besser machte es Aaron Hunt fünf Minuten später. Der Nationalspieler wurde im BVB-Strafraum glänzend von Özil freigespielt und überwand Roman Weidenfeller mit einem überlegten Schuss in die linke Ecke zum 1:2-Anschlusstreffer und entfachte noch einmal neue Hoffnung bei den Werderanern. Doch auch der BVB versteckte sich nicht und so musste Tim Wiese auf der Gegenseite einen strammen Schuss von Marcel Schmelzer entschärfen.

 

Die Schlussphase wurde sieben Minuten vor dem Ende durch einen satten Schuss von Hugo Almeida aus 18 Metern eingeläutet, den Roman Weidenfeller jedoch parieren konnte. Im direkten Gegenzug war dann auch Tim Wiese zur Stelle, als er mit einer starken Fußabwehr gegen Lucas Barrios klären konnte. Der Nationaltorwart hielt die Grün-Weißen auch vier Minuten vor dem Ende im Spiel, als er einen Schuss von Schmelzer parierte (87.). Lucas Barrios hatte in den letzten Minuten noch zwei gute Gelegenheiten das Spiel vorzeitig zu entscheiden, doch der Argentinier vergab beide Male, so dass es am Ende beim glücklich 2:1 für die Dortmunder blieb.

 

aus Dortmund berichtet: Dominik Kupilas

Saisonvergleich 2009/10

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Tabelle / 29. Spieltag

Pl. Team Sp. Diff. Pkt.
1 FCB 29 30 59
2 S04 29 23 58
3 B04 29 25 53
4 BVB 29 14 52
5 SVW 29 22 48
6 HSV 29 15 45
7 VFB 29 6 44
8 SGE 29 -2 44
9 WOB 29 5 43

Begegnungen 29. Spieltag

FCN 1. FC Nürnberg - M05 1. FSV Mainz 05 2:0
BVB Borussia Dortmund - SVW SV Werder Bremen 2:1 (2 : 0)
SGE Eintracht Frankfurt - B04 Bayer 04 Leverkusen 3:2
S04 FC Schalke 04 - FCB FC Bayern München 1:2
SCF Sport-Club Freiburg - BOC VfL Bochum 1848 1:1 (1 : 1)
VFB VfB Stuttgart - BMG Borussia Mönchengladbach 2:1 (0 : 1)
KOE 1. FC Köln - BSC Hertha BSC 0:3
WOB VfL Wolfsburg - TSG TSG 1899 Hoffenheim 4:0
HSV Hamburger SV - H96 Hannover 96 0:0